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#1

If only a better dream had grown

in Fanfiction deutsch 28.07.2011 10:39
von cereal-killer • Besucher | 3 Beiträge

If only a better dream had grown

Rating: 16

Genre: Drama

Figuren: S. Reid, A. Hotchner, D. Rossi, OC

Disclaimer: Alle Figuren aus der Serie Criminal Minds sind (leider) nicht mein Eigentum und das ganze hier wie der Name sagt noch mehr Fiktion als die Serie an sich. Die weibliche Hauptfigur und sämtliche Nebenfiguren (Suzanna, Polizisten etc) gehören mir da sie meinem Köpfchen entsprungen sind. Ich verdiene kein Geld hiermit.

Widmung: Für meine beiden besten Freundinnen, mit denen ich zahlreiche CM-Nächte durchgemacht habe und diejenigen, die mir wenigstens ab und zu Feedback geben. Dankeschön!

Anmerkung: Ich höre ständig verschiedenste Lieder, die mir Kreativschübe verschaffen, also danke an meinen iPod und alle Interpreten, dies ist eine von hunderttausend FFs auf meinem PC und die einzige aus der Kategorie Criminal Minds, die ich bis jetzt "veröffentlicht" habe.


-09/20/2007, Thu, 5:38 pm-

Die junge Frau saß mit geradem Rücken und gestrafften Schultern da, das linke Bein über das rechte geschlagen, und die Hände auf dem Metalltisch aufeinander gelegt. Ihre Lippen, die weder schmal noch voll waren, und die stechend blaugrünen Augen jedoch wollten das Bild der Selbstsicherheit und Entspannung nicht bestätigen, mehr zerstörte der tieftraurige Zug es. Sie atmete ruhig, bewegte sich nicht und schien bis ans Ende aller Zeiten warten zu können, versunken in ihrer Trauer, und doch entschlossen.
Die Tür öffnete sich und sie sah auf, die dichten Wimpern um die kristallklaren Augen waren das einzige an ihrem Körper, das sich nicht veränderte. Der Anflug eines Lächelns, bei dem sie einen winzigen Teil einer Reihe nicht schneeweißer, aber werbetauglich gerader Zähne entblößte, erhellte ihr Gesicht. Sie lehnte sich ein wenig vor und stellte den linken Fuß dicht neben den rechten. Ihr Kinn hob sich und ein leiser, beinahe unhörbarer Seufzer der Erleichterung trat über ihre Lippen.
Zwei Männer traten ein, die Schläfen des einen würden bald grau werden, der, der ihm folgte, wirkte noch jünger als die Frau mit den schmutzig blonden Haaren.
„Guten Abend, Miss Devane. Mein Kollege, Doktor Reid, mein Name ist Aaron Hotchner. Sie haben das Recht auf einen An-“ begann der Ältere, nachdem sie beide Platz genommen hatten. Sie saß aufrecht da, aufgeregt und gelassen zugleich, ihr Körper berührte weder die Rücken- noch Armlehnen.
„Vielen Dank, ich kenne meine Rechte und ich würde nur ungern Zeit damit verschwenden. Nehmen Sie mir die Unterbrechung bitte nicht übel.“ Die Stimme klang rauchig und hörte sich sowohl nach Zigaretten als auch frischer Luft an, genau richtig, um einen Radio- oder Fernsehspot zu vertonen, bei dem für Marlboro Red Label geworben wurde.
Mit seinen unergründlichen, beinahe schwarzen Augen fixierte Hotchner sein Gegenüber, das keineswegs beeindruckt oder gar eingeschüchtert wirkte. Sie sah mit jeder Sekunde mehr aus wie eine Schülerin, die den ganzen Tag sehnsüchtig auf das gemeinsame Abendessen mit ihrer Familie gewartet hatte, und jetzt endlich erzählen durfte, was in der Schule passiert war.
