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Criminal Minds: Für immer du! (Kapitel 9 online)

in Fanfiction deutsch 22.02.2009 20:00
von jennifer.jareau • 2.839 Beiträge

Titel: Für immer Du!
Autor: ich! :)
FSK: 16
Genre: Tragikomödie
Spoiler: Nein
Pairing: ja... erstens kommt es anders und zweitens als man denkt... also unbedingt weiterlesen.... ;)
Disclaimer: mir gehört leider nix und niemand, alles ist frei erfunden.
Charaktere: Hotch, JJ, Will, Garcia, weitere frei erfundene Personen
Betafee: Hanna (vielen Dank, Süße) ;)


Kapitel 1: Aussprache

JJ küsste Aaron wieder und wieder. “Ich liebe dich und ich schwöre dir, dass ich dich nie wieder loslassen werde.” Er legte seine Arme um ihre Hüften. “Das will ich auch hoffen, Spatz.” Aaron küsste ihre Stirn und ihre Wangen, bevor seine Lippen ihren Mund berührten und er ihr einen langen Zungenkuss gab. Zärtlich nahm er ihr Gesicht in seine Hände und küsste ihre Lippen noch einige Male. “Du bist das Beste, das mir je passiert ist, Jenny.”
Aaron streckte und reckte sich ausgiebig, bevor er verwirrt die Augen öffnete und ins Sonnenlicht blinzelte, das durch sein Schlafzimmer-Fenster schien. In seinem Bett war es lauschig warm, man könnte meinen es wäre Sommer und trotzdem war es draußen bitterkalt an diesem Dezembermorgen.
- Schon wieder. Er hatte schon wieder von JJ geträumt. Das musste aufhören, jetzt!
Schon wieder hatte er dieses wohlig-warme Gefühl im Bauch, das man spürte, wenn man verliebt war. Das konnte nicht sein, das durfte nicht sein. Verdammt! Nicht er, er war doch nicht so. Er verliebte sich nicht in seine Kollegin. Sie war hübsch, verdammt hübsch, sie war intelligent, einfühlsam, ein prima Kumpel, hilfsbereit, immer für einen da, sie war perfekt. Aber sie war seine Kollegin und zudem 16 Jahre jünger als er.
Aaron drückte seinen Kopf in die Kissen. Das ging nun schon seit Monaten so, er wollte es ignorieren, aber es nützte nichts. Die Gefühle zu JJ wurden immer stärker, ihm wurde warm, wenn sie sein Büro betrat, wenn sie sich unterhielten, ertappte er sich dabei, wie er in ihren Augen versank oder auf ihre Lippen starrte und sich vorstellte, wie es wäre sie zu küssen. Es musste etwas passieren, so konnte es nicht weitergehen und heute war der Tag gekommen, an dem er etwas ändern musste. Sie hatte gemerkt, dass er anders war. Dass er ihr aus dem Weg ging, dass er sie nicht mehr lange ansehen konnte, sondern mit ihr sprach, während er in die Fall-Akte starrte. Sie hatte ihn darauf angesprochen, ihn gefragt, ob sie ihm etwas getan hätte, ob sie was falsches gesagt oder getan hätte und er kam sich so albern vor wie noch nie in seinem Leben. Nein, das war nicht Aaron Hotchner - das war ein Idiot.
Er hatte sie um ein Gespräch gebeten, wollte ihr seine Liebe gestehen und hoffen, dass es besser werden würde, wenn es raus wäre und sie es wüsste, auch wenn es ihm mehr als peinlich war. Aber sie waren schließlich erwachsen und würden das schon irgendwie auf die Reihe kriegen.
Aaron schielte auf seinen Radiowecker. 8.25 Uhr. Heute war Samstag und in zwei Stunden würde er sie treffen.

Aaron saß auf einer Parkbank am Potomac River, dort, wo sie sich treffen wollten.
Alles war zugeschneit und die Temperaturen weit unter Null, aber wenn er daran dachte, was genau er gleich sagen sollte, wie er ihr seine Lage erklären sollte, ohne albern zu wirken, ohne seine Autorität in Frage zu stellen. Wenn er daran dachte, wie sie reagieren würde, wie sie ihn anschauen würde, was sie sagen würde, dann wurde ihm warm, nein, ihm wurde fast heiß. Sein Blick war ernst und versteinert, in seinen Augen spiegelte sich das Licht der Gebäude auf der anderen Fluss-Seite wieder. Das Wasser des Potomac Rivers glitzerte und schimmerte in vielen Farben. Romantisch, dachte er. Aber Romantik konnte er jetzt gerade nicht gebrauchen, er musste sachlich bleiben, auch wenn Gefühle nichts Sachliches waren, aber es ging nicht anders. Hatte er eigentlich je darüber nachgedacht, was wäre, wenn sie für ihn auch etwas empfand? Er musste über sich selbst lachen und schüttelte den Kopf. Niemals! Diese Frau war ein Traum und sie hatte etwas viel Besseres verdient als ihn, als einen Mann, der seine Familie vor über einem Jahr wegen seines Jobs im Stich gelassen hatte, einen Mann, der ruhig und langweilig war, einen Mann, der täglich 16 Stunden arbeitete und trotzdem nicht schlafen konnte. Einen Mann, der ihr Boss und zudem 16 Jahre älter war, nein, JJ hatte etwas Besseres, etwas viel Besseres verdient.
“Hey, du bist schon da?”
“JJ…. Guten Morgen. Noch nicht sehr lange.”
Jenny grinste und setzte sich neben ihn, auch ihr Blick schweifte über den Fluss zu den Gebäuden auf der anderen Seite. Aaron schloss die Augen, sie duftete nach süßem Parfum, nicht zu stark, eher dezent. Der Geruch war ihm vertraut. Er musterte sie heimlich. Sie trug einen schwarzen knielangen Mantel, eine schwarze Hose, Stiefel und einen hellgrauen Schal. Ihr Haar trug sie offen.
“Also, was ist los mit dir?”
Aaron war etwas verdutzt, dass sie gleich zur Sache kam. Er tat einen tiefen Atemzug, bevor er etwas sagte, sah er sie eine Weile an. JJ musste lachen.
“Hotch, so kenne ich dich ja gar nicht. Du hast doch sonst immer eine Antwort auf alles.” Sie stupste ihm leicht in die Seite. “Na komm schon,… ich kann Kritik vertragen. Warum hast du ein Problem mit mir?”
“Ich habe kein Problem mit dir!”
“Ach,” sie schüttelte den Kopf. “..und warum sitzen wir dann hier an unserem freien Samstag?”
Hotch riss all seinen Mut zusammen. “JJ!” Er biss sich auf die Unterlippe. “Mir ist etwas passiert mit dem ich und vor allen Dingen du niemals gerechnet hätten. Du kannst mir glauben, dass ich alles Mögliche versucht habe um es zu ändern, aber es ist mir nicht gelungen.”
JJ’s Stirn legte sich in Falten. “Dir ist was passiert?”
Hotch strich sich nervös durch die Haare. “Ja, so kann man es ausdrücken. Ich bin… ich bin dein Boss, ein Freund, was auch immer …und, ehm, ich denke, es ist besser, wenn du es weißt.”
JJ sah ihn zweifelhaft an. Was war denn mit ihm los? Sie verstand nur Bahnhof, was genau wollte er ihr sagen?
“Hotch, sorry, ich versteh nicht…”
“Bitte denke nicht, dass ich irgend etwas von dir erwarte, aber… du denkst immer, dass es an dir liegt, dass ich in letzter Zeit komisch bin, dass ich mich anders verhalte als früher und, naja, es liegt nicht an dir. Zumindest hast du es nicht verursacht, also, nicht absichtlich.”
JJ legte besorgt eine Hand auf seine Schulter.
“Hotch, was ist denn los mit dir? Geht’s dir nicht gut?”
Er sah sie milde lächelnd an.
“Ich liebe dich.”


Kapitel 2: Enttäuschung

JJ’s Herz schlug bis zum Hals. Hatte er das gerade wirklich gesagt? Er liebte sie? HOTCH? Das konnte nicht sein, sie musste sich verhört haben. Er sah sie eindringlich an, versuchte wohl mit seinem Profiler- Blick ihre Gedanken zu lesen, doch JJ war sich sicher, dass er ihrem Gesicht nur Fassungslosigkeit entnehmen konnte.
“Du…. ehm… was?” JJ konnte es nicht glauben.
Hotch wandte seinen Blick von ihr ab.
“Verlang nicht von mir, dass ich das noch mal sage.”
JJ griff sich an die Stirn, überlegte, was sie sagen solle, ohne albern zu klingen. Sie konnte ihn nicht fragen, wie das passieren konnte, das wäre zu dämlich, auch wenn es sie brennend interessierte, aber so was passierte nun mal ohne Anzeichen, ohne Vorwarnung, zack… und man war verliebt in einen Menschen, der vorher nur ein Freund war, irgendeiner von vielen, der plötzlich etwas Besonderes war.
“Ehm, okay…” JJ lachte leise. “Was soll ich dazu sagen?”
Hotch stand auf und drehte sich zu ihr. “Schon gut, du musst nichts sagen. Es tut mir leid.” sagte er, beinahe flüsternd.
“Hey, nein, es ist nur,….. Du musst dich nicht entschuldigen.” Auch JJ erhob sich von der Bank und legte ihre in Handschuhe gepackten Hände auf seine Schultern.
“Es ist ok, das muss dir nicht peinlich sein, ja? Wir sind Freunde und wir können über alles reden. Schön, dass du ehrlich zu mir warst und es mir gesagt hast.”
Aaron lächelte leicht. “…und ich bin froh, das es jetzt raus ist.”



Seit dem Gespräch waren ein paar Wochen vergangen. Angesprochen hatte es keiner mehr, aber ab und zu hatte Hotch das Gefühl, dass JJ ihn heimlich ansah, dass sie ihn beobachtete. Womöglich bildete er es sich nur ein, aber vielleicht auch nicht. Er würde abwarten und sich überraschen lassen, wie es weiterginge, vielleicht hatte er tatsächlich irgendwann das Glück, dass sie ein Paar werden würden.
Das BAU-Team war in New York. Passanten wurden willkürlich in U-Bahn Stationen und auf der Straße erschossen und jedes Mal war es ein anderer Attentäter. Der Fall war sehr kompliziert und ging allen ziemlich an die Nieren.
Aaron stand an der Pinnwand des Konferenzraumes des New Yorker Police Departments und studierte die Bilder der Opfer und das, was sie über sie wussten, irgendeinen Hinweis mussten sie übersehen haben.
“Hotch?” hörte er JJ’s vertraute Stimme.
Er drehte sich herum und sah sie erwartungsvoll an. “Hey. Hast du was Neues?”
“Nein, leider nicht. Aber… ehm… ich würde mich gern noch mal mit dir treffen, ich muss dringend mit dir reden.” druckste sie.
Hotch sah sie besorgt an. “Alles in Ordnung?”
Bevor JJ antworten konnte, stürmte Reid in den Raum.
“Leute, wir haben ein neues Opfer.”
JJ biss sich auf die Unterlippe. Sie musste es ihm sagen, bevor er es von jemand anderem erfuhr.

Einige Minuten später wollten Reid, Emily, JJ und Hotch gerade das Polizei-Gebäude verlassen, als Detective Will LaMontagne, den sie bereits aus New Orleans kannten, auftauchte. Hotch sah ihn verwirrt an. Was wollte der denn hier? Und wieso ging er schnurstracks auf JJ zu, die sichtlich überrumpelt schien.
“Will!!! Was machst du denn hier?” fragte JJ verwirrt.
Er lächelte verlegen. “Ich kann es nicht zulassen, dass du in deinem Zustand arbeitest.”
Aaron sah ihn ernst an. Was redete er da und was hatte er mit JJ zu tun?
“Gibt es ein Problem, Detective?” Hotch bemühte sich freundlich zu bleiben.
Will schenkte Hotch keine Beachtung, er hatte nur Augen für JJ, er griff nach ihren Händen, sah ihr tief in die Augen.
Aaron presste die Lippen zusammen und versuchte ein Mann zu sein und sich nichts anmerken zu lassen. JJ und Will? Warum hatte sie ihm nicht gesagt, dass sie einen Freund hatte, wollte sie ihn nicht verletzen oder hatte sie sich nicht getraut? Ob die Anderen es auch nicht wussten? Hotch sah Reid und Emily vorsichtig an, doch die grinsten nur und freuten sich Will zu sehen. Er war wohl der Einzige, der hier nichts mitbekommen hatte.
“Agent Hotchner, ich weiß sie haben viel zu tun, aber ich möchte nicht, dass JJ in ihrem Zustand im Außendienst arbeitet.” wandte Will sich an Aaron.
Hotch sah ihn verwirrt an. Wovon redete der eigentlich?
JJ schüttelte vorsichtig den Kopf, um Will zu deuten, dass sie noch niemanden eingeweiht hatte, doch er verstand es anscheinend nicht.
Sie drehte sich vorsichtig zu ihrem Team um. So ein Mist, sie wollte es Hotch doch unbedingt vorher sagen, aber nun war es zu spät und sie musste ihm wohl oder übel vor den Kopf stoßen, was ihr ganz und gar nicht gefiel. Was würde er von ihr denken, wie würde er reagieren, was würde er sagen? Es gab kein Zurück, wenn sie es nicht aussprechen würde, dann würde Will es tun. Verdammt, so hatte sie das nicht geplant, sie hatte niemals vor Hotch weh zu tun, aber sie sah keinen anderen Ausweg mehr, als ihm und den anderen die Wahrheit zu sagen. Sie nahm all ihren Mut zusammen und tat einen tiefen Atemzug: “Ich, ehm, ich bin…. Schwanger.”