„Sie haben sich freiwillig gestellt.“ Man sollte meinen, er würde überrascht klingen, herausfordernd oder neugierig, doch die Worte waren eine einfache Feststellung, mit einem hauchdünnen Anflug einer Frage darin.
„Das stimmt.“ Sie nickte leicht.
„Wieso?“ Er bekam ein verständnisloses Lächeln geschenkt, die einzige weibliche Anwesende schien so empört, als hätte ihr Vater sie gefragt, was denn so tragisch daran sei, dass sich Susan Bells und Michael Fought sich nach einer vierjährigen Beziehung, die von der gesamten High School mit verfolgt worden war, getrennt hatten.
„Ich habe sieben Menschen umgebracht, Agent Hotchner.“ Sie schüttelte missbilligend den Kopf.
„Weder Arthur Shawcross, noch Marie Becker hörten nach jeweils elf Morden freiwillig auf, ganz zu schweigen davon, dass sie sich stellten. Und ich spreche von zwei der berühmteren Fälle.“
„Sie meinen Shawcross, der die ganzen Prostituierten in Rochester auf dem Gewissen hat?“ Hotchner nickte. „Wissen Sie, ich war schon immer ziemlich faul, und wenn ich was nicht konnte oder keine Lust mehr hatte, habe ich ziemlich schnell aufgehört. Außerdem finde ich nicht, dass das Töten etwas ist, nachdem man sich gut fühlt.“
„Sie sind also hier, weil Sie keine Lust mehr hatten?“
„Nein… Nun ja, nicht nur.“ Ihre Bewegungen, wie sie von Zeit zu Zeit das gestufte Seitenpony aus der rechten Gesichtshälfte schob oder die Hände bewegte, um ihre Worte zu untermalen, wirkten auf eine bizarre Art und Weise überschwänglich. Das noch immer tieftraurige und bestürzte Schimmern in ihrem Blick bildete einen grotesken Gegensatz zu den fahrigen Bewegungen und dem teils verlegenen, teils aufgekratzten Lächeln.
Nach einer kurzen Pause, in der die Anwesenden auf beiden Seiten des Tisches darauf warteten, dass jeweils vom Gegenüber die Unterhaltung weitergeführt würde, rutschte die junge Frau wieder ein Stück auf dem Stuhl zurück. „Abgesehen von der Tatsache, dass Morde mit das Schlimmste sind, was ich mir vorstellen kann, und ich innerhalb der letzten beiden Monate öfter in einer Kirche war als je zuvor in meinem Leben, bin ich nicht ordentlich vorgegangen.“
„ Wir hatten nicht viele Hinweise.“ Der Jüngere hatte den Mund noch kein einziges Mal aufgemacht, der Blick der braunen Augen sprang zwischen den beiden anderen hin und her, als wäre das Ganze das Finale der US Opens und die Worte der Ball.
„Woher sollte ich das wissen?“
„Wenn Sie Morde so abstoßend finden, was-“
„Entschuldigen Sie mich, Agent Hotchner, das ist nicht korrekt. Nur damit es keine Missverständnisse gibt, ich finde das Morden an sich abstoßend, die Morde an sich sind etwas anderes.“ Er verzog noch immer keine Miene. Zum ersten Mal verschwand die stille Wut aus dem grünblauen Meer ihrer Augen und sie nahm Doktor Reid ins Visier.
„Können Sie das vielleicht genauer erläutern?“ Durchdringend sah sie den Jüngeren an und machte keine Anstalten, dies zu ändern, um Hotchner anzusehen.
„Natürlich.“ Bis zu diesem Moment waren nur vereinzelt Anzeichen von Spott auf den sonnengebräunten Zügen der siebenfachen Mörderin zu sehen gewesen, doch mit einem Male breitete sich der Hohn bis auf ihre Stimme aus. „Vor allen Dingen für die liebe Athene.“