Kapitel 3: Freunde

Emily und Reid freuten sich wie verrückt, gratulierten und umarmten JJ.
Hotch kam sich vor wie ein Idiot. Sie war schwanger? Schwanger von Will?
Das war ja der absolute Hammer, wieso wusste er von nichts? Warum hatte JJ nicht mit ihm gesprochen? Er fühlte sich irgendwie hintergangen, obwohl es ihm eigentlich nicht zustand sich so zu fühlen. JJ konnte machen was sie wollte und es ging ihn überhaupt nichts an, aber nichtsdestotrotz hätte es ihn gefreut, wenn er sich nun nicht wie ein totaler Schwachkopf vorkommen würde, da er von alledem nicht mal eine klitzekleine Ahnung gehabt hatte. Wieso um alles in der Welt hatte sie ihm das verheimlicht und wieso musste er es auf diesem Wege erfahren?
“Wir lassen euch kurz alleine.” hörte er sich zu Will sagen, und obwohl er eigentlich reif und erfahren war, obwohl er wusste, dass zwischen JJ und ihm wahrscheinlich niemals mehr als Freundschaft gewesen wäre, spürte er, wie sehr ihn die Enttäuschung schockte. Er fragte sich, ob die anderen es ihm anmerken würden, dass er nicht so positiv wie sie auf diese Nachricht reagieren konnte. Er musste weg hier, schnell weg hier, seine JJ, sie war schwanger von einem anderen, das musste er erst einmal verdauen. Er wollte alleine sein, er musste sich damit anfreunden, dass es so war wie es war. Er musste sich damit abfinden, dass JJ Will liebte - eine andere Option gab es nicht!
Er wollte gerade gehen, als er JJ rufen hörte.
“Hotch!”
Er drehte sich herum und sah sie an, er versuchte, nicht enttäuscht und traurig auszusehen, was ihm jedoch nicht wirklich gelang. Sein heimlicher Traum von einem Leben mit JJ war von einer Sekunde auf die andere gewaltig geplatzt, verdammt noch mal.
“JJ, das hättest du mir doch sagen können.” sagte er kopfschüttelnd.
“Ich weiß.” war alles, was sie hervor brachte.
“Ich kann verstehen, wenn du nicht hier sein willst und mit…” er schluckte hart. “… mit Will nach Hause fliegen möchtest.”
“Nein, ich will hier sein!”
“Ok, deine Entscheidung. Wir treffen uns morgen früh um sieben.”
Bevor JJ noch reagieren konnte, hatte er sich umgedreht und das Foyer verlassen.
Sie sah ihm mitleidsvoll hinterher. Wieso hatte sie es ihm nicht schonend beibringen
können, nachdem was sie über ihn und seine Gefühle zu ihr wusste? Nun hatte sie vielleicht sein Vertrauen verloren.


JJ hatte sich einen Tee gekocht und ging nun, mit ihrer Tasse bewaffnet durch das Flugzeug, um zu Aaron zu gelangen, der im vorderen Teil der kleinen Maschine saß. Reid und Emily spielten Schach, Morgan hörte Musik und Rossi schlief.
Aaron saß einfach nur da und sah aus dem Fenster in die Nacht. Die letzten Tage waren anstrengend gewesen. Das Team hatte zwei Wochen in New York verbracht um den Fall schlussendlich zu lösen. Aaron hatte fast zwei Wochen Zeit gehabt um sich an JJ’s Beziehung mit Will zu gewöhnen und natürlich an die Tatsache, dass sie schwanger war. Sie hatten nur das Nötigste miteinander besprochen, nichts Privates, nichts Persönliches. Er hatte ihr nicht einmal zu der Schwangerschaft gratulieren können, Gott, was war er doch für ein schrecklicher Idiot. Was sie wohl von ihm dachte? Will war nach diesem einen Tag nach Hause geflogen, da er JJ nicht überreden konnte mit ihm zu gehen. Warum war sie nicht mit ihm geflogen? Lag es lediglich daran, dass sie ihren Job perfekt machen wollte? Lag es etwa daran, dass sie die kinderlose Zeit noch für ihre Karriere nutzen wollte oder lag es vielleicht sogar an ihm, an Aaron? Wollte sie bei ihm sein, anstatt bei Will und wollte es nur nicht offen zugeben? Nein, das war es nicht und wieso dachte er so etwas? LaMontagne sah gut aus, er war in JJ’s Alter und er war ein netter Mensch, warum sollte sie ihn nicht lieben, warum sollte sie bei Aaron sein wollen, das war totaler Schwachsinn und er musste aufhören sich so etwas einzureden, sonst würde alles nur noch schlimmer werden.
“Hey. Darf ich?” fragte JJ und setzte sich Aaron gegenüber ohne eine Antwort abzuwarten.
“Es tut mir leid, dass ich es dir nicht vorher gesagt habe und dass du es auf diese Weise erfahren musstest. Du kannst mir glauben, dass es mir mehr als unangenehm war und, ehm, entschuldige!” beteuerte sie ehrlich.
Aaron seufzte. “Ist schon gut. Du… du lebst dein Leben, ich sollte meines leben.”
JJ lächelte mild. “Hotch… wir sollten weiterhin Freunde bleiben, denn nur weil es anders kam, als du vielleicht dachtest, … naja, …. Was ich sagen will ist, dass ich es schade finde, wenn wir nicht mehr miteinander reden. Ich mag dich wirklich und ich wäre traurig dich als Freund zu verlieren.”
Aaron sah JJ lange an, bevor er etwas sagte.
“OK,” lächelte er vorsichtig. “Ich geb mir Mühe.”


Penelope und JJ saßen in einem Straßen-Café und frühstückten, da das Wetter sehr schön war hatten sie sich nach draußen in die Sonne gesetzt.
“Wieso kann das Leben nicht immer so entspannend sein?” träumte Penelope.
“Mensch Pen, weil wir nicht immer frei haben, weil es auch schon mal regnet, weil wir einen miesen Job haben… brauchst du noch mehr Gründe?”
“Halt die Klappe!” schimpfte Penelope, nachdem JJ sie so schnell und unbarmherzig auf den Boden der Tatsachen zurück geholt hatte.
“Nein, im Ernst… glaubst du, dass es sich irgendwann ändert? Werden wir als FBI Agenten jemals ein halbwegs normales Leben führen können?”
JJ dachte einen Moment lang nach. “Ich weiß nicht, es kommt drauf an. Im Grunde liegt es aber nicht am FBI. Ärzte haben auch viel Stress und arbeiten am Wochenende, oder Gastronomen, Call Center Agents… auch die müssen am Sonntag ran.”
Penelope lachte ironisch. “Call Center Agents? Oh ja, der Job ist sicher genauso hart wie unserer…. Aber du hast es gut.” Sie zeigt auf JJ’s Babybauch, der mittlerweile nicht mehr zu übersehen war. “Du kannst bald zuhause bleiben.”
JJ streichelte ihren Bauch mit kreisenden Bewegungen. “Oh ja, darauf freue ich mich tierisch. Und so langsam müssen wir uns beeilen, dass das Kinderzimmer fertig wird.“
“Wie weit seid ihr denn mit eurem Haus, du und Will?“
“Fast fertig, dank Aarons Hilfe. Will ist noch 2 Wochen in New Orleans, aber Aaron und ich waren letzte Woche bei IKEA und wir haben alle Möbel gekauft: Baby-Bett, Wickeltisch, Kommode und Kleiderschrank und er hat alles aufgebaut. Gott, der Ärmste, er war bis Mitternacht bei mir, damit alles fertig wird.”
Penelope blickte JJ kritisch an. “Hat er sich damit abgefunden?”
“PEN! Wenn du auch nur ein Wort bei wem auch immer darüber verlierst, dass Aaron in mich verliebt ist, dann bring ich dich um!”
Penelope zwinkerte ihrer Freundin zu. “Ehrenwort, ich schweige wie ein Grab, aber das weißt du doch! Du kannst mir vertrauen.”
“Also gut. Ich denke schon, dass Aaron sich damit abgefunden hat. Zumindest macht es den Anschein, vielleicht ist er auch nicht mehr verliebt in mich. Schließlich ist es schon ein paar Monate her, als er es mir gesagt hatte. Ich glaube es war im Dezember,” überlegte sie. “Naja, jedenfalls ist er seit unserem Gespräch wieder der Alte, er ist so ein lieber Mensch. Er kümmert sich rührend um mich, seit Will in New Orleans ist und wenn er in zwei Wochen wiederkommt, wird er sich wundern, was Aaron in unserem Haus schon alles gemacht hat. Will kann sich sozusagen in ein gemachtes Nest setzen.” lachte sie.
Penelope legte die Stirn in Falten. “Warum tut er das?”
“Was?”
“Aaron… warum tut er das? Er muss Will doch hassen.”
JJ wurde nachdenklich. “Ich denke er tut es für mich und ich habe kein schlechtes Gewissen, Mrs. Garcia, falls sie mir das einreden wollen. Nein, wir sind Freunde, wir sind gute Freunde und Aaron ist mein bester Freund.”
JJ erntete einen bösen Blick von Penelope.
“Sorry, mein bester MÄNNLICHER Freund natürlich.” grinste sie.


Kapitel 4: Der Elektriker

“Hey Aaron,” JJ stürmte in Hotchs Büro und platzierte ein Ultraschall-Bild vor ihm auf den Schreibtisch. “Darf ich vorstellen: Miss Hanna Jareau.”
Aaron sah auf das Bild. “Wow, man kann sie ja schon richtig erkennen.”
“Jap, das nennt man 3D Ultraschall, nicht ganz billig, aber es lohnt sich.”
“Sie ist echt süß,” ‘wie ihre Mutter…’ fügte er in Gedanken hinzu.
“Aber wieso Hanna Jareau?” fragte er verwirrt. “Ihr wollt doch heiraten..”
“WILL will heiraten.” bemerkte JJ knapp.
Aaron sah sie prüfend an. “JJ, was ist denn los mit dir? Du liebst ihn doch!”
“Ja klar tu ich das, aber deswegen muss ich ihn doch nicht gleich heiraten.”
“Du kriegst ein Kind von ihm.”
“Na und? Was heißt das denn? Ich will einfach nicht heiraten! Jedenfalls noch nicht, was ist daran so schlimm? Wir leben doch nicht mehr in den 50ern.”
Aaron seufzte. “Hm. Eigentlich hast du recht. Und ne Scheidung ist verdammt teuer, lass dir das gesagt sein.”
“Aaron!!” protestierte JJ gespielt entrüstet.
Doch der grinste nur vor sich hin und sah auf Hannas erstes buntes Bild hinab.


“So, was kann ich noch tun? - Soll ich dir die Lampen aufhängen?”
Hotch war voller Tatendrang.
“Nein, ist gut. Ich will nicht, dass du hier alles machst und wenn Will nächste Woche aus New Orleans kommt, dann wird ihm langweilig sein.” schmunzelte JJ.
“Ach was, er wird doch sofort im DC Police Department arbeiten, da wird ihm so schnell nicht langweilig werden. Ich mach das schon, außerdem will ich, dass du vernünftiges Licht hast. So kann man doch nicht leben,” schimpfte Aaron und zeigte auf die Kerzen und Taschenlampen, die überall herum standen.
“Es wird meine erste Nacht hier sein, ist schon irgendwie komisch.” dachte JJ laut.
Aaron hielt einen Moment lang inne, dann griff er nach der ersten Lampe, hielt sie an die Decke und markierte mit einem Bleistift, wo er bohren musste.
“Es ist ein neuer Lebensabschnitt, JJ. Kein Wunder, dass du nervös bist, dass du es als komisch empfindest. Du hattest bisher einen tollen Job, eine moderne eigene Wohnung mit Dachterrasse und konntest machen was DU wolltest. Das ist nun vorbei und daran muss man sich erst gewöhnen, aber das heißt nicht, dass es schlechter wird. Nein, es wird nur anders, du wirst mit dem Mann, den du liebst zusammen leben, du wirst ein Kind mit ihm haben, ein Haus mit Garten, vielleicht einen Hund, Gott, wird das langweilig,” gähnte er lachend.
“Du bist doof!” JJ streckte ihm die Zunge heraus und ging zum Stromkasten, um die Sicherung für das Wohnzimmer auszuschalten.
“Also, wenn du mich nicht seelisch unterstützt und mich nur aufs Korn nimmst, dann lasse ich die Sicherung drin. Dann sehen wir mal, wer hier lacht.”
“JJ! Sei nicht so makaber, wenn mir tatsächlich was passiert, dann gibst du dir ewig die Schuld. - Was jetzt? Ist sie draußen?”
“Die 12?” witzelte JJ.
“Nein! Die 11 ist fürs Wohnzimmer.” schrie Aaron, obwohl er wusste, dass sie nur scherzte.
“Alles klar, die 11 ist draußen.”
“Gut, dann fang ich jetzt an, mach die Sicherung erst wieder rein, wenn ich’s dir sage, ok?! - Scheiße, es war doch die 12.… aaaaahhhh auuaaa!”
Es polterte und Aaron lag am Boden.
JJ schreckte auf und rannte ins Wohnzimmer.
“Hotch! Aaron! Scheiße, scheiße, scheiße!” Sie beugte sich über ihn, als er wieder aufschrie.
“Gewonnen!!! Wenn du glaubst nur du kannst makaber sein….. Leider Pech gehabt!”
JJ gab ihm einen Klaps auf den Arm.
“Du Mistkerl! So was macht man nicht mit Schwangeren! Und ich dachte schon, dir wäre was passiert. Verdammter Mistkerl!”
Sie saßen beide lachend auf dem Boden.
“Du kannst die Sicherung wieder einschalten, wir müssen schauen, ob die Lampe brennt, bevor ich sie anbohre.”
“Alles klar, aber wehe du fliegst wieder von der Leiter…. Und denk dran, irgendwann passiert echt mal was und dann glaub ich’s dir nicht mehr.”
Aaron sah ihr grinsend hinterher. Seine Traumfrau, sie war was ganz Besonderes. Sie waren nun schon viele Wochen eng befreundet und ihre Beziehung zueinander wurde immer besser, wenn auch nur freundschaftlich. Er liebte sie noch, keine Frage, aber es war ihm das Wichtigste, dass JJ glücklich war und wenn Will sie glücklich machte, dann war das ok. Er musste sich damit abfinden und auch wenn es ihm schwer fiel, so war es ihm sehr wichtig den Kontakt zu ihr aufrecht zu erhalten und deshalb hatte er in den letzten Wochen soviel Zeit mit ihr verbracht wie nur irgendwie möglich war. Will hatte sich von New Orleans nach DC versetzen lassen, aber da dies nicht von heute auf morgen ging, musste er noch eine Zeit lang dort arbeiten. Also hatten Aaron und der Rest des Teams sich sofort angeboten JJ beim Umzug zu helfen.
Aaron hatte jedes Zimmer tapeziert, gestrichen, Teppiche und Laminat verlegt, Möbel aufgebaut,…. Hauptsache er war in JJ’s Nähe. Nächste Woche war es soweit, dass Will nach DC kommt und dann würde er nicht mehr soviel Zeit mit ihr verbringen können.

“So, das hätten wir. Siehst du, jetzt hast du wenigstens Licht mit Strom und musst nicht mit Kerzen herum laufen wie im 18. Jahrhundert.”
JJ wurde verlegen. “Mensch Aaron, wenn ich dich nicht gehabt hätte, dann weiß ich nicht, wie ich das hier alles geschafft hätte. - Danke.”
JJ umarmte ihren besten Freund und küsste ihn auf die Wange.
“Ich möchte dich zum Essen einladen, damit kann ich schon mal einen klitzekleinen Teil von dem wiedergutmachen, was du alles für mich getan hast.”
Aaron drückte sie fest an sich, soweit es der Babybauch zuließ.
“Das hab’ ich doch gern gemacht.”
JJ löste sich aus der Umarmung. “Also, italienisch, spanisch oder chinesisch? Oder sollen wir ins Steak-House gehen?”
Aaron sah sie lächelnd an. “So wie ich dich kenne, würdest du am liebsten zum Italiener gehen, nicht wahr? Also, ich bin dabei, aber ich bezahle.”
“Italiener ist super, aber ich zahle auf jeden Fall.”
“Na das werden wir dann sehen.”