(So, ich hoffe, das erste Kapitel hat euch gefallen... Viele Grüße, Cereal-Killer)

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#2

RE: If only a better dream had grown

in Fanfiction deutsch 30.07.2011 13:47
von cereal-killer • Besucher | 3 Beiträge

-01/16/1990, Tue, 11:17 am-

„Klammer auf neun hoch vierzehn Klammer zu hoch minus viermal neunundneunzig plus zwölf hoch fünf ist zweihundertachtundvierzigtausendachthundertzweiunddreißig.“
Ein Zettel landete auf meinem Tisch und ich faltete ihn, nicht unbedingt gespannt auf den Inhalt, auseinander. Die geistreiche Aufschrift Spencer Reid frisst Scheiße entsprach so ziemlich dem, was ich erwartet hatte. Während Mister Ridgway seine Multiple Task Fähigkeiten demonstrierte, indem er gleichzeitig etwas an die Tafel schrieb und monoton das Potenzieren von Potenzen erklärte, startete eine Salve aller erdenklichen Geschosse auf den bebrillten Jungen in der Reihe vor mir, der zu seinem eigenen Wohl den Mund hielt und nur stumm die unleserliche Schrift des Mathelehrers anstarrte.
Etwas Warmfeuchtes traf mich in den Nacken und in der Reihe hinter mir ertönte unterdrücktes Gelächter.
Ich fuhr herum und blitzte die beiden Übeltäter, oder besser, die beiden, die für die vor Spucke triefende Papierkugel in unter meinem Haaransatz verantwortlich waren, mehr als verärgert an. Wütend schnippte ich sie weg. „Wie auch immer es euch geht, ich habe nur ein einziges Problem mit dem Kleinen, und zwar, dass er vor mir sitzt.“ Herausfordernd hoben Tyler und Chris die Strohalme an ihre grinsenden Lippen. Im gleichen Moment begann ein Inferno, und eines der gut durchgekauten Geschosse verfehlte mein Gesicht nur um Haaresbreite.
„Ihr seid solche Kinder, könntet ihr vielleicht bitte damit aufhören?“ Oh ja, ich bin mir vollkommen darüber bewusst, dass ich lauter werde. Guck nicht so dumm, du siehst dämlicher aus als-
„Haben Sie Probleme in den hinteren Reihen?“ In Nullkommanichts waren die Blasrohre verschwunden und alle Blicke auf mich gerichtet.
„Nein, Sir, ich habe Tyler nur was gefragt und… Schon gut, Sir.“ Zufriedengestellt nickte der alte Mann, dessen schlohweißes Haar wie immer ordentlich zurückgekämmt war und er schob die Brille mit dem linken Zeigefinger wieder ein Stück höher auf die Hakennase.
„Nimmst die kleine Athene in Schutz?“ Suzanne grinste spöttisch und wandte sich dann wieder ihrem Gespräch mit Natascha zu.
Eine Viertelstunde später klingelte es und die Schüler und Schülerinnen der Spring Mountain High strömten auf die Flure. Ich bahnte mir den Weg zu meinem Spind, wobei mir ein wahrer Klumpen von Neuntklässlern, die sich bereits vor Mrs Hernandez‘ Klassenzimmer versammelt hatten, den Weg versperrte.
Als ich schließlich den Spind öffnete, um das Mathebuch gegen den Physikordner auszutauschen, erschien die diesjährige Eigentümerin des Schrankes mit der Aufschrift Sandra Earl neben mir.
Sie war eine ruhige, unauffällige Schülerin, die ebenfalls in Miss Goldmans Englischkurs war. Sandy gehörte ganz klar zu der Art Menschen, die niemals auf die Idee kommen würden, eine mögliche Autoritätsperson in Frage zu stellen, und die zu allem die gleiche Meinung hatten, wie die Person, mit der sie jeweils sprachen. Außerdem trug sie beim Sprechen eine gewaltige Hasenscharte zur Schau, und ihre Nase war krumm, als wäre sie gebrochen worden. Da ich selbst die Bekanntschaft mit Nasenbeinbrüchen gemacht hatte, zweimal, würde ich allerdings ihre Nase nicht als hässlich werten. Nun ja. Je nach Stimmung.
„Hey, Davina.“ Unsicheres Kleinmädchenlächeln. Unsichere Stimme. Unsicher zuckende Hände.
„Hallo.“ Angenommen, meine Stimme würde durch ein Wunder oder starke Hörschäden freundlich auf sie wirken, würden sich ihre Schultern straffen, sie ihr Pony aus dem Gesicht streichen und warm lächeln. Da ich allerdings damit beschäftigt war, für die Wiederholung der letzten Stunde über die Aufgaben nachzudenken, die wir bearbeitet hatten, und mich eine weitere Stunde Unterricht im unterkühlten Physiksaal erwartete, musste ich entsprechend schlecht gelaunt klingen.
Aber heute war einer von Sandys großen, mutigen Tagen und sie holte tief Luft, wobei sie ein dickes Französischwörterbuch aus ihrem Schließfach zerrte. „Suz hat vorhin gesagt, Mister Heesen wäre krank.“
Unglaublich.
„Ah. Hat sie auch gesagt, ob wir Vertretung haben?“
„Ich glaube nicht. Keine Vertretung.“ Na wenn du das sagst, Sandy.
Suzanna hatte es sich zur Angewohnheit gemacht, mich noch mehr zu hassen (jedenfalls hatte ich das Gefühl, es wäre so, was unter der blonden, stets perfekt frisierten Mähne dieses Mädchens vorging, wollte sich mir nicht offenbaren), als Spencer Reid. Ich hatte am Anfang des ersten Schuljahres auf der Spring Mountain High en Fehler gemacht, niemals auf den Vertretungsplan zu gucken und mich zur gleichen Zeit in Lucas Meyers zu verknallen, der damals ein Junior und nach drei Wochen mit Suzanna zusammen gekommen war. Nachdem ich als einzige auf unseren ehemaligen Klassenclown Freddy gehört und nicht zum Amerikanische Geschichte Kurs erschienen war, schickte die gute Suz in der ersten Pause, zwei Wochen nach dem Entfall, Lucas zu mir. Vielleicht war sie so verbittert, dass ich nicht nur eine Freistunde, sondern auch noch Zeit zum Lernen für den Mathetest danach gehabt (und nicht genutzt) hatte und danach als einzige ein A bekommen hatte. Oder sie war einfach so unterfordert, dass ihre Boshaftigkeit rausgelassen werden musste, damals hatten wir schließlich noch kein Wunderkind in der Klasse. Jedenfalls richtete Luke mir, die Herzchen in den Augen gehabt haben musste, aus, dass unserer hochschwangeren Englischlehrerin nicht gut gewesen sei, und deshalb der Kurs ausfallen würde. Es endete damit, dass ich einen Eintrag bekam und meine Hausaufgabe nicht abgab, was ein dickes, fettes F bedeutete.
Seitdem war es scheinbar Tradition, allerdings hatte die Masche nur dieses eine Mal funktioniert, und nur, weil sie sich jemand Neues ausgesucht hatte, musste das nicht heißen, dass Suzanne auf die Idee kommen würde, dass dieser Bote sie aus dem Spiel lassen würde. Aber außer den ein, zwei Lehrern, die wirkliches Durchhaltevermögen besaßen, verlangte ja auch niemand, dass sie sich mit dem Denken anstrengte.
„Vielen Dank.“ Ich verstaute den viel zu dicken Ordner in meinem Rucksack und ließ sie stehen. Wie zu erwarten war weder Mister Heesen noch eine Vertretung abwesend.