Kapitel 5: Der Ratgeber

JJ und Aaron hatten sich an einen kleinen Tisch im hinteren Teil des italienischen Restaurants gesetzt.
“Weißt du schon was du isst?” fragte JJ, während sie die Speisenkarte studierte.
“Nein, aber ich weiß was DU isst.” grinste er.
JJ legte ihre Karte beiseite. “Ok Meister, dann bestell für mich.” schmunzelte sie geheimnisvoll.
“Wir hätten gerne eine Pizza Caprese und einmal die grünen Bandnudeln mit Meeresfrüchten, aber ohne Tintenfisch, die Soße auf einem extra Teller, dazu Paninis und zum Dessert Tiramisu und Zucotto, beides bitte ohne Alkohol. Das ist wirklich wichtig, denn wie sie sehen ist die Dame schwanger.”
Der Kellner notierte alles, schmunzelte nickend und verschwand wieder.
JJ lächelte verwundert. “Wow, ok, ich bin beeindruckt. Du bist echt gut.”
“Hm… ich kenn dich eben.” seufzte er mit einem leichten Grinsen.
“So, aber jetzt will ich deine seelische Unterstützung und zwar ohne vorgespielten Stromschlag!” schmunzelte JJ.
“Ich wohne jetzt in einem großen Haus, habe einen Garten, werde bald Mutter, Gott, steh mir bei. Ich bin doch, also, ich bin doch FBI Agentin, ich weiß nicht, ob ich das alles so hinkriege.”
Aaron beugte sich vor, damit nicht jeder mitbekam, worüber sie redeten.
“Hey, du schaffst das. Wieso solltest du das nicht schaffen? Wie gesagt, klar, es ist eine Umstellung, aber du hast Will und er liebt dich und wird dich unterstützen. Ein Haus mit Garten zu haben ist nicht schlecht und Hanna wird dich verdammt glücklich machen, da bin ich mir ganz sicher. Und falls du irgendwann das Gefühl hast, dass du nicht mehr weiter weißt oder dir die Decke auf den Kopf fällt, dann ruf mich an und ich rette dich.”
“Ich weiß nicht…”
“JJ! Hör auf Trübsal zu blasen! Wie kommst du darauf zu denken, dass das Leben als Single- FBI Agentin besser und interessanter ist, als das Leben einer jungen Mutter, die geliebt wird und zudem in einem tollen Haus lebt? Und wir bleiben deine Freunde, du kannst uns in Quantico jederzeit besuchen, das weißt du doch! Jetzt hör auf dir alles schlecht zu reden und freu dich auf dein neues Leben.”
“Ja, das tu ich ja auch, aber trotzdem werde ich mein altes Leben vermissen.”
“Das wirst du nicht, glaub mir. Wenn du Hanna erstmal in deinen Armen hältst, dann willst du die BAU so schnell nicht wieder sehen.”
JJ schenkte Aaron ein mildes Lächeln. “Danke. Du hast recht, ich schaffe das.”
“Natürlich, du wirst in die neue Rolle hineinwachsen. Man könnte es mit einem neuen Job vergleichen. Am Anfang ist alles neu, man fühlt sich vielleicht irgendwie unwohl, aber je länger man dort arbeitet und die neuen Kollegen und Begebenheiten kennen lernt, umso wohler fühlt man sich. Gib deinem Körper und dir Zeit, erwarte nicht, dass alles wie auf Knopfdruck funktioniert, dass DU auf Knopfdruck funktionieren musst. Sei nicht so streng mit dir und geh die Sache langsam an und versuch immer nur das Positive in allem zu sehen.”
JJ sah Aaron eindringlich an. Er hatte so recht. Das, was er sagte ergab so verdammt viel Sinn und war so einleuchtend. Für seine großartige Hilfe und Verständnis ihr gegenüber hätte sie ihn am Liebsten geknuddelt und das würde sie auch jetzt und hier gleich tun, wenn sie nicht wüsste, was sie wusste. Sie wusste nun einmal, dass er sie liebte, auch wenn es vielleicht nicht mehr der Fall war, so wusste sie, dass es einmal so war und sie wollte ihm keine falschen Hoffnungen machen, deshalb beließ sie es dabei Aaron in Gedanken zu knuddeln.
“….. verstehst du? JJ? Hallo bist du noch da?”
“Ehm. Sorry, ich, eh, ich war gerade abgelenkt.”
“Abgelenkt? Ich versuche dir zu helfen und dir Ratschläge zu geben und du hörst mir überhaupt nicht zu?” Wahrscheinlich hatte sie an Will gedacht, er versuchte sie aufzumuntern, ihr Mut zu machen und sie war abgelenkt?! Verdammt, sie sollte jetzt nicht an Will denken, sondern sich auf Aaron konzentrieren. ER wollte für sie da sein, als Freund, als Ratgeber. Sie sollte sich zusammenreißen, es war vielleicht ihr letzter gemeinsamer Abend, bevor Will wiederkam.
“Ja, abgelenkt. Tut mir echt leid, aber was waren deine letzten Sätze?”
Aaron lehnte sich seufzend nach hinten. “Ich sagte, dass du alles positiv sehen sollst! Du sollst an Hanna denken, an Will, an deine Familie und nicht an das, was du hinter dir lässt. Ein glückliches Leben mit Menschen, die du liebst und die dich lieben wird dir nicht andauernd angeboten, also greif zu und werde selig.”
“Jaja, du hast ja so recht. Ich weiß auch nicht, warum ich so einen Schiss vor dem habe, was da auf mich zukommt.”
“JJ, du tust gerade so, als würdest du geschieden. Wenn ich mich damals so gefühlt hätte, als Haley mich verlassen hat, okay. Aber DU? Du solltest dich freuen…”
Der Kellner stellte das Essen auf den Tisch und wünschte einen guten Appetit.
JJ griff nach ihrer Gabel und piekste ein paar Nudeln auf.
“Lass es dir schmecken, Aaron. - Ich denke, dass ich einfach nur Zeit brauche um mich an die neue Situation zu gewöhnen, aber das hast du ja richtig erkannt. Danke fürs zuhören.”
Aaron lachte leise. “Ich danke dir fürs zuhören. Eigentlich habe ich doch die ganze Zeit gesprochen. Haben sie den Tintenfisch raus gelassen?” fragte er und deutete mit seiner Gabel Richtung JJ’s Teller.
“Ja, ich glaube schon.”
“Gut, sonst hätte ich mich gleich beschwert.”
JJ lächelte amüsiert. “Du bist echt der beste Freund, den man sich nur wünschen kann.”
Aaron sah sie flüchtig an, sah aber dann wieder auf seine Pizza und antwortete nicht darauf. Er liebte sie, warum sollte er sich nicht für sie einsetzen, sie stark machen, sie glücklich machen, soweit er konnte und durfte? Er genoss die Zeit, die er mit ihr verbrachte, besonders, wenn sie beide alleine waren.
“Wie ist deine Pizza?” fragte JJ nach einer Weile des Schweigens.
“Wie du siehst, sehr lecker!” grinste er kauend, und deutete mit einem Kopfnicken auf seinen Teller, auf dem sich nur noch eine kleine Pizza-Ecke befand.
“Willst du probieren?” Er schnitt ein Stückchen ab und hielt ihr seine Gabel hin.
“Hm… echt lecker, aber nichts gegen meine Nudeln mit Meeresfrüchten. - Und bevor du was sagst, ich weiß: DU willst nicht probieren.”
Aaron lachte und schüttelte sich leicht. “Neee!”
“Aber ich schaff das jetzt auch nicht mehr, beziehungsweise WIR, nicht wahr, Hanna?!” fragte sie ihren Bauch.
Aaron lächelte leicht.
“Ich wusste das du das alles nicht schaffst, also, das letzte Brötchen nehme ich, wenn du es wirklich nicht willst.”
JJ reichte ihm das Panini, als der Kellner mit dem Dessert kam.
“Hat es ihnen geschmeckt?”
Beide bejahten die Frage, der Kellner freute sich und machte sich mit den leeren Tellern auf den Weg in die Küche.
JJ beschnupperte das Tiramisu und das Zucotto, was Aaron leise auflachen ließ.
“Und? Alles alkoholfrei?”
“Ich glaube schon.” zischte sie ihm zu.
“Also, wie immer?”
Aaron nickte. “Wie immer!”
Sie teilte beides in zwei Hälften, und verteilte es gekonnt so, dass jeder Tiramisu und Zucotto auf seinem Teller hatte, dann reichte sie Aaron sein Dessert.
“Buon appetito!”
“Dito, Signorina.”