„Wenn die Damen in der letzten Reihe es bitte unterlassen würden, mit den Damen und Herren der vorletzten Reihe Kommunikation zu betreiben?“ Der jüngste Lehrer im gesamten Kollegium runzelte verärgert die Stirn. Prompt verstummten die Angesprochenen und widmeten sich hingebungsvoll dem allgemeine Verwirrung stiftenden Text im Buch auf Seite 197. Dieser hätte vor zehn Minuten gelesen werden sollen.
Der breitschultrige Mann mit den eisblauen Augen, die unter immer ein wenig zu langen hellblonden Strähnen hervor strahlten, und der sein Lehramt vor zwei Jahren direkt nach der Universität angetreten hatte, und mit dem durchdringensten Blick der Welt beobachtete die zwanzig Schüler einen Moment und räusperte sich dann. „Okay, dann jetzt bitte in Vierergruppen zusammen, und zwar immer unten rechts zwei, Mitte einer, oben links einer. Unten bitte von rechts, in der Mitte von wo ihr wollt, und oben von links. Keine Widerrede und auch keine Grimassen, Ladies und Gentlemen, ich werde weder losen noch tauschen lassen. Ihr werdet die Aufgaben eins bis fünf bearbeiten, wobei die ersten drei Gruppenarbeit sind, der Rest kann zuhause erledigt werden. Und bitte nicht trödeln!“
Es kam, wie es an Tagen wie diesem immer kommt. Anders, als man es erwartet, und in meinem Falle bedeutete das Zusammenarbeit mit Stacey, Terry und Thomas.
Zum ersten Mal an diesem Tag war es ruhig, ich konnte wirklich konzentriert arbeiten, und es gab nicht ein einziges Problem in der Gruppe.
„Athene! Hey, Athene! Athene!” Ich verdrehte die Augen. Aus die Ruhe.
Konzentrieren. Kernphysik. Polonium 213, Alphazerfall, Bismut 211. „Hat deine Mutter dir nicht beigebracht, zu reagieren, wenn dich jemand ruft, Athene?“
Spencer saß da, kritzelte langsam vor sich hin und wehrte sich nicht. Ab und zu schob er die Hornbrille wieder ein Stück weiter nach oben auf die Nase, ließ sich jedoch nicht stören. Äußerlich.
Die Tür öffnete sich, und es herrschte einen Moment vollkommene Ruhe im Raum, als unser Lehrer eintrat. Erstaunlicherweise unterbrach Suzanna diese Ruhe. Und noch erstaunlicher war, wie und mit welchen Worten sie dies tat.
„Spencer? Kann ich vielleicht kurz dein Radiergummi haben?“ Augenblicklich reagierte er, lächelte sogar. Ich glaube, dass die meerblauen Augen ihn ein wenig verzauberten. Blut schoss in seine Wangen. Doch in der imaginären Denkblase über Suzannas Kopf stand dick und fett ein einziges, spöttisches Wort.
Athene.

(Hoffentlich gefällt's! Alles Liebe, Cereal-Killer... Oh, genau, falls irgendwer nicht bescheid wissen sollte, im Amerikanerland sind Juniors Elftklässler)

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