Kapitel 6: Rückflug Impressionen

JJ klopfte an Aarons Bürotür und trat ein, bevor er etwas sagen konnte.
“Hey Aaron.”
“JJ…” freute er sich. “Geht es dir gut?”
“Danke, sehr gut. Ich kann zwar nicht mehr so gut schlafen, da Hannah mich die halbe Nacht boxt und tritt und ich nicht weiß, wie ich liegen soll, aber sonst geht es mir gut.”
“Das freut mich,” lächelte Aaron ehrlich.
“Du, ehm, ich habe dir noch gar nicht gesagt, dass Will sich gefreut hat, als er gekommen ist und gesehen hat, was du alles für uns getan hast. Naja, in unserem Haus, meine ich.”
“Das habe ich doch gern gemacht.”
“Ja, ich weiß. Will versteht nicht, wieso du das alles getan hast, aber er ist dir sehr dankbar.”
“Wer hätte es denn sonst tun sollen? DU?”
JJ lächelte verlegen. “Danke Aaron. Ehm… Will möchte mit dir Einen trinken gehen. Er wollte dich anrufen und einen Termin ausmachen. Ist das ok für dich?”
Aaron stutzte. WILL wollte mit ihm was trinken gehen? Einfach so oder wollte er ihm sagen, er solle JJ in Ruhe lassen und sich nicht in ihre Dinge einmischen?
“Klar ist das ok. Ich, eh, ich freue mich.” log er.
“Autsch.” JJ griff sich mit der Hand an den Bauch. “Sie boxt wieder.” fügte sie ihrem ‘autsch’ schnell hinzu, als sie Aarons besorgten Blick sah.
“Willst du…. Willst du mal fühlen?”
Er zögerte kurz. Ach, was sollte das? Warum nicht den Babybauch seiner Traumfrau, nein, nein, nein, seiner besten Freundin betätscheln.
“Ja klar, gerne.” schmunzelte er.
JJ ging um den Schreibtisch herum, so dass sie neben ihm stand und griff nach seiner Hand, um sie auf ihren Bauch zu legen.
Als Aaron Hannahs Tritte spürte schlich sich ein breites Grinsen auf sein Gesicht. “Uh, ich glaube sie wird der neue Soccer-Star. Das, was du damals angefangen hast, wird sie zu Ende bringen.” lachte er.
Auch JJ musste lachen. “Naja, mir hat das Soccer- Spielen Spaß gemacht, aber das Drumherum war nicht auszuhalten.”
“Ich weiß, JJ.” sagte Aaron und zog vorsichtig seine Hand wieder weg.
“Sag, hast du Lust am Samstag mit zu den Redskins zu gehen? - Will macht sich nichts aus Football. Er ist mehr der Basketball-Typ.”
Aaron nickte schmunzelnd. “Stets zu ihren Diensten, Miss.”
“Schön, ich freu mich.”
“Ehm, JJ, vorausgesetzt wir sind am Wochenende hier. - Ich meine, ICH bin am Wochenende hier.”
JJ sah ihn verwirrt an. “Aber wenn du nicht hier bist, dann bin ich es auch nicht.”
“Du wirst nicht mehr mit uns fliegen.” sagte er und deutete auf ihren Bauch.
“Aaron! Das kannst du mir nicht antun! Ich habe noch 4 Wochen Zeit bis zur Geburt.”
“Was sind denn bitte 4 Wochen? Das ein Baby manchmal 2-4 Wochen vor dem errechneten Termin zur Welt kommt ist doch ganz normal.”
“Aaron!” flehte JJ. Sie zog eine Schnute wie ein kleines Mädchen, dem man etwas verboten hatte.
“Ich will nur dein Bestes, vertrau mir. Stell dir vor deine Fruchtblase platzt da oben und wir müssen in … was weiß ich … in Dallas notlanden. Dann kommt dein Baby in Dallas zur Welt und dein Mann, sorry, dein Freund ist nicht in deiner Nähe.”
“Na, dann müsstest du ihn vertreten.” sagte JJ mit einer Unschuldsmiene.
Aaron grinste, er konnte nicht anders als zu Grinsen. Sie war so niedlich, so endlos süß, niemals zuvor hatte er etwas dermaßen Tiefgründiges für einen Menschen empfunden. Am Liebsten würde er sie an sich ketten und sie nie wieder gehen lassen.
“Nicht, dass ich das nicht machen würde, aber es wäre nicht im Sinne des Erfinders. - Also, du bleibst zukünftig bei Garcia und unterstützt uns von hier aus. - Keine Widerworte mehr!”
JJ schmollte lächelnd. “Mensch, das hättest du mir ruhig letzte Woche schon sagen können, das ich nicht mehr mit euch fliege, dann hätte ich den letzten Flug richtig genossen!”
Aaron sah sie verdutzt an. “Genossen?”
“Naja, zumindest die Rückflüge und die tiefsinnigen Gespräche mit dir waren immer hochinteressant und ich werde es vermissen. Wann sonst haben wir so viel Zeit miteinander oder füreinander, wie auch immer…” seufzte JJ, immer noch schmollend.
Aaron lachte. “Also gut, wenn es nur das ist, dann kann ich Abhilfe leisten. Sobald ich im Flieger nach Hause sitze rufe ich dich an und wir telefonieren bis DC. OK?”
Auch JJ musste jetzt lachen. “Oh ja, bitte. Und das am Besten mitten in der Nacht, wenn Will und ich schlafen. Der wird sich wundern.”
Als Aaron den Namen ‘Will’ hörte, wurde er wieder etwas ernster.
“Hat er eigentlich kein Problem damit, dass wir so gute Freunde sind?”
JJ schüttelte verwirrt den Kopf. “Nein, wieso sollte er? Er weiß doch nicht, dass du in mich… ehm, eh, nein, er hat kein Problem damit. Zumindest hat er mich noch nie darauf angesprochen.” Sie wurde augenblicklich rot, sie wollte ihn doch nicht mehr darauf ansprechen, dass sie wusste, was er für sie empfand. Vielleicht hatten sich seine Gefühle zu ihr ja auch geändert und sie machte sich hier gerade zum Volltrottel.
Aaron lehnte sich in seinen Sessel zurück und sah sie eindringlich an.
“JJ, tu mir den Gefallen und sag es ihm auch nicht, ja? Ich, eh, ich könnte ihm nicht mehr in die Augen schauen, wenn er wüsste, dass ich…. Na du weißt schon.”
Also liebte er sie doch noch. Gott, war das romantisch und irgendwie wie im Film. Er war… nein, was dachte sie denn da? Er war ihr bester Freund und ihr Chef und sonst nichts und sie liebte Will und Punkt. Aus. Ende.
“Keine Sorge, ich werde es ihm niemals sagen. Niemals! Versprochen.”
Aaron lächelte dankbar.
“Hast du dich denn mittlerweile an den Gedanken gewöhnt, dass du demnächst anstatt Berichte zu schreiben Pampers wechseln wirst?”
“Naja, mehr oder weniger. Ich freue mich auf mein neues Leben, werde mein altes aber definitiv vermissen. Besonders die Rückflug-Gespräche.” kicherte sie.
“Will redet wohl nicht gerne, hm?” platzte es aus Aaron heraus und im nächsten Moment hätte er sich für diesen Satz ohrfeigen können.
JJ sah ihn nachdenklich an, sie spürte, dass ihm die Frage peinlich war und dass er sich wünschte sie nicht gestellt zu haben, aber für JJ war es überhaupt kein Problem, sie waren Freunde und wieso sollten sie nicht auch über Will offen reden können? Solange sie nicht lästerten und ihn durch den Kakao zogen war doch alles erlaubt.
“Naja, er hört mir zu, dann sagt er, dass alles gut werden wird. Weißt du, Aaron, er gibt mir keine Ratschläge, so wie du. Vielleicht liegt es an seinem Alter. Er ist so alt wie ich und auf vielen Gebieten noch unerfahren und du bist….”
“ALT!” unterbrach Aaron leicht grinsend.
“Ehm, nein, ich wollte sagen WEISE.”
“Ich bin also alt und weise.” lachte Aaron.
“Nein, nur weise.” kicherte JJ.
Als ihr Handy klingelte wurde ihr Gespräch unterbrochen.
“Das ist Will, entschuldige mich. Wegen Samstag sehen wir dann, ob du hier bist, ok?”
“Alles klar, JJ. Bis nachher dann.”


Kapitel 7: Feind oder Freund?

“Hey Will, ich bin zuhause… Will? Wiiiiiillll!” rief JJ durchs Haus.
“Hi meine Süße, alles ok?” Freudestrahlend kam Will aus dem Garten ins Haus.
“Ich habe den Rasen gemäht. Sollen wir nachher grillen? So ein tolles Wetter müssen wir ausnutzen.”
“Oh ja, Barbecue ist gut. Wir haben noch nie zusammen gegrillt, Will. Das wird also unsere Premiere sozusagen.” lachte JJ.
“Schön, vielleicht kannst du gleich was einkaufen und ich kümmere mich weiter um den Garten, ich kann sowieso nicht mehr fahren, hab’ schon was getrunken. Wenn du magst dann lad doch Aaron ein. Ruf ihn an. Ich muss doch deinen besten Freund endlich mal richtig kennen lernen.”
“Ehm… Aaron? Eh, klar. Warum nicht, er wird sich sicher freuen. Ich ruf ihn gleich an, wenn ich vom einkaufen zurück bin.”
“Dummchen!”
“Was? Wie hast du mich da gerade genannt?” JJ traute ihren Ohren nicht. Ob es daran lag, dass er schon getrunken hatte?
“Na Dummchen… du solltest ihn VOR dem einkaufen anrufen, damit du weißt wie viel du einkaufst.” lächelte er, streichelte ihr Haar und küsste ihre Stirn.
JJ lachte nun auch. “Na klar, ich bin… blond, was soll ich sagen.”

Sie kramte ihr Handy aus ihrer Handtasche und suchte im Speicher Aarons Nummer.
Sollte sie ihn wirklich anrufen oder Will einfach sagen, dass Aaron nicht könne? Einerseits wäre es schön, wenn Will und Aaron Freunde werden könnten, andererseits wollte sie Aaron als Freund für sich alleine haben. Außerdem wäre es Aaron sicher unangenehm Will zu begegnen, der Mann, den die Frau liebte, die er liebte. Aber irgendwann müssten sie sich sowieso einmal treffen, also warum nicht heute?
“Bringen wir’s hinter uns.” murmelte sie zu sich selbst, als sie Aarons Nummer wählte.
“JJ…” strahlte Aaron, auch wenn sie es nicht sehen konnte, man konnte das Strahlen förmlich in seiner Stimme hören.
“Hey Du, ich mal wieder. Sorry, wenn ich dich langsam nerve…”
“Du könntest mich nie nerven, JJ. Also, was ist los? Geht es dir nicht gut? Ist was mit Hanna?” Süß, wie er sich gleich um sie und Hanna sorgte, dachte JJ.
“Ehm, nein, alles in Ordnung. Es ist nur…. Hast du heute Abend schon was vor? Warte, bevor du zusagst, will ich dir noch sagen, warum ich dich frage, notfalls könntest du lügen. Ist kein Problem, wenn du lügst, ich meine, ich lüge gern für dich!”
Aaron lachte. “JJ, was ist denn los?”
“Will möchte grillen.”
“Und?”
“Er will dass du kommst, ehm, zu uns. Er will, dass ich dich zum Grillen einlade.”
“Okay,” antwortete Aaron vorsichtig. “Und du willst das aber nicht?”
“Ehm, wieso sollte ich das nicht wollen? - Ich dachte eher, dass du vielleicht nicht willst!”
Aaron seufzte und einen Moment lang war es still in der Leitung.
“Nein, ich denke, ich sollte kommen. Ich kann nicht ewig vor ihm davonlaufen, nachher denkt er noch, dass zwischen uns was läuft, naja du weißt schon.”
JJ kicherte. “Klar, gut, dann bis heute Abend.”


Eigentlich hatte er keine Lust auf Will. Er kannte ihn nicht, aber die Tatsache, dass er die Frau hatte, die Aaron gern gehabt hätte, machte die Beziehung zwischen Will und ihm nicht einfacher. Wie sollte er ihm gegenüber treten? Sollte er ihn als Freund sehen, als Feind, als Konkurrent, Nebenbuhler? Wie konnte er sicher sein, dass Will nicht merken würde, dass Aaron in seine Freundin verliebt war? Will war nicht blöd und würde ihn sicherlich durchschauen, merken, wie Aaron JJ ansah, wie er sie umsorgte und verehrte. Andererseits war Will kein Profiler. Vielleicht merkte Aaron so etwas nur, weil er eine Ausbildung zum Profiler hatte. Er durchschaute so einige Menschen, aber das hieße nicht, dass ein einfacher Cop, wie Will nun mal einer war, das auch konnte. Also, Augen zu und durch.

Aaron sprang unter die Dusche, zog eine Dreiviertel-Jeans an, ein olivgrünes Hemd, ein weißes T-Shirt drunter und Turnschuhe. Dann machte er sich auf den Weg zu JJ’s Haus, dort war er seit vielen Wochen nicht gewesen.
Das letzte Mal, als er da war, hatte er die restlichen Lampen angebracht und JJ und er waren beim Italiener essen gewesen, danach waren sie noch zwei Stunden durch DC spaziert, hatten über Gott und die Welt gesprochen und gemeinsam über die guten und schlechten Seiten des Lebens philosophiert. Es war sein letzter gemeinsamer Abend mit JJ, bevor Will nach DC kam. Seitdem hatten sie nur noch im Flugzeug oder im HQ der BAU Zeit füreinander gehabt.
Aaron freute sich, JJ mal wieder privat zu treffen, auch wenn Will dabei sein würde. Vielleicht hatte er Glück und Will stand die meiste Zeit am Grill, der bestmöglich 30 Meter entfernt stand, sodass JJ und er den halben Abend alleine verbringen könnten. Was dachte er da eigentlich? Hatte er sie noch alle? JJ und er hatten KEINE Affäre, verdammt! Sie waren einfach nur Freunde und er als JJ’s bester Freund sollte Will endlich akzeptieren und ihn als Kumpel sehen, nicht als Gegner.

“Aaron, schön, dass du da bist.” freute sich JJ und umarmte ihn herzlich.
Will stand in bunten Bermuda-Shorts und einem Muskel-Shirt, für die nicht vorhandenen Muskeln, kurz hinter JJ. ‘nicht vorhandene Muskeln?’ Nein, so was sollte Aaron doch nicht denken, er musste ihn akzeptieren. Akzeptanz und Toleranz war die Devise des heutigen Abends.
“Aaron. Hallo, schön, dass du uns auch mal besuchst, wenn ICH hier bin.” freute er sich.
Aaron lächelte nur nickend und reichte ihm die Hand. ‘schön, dass du uns auch mal besuchst, wenn ICH HIER BIN’?? Was hatte das zu bedeuten? Verdammt, ob er den Braten bereits gerochen hatte und wusste, dass Aaron JJ liebte? Oder war es einfach nur so ein blöder Spruch ohne Hintergedanken? Er würde heute Abend ein Profil von ihm erstellen. Er musste wissen, ob Will gut für JJ war und vor allen Dingen WIE gut.


Kapitel 8: Das Prachtstück

Aaron folgte den beiden in den Garten auf die großzügige Holzterrasse.
“Ich hol dir ein Bier.” informierte JJ ihn, bevor sie in die Küche abbog.
“Danke. Aber nur eins.” zwinkerte er ihr zu.
“Bring mir auch noch eins mit, Süße.” rief Will. Dann sah er Aaron an.
“Komm her, ich zeig dir mein bestes Stück, mein Prachtstück.”
Aaron schluckte. WAS wollte er ihm zeigen? Es konnte unmöglich das sein, an das er zuerst dachte. Als Aaron Will vor seinem überdimensional großen Stein-Grill posieren sah, musste er über sich selbst lachen. Der Abend fing ja schon einmal lustig an.
“Hast du jemals so ein Hammerteil gesehen?”
Aaron betrachtete den Grill von oben bis unten, er begutachtete ihn förmlich, so wie die Jury ‘America’s Next Top Model’ musterte.
“Ja, er hat was, tolles Teil.” ‘wer’s nötig hat…’ Nein, nein. Toleranz und Akzeptanz, nicht vergessen. Nicht jeder ist so bescheiden wie ich.
Aaron bemühte sich freundlich zu Will zu sein und mit ihm zu reden, als wäre er sein Freund. “Schön habt ihr’s hier. Toller Garten, toller Grill.” ‘….tolle Frau’
Will musterte Aaron kritisch. “Naja, das meiste hast du gemacht. Danke noch mal. Du warst eine große Hilfe für uns und ich werde das wieder gut machen. Magst du Basketball?”
Aaron stutze. “Naja, ehrlich gesagt….”
“…oder Baseball… magst du Baseball?”
“Ehm, …” ‘…ich liebe Baseball…. Aber nicht mit dir, noch nicht, ich bin noch nicht bereit mit dem Freund meiner Traumfrau auszugehen Will!’
“Aaron, kommst du mal?” rief die Rettung in Form von JJ von der Terrasse.
“Aber natürlich.” antwortete er, grinste Will kurz zu und machte sich gleich auf den Weg zu JJ. Ob es tatsächlich 30 Meter vom Grill bis zur Terrasse waren, so wie er sich das gewünscht hatte? Es gab doch einen Gott!

“Was kann ich tun, JJ?”
“Setz dich und trink dein Bier.” grinste sie. “Du wirst dich an ihn gewöhnen.”
Aarons Stirn legte sich in Falten. “Was genau willst du mir damit sagen?”
“Naja, ich kenn’ dich doch… oder denkst du, dass ich nicht bemerkt habe, dass es dir unangenehm war mit ihm zu reden. Was hat er gesagt?” zischte JJ leise, damit Will nichts mitbekam.
Aaron nahm Platz und trank einen Schluck kaltes Bier. “Er freut sich, dass ich euch besuche, wenn ER hier ist. Er liebt sein Prachtstück und will mit mir zum Baseball.”
JJ lachte amüsiert und erntete prompt einen genervten Blick von Aaron.
“Sorry,” hustete sie.
“Schon gut, ich weiß nicht, ob ich das kann, naja, mich mit ihm anfreunden.”
“Wenn ich dich damals geliebt hätte, dann hätte ich auch nicht Haleys Freundin sein können.” platzte es aus JJ heraus.
Aaron schloss einen Moment lang die Augen und wünschte sich woanders zu sein, als ihn eine Männerstimme in die Realität zurückholte.
“So Blondie, das ist für dich. Nur Gemüse. Gutes für dich und unsere Hanna.”
Er legte ihr einen Potpourri aus Gemüse auf den Teller und Aaron ein großes Steak.
“Und das hier ist für den großen starken Mann.” zwinkerte er ihm zu und machte sich wieder auf den Weg zu seinem Prachtstück.
Dass JJ’s Grinsen aufgesetzt war hätte in diesem Moment jeder bemerkt, dafür musste man kein Profiler sein.
“Alles ok?” sorgte sich Aaron.
“Ich mag es nicht, wenn er mich Blondie nennt.”
“Dann sag’s ihm!”
“Hab ich schon hundertmal.”
“Na dann, ich mag’s nicht, wenn er mich ‘großer starker Mann’ nennt, da fühl ich mich wie Hulk.” seufzte Aaron.
Beide brachen in schallendes Gelächter aus.
“Wir sind gemein,” stellte JJ fest. “Wir lästern über meinen Freund.”
“Ja, entschuldige.”
“Nein, ist ok. Ich hab ja mitgemacht.”
“Eigentlich haben wir ja auch nicht gelästert, wir haben lediglich festgestellt, dass er nicht gerade der Erfinder schöner Kosenamen ist.”
JJ lehnte sich grinsend zurück. “Tja, wo du recht hast, hast du recht. Wie würdest du mich nennen?”
Aaron sah sie verwundert an. “Wie bitte?”
“Wie würdest du mich nennen, wenn du Will wärest?”
“Lassen wir das, JJ!”
“Also gut, sorry. Ich wollte dir nicht zu nahe treten.”
Aaron musste schmunzeln. “Das ist es nicht, aber ich möchte mir nicht vorstellen Will zu sein, okay?”
JJ sah ihn fragwürdig an. “OK. Was auch immer du mir damit sagen willst.”
“Ey, Aaron, noch’n Bier?” warf Will in die Runde, während er quer über die Terrasse ging, um zur Küche zu gelangen.
“Danke, ich hab noch… du hast deins schon leer?”
“Jap, Druckbetankung nenne ich das.” Dann verschwand er in die Küche.
JJ und Aaron warfen sich viel sagende Blicke zu.
“Druckbetankung?” zischte Aaron.
“Er trinkt nicht immer, also, eigentlich nur heute und nur, wenn wir was feiern.”
“Ach, tatsächlich? Und was feiern wir heute?”
JJ dachte einen Moment lang nach, dann kicherte sie los. “Die Einweihung seines Prachtstücks.”
Aarons breites Grinsen ließ JJ vermuten, dass er es genauso albern fand wie sie.



Kapitel 9:


Während Will sich weiterhin um das Grillgut kümmerte saßen JJ und Aaron auf der Terrasse und schwafelten über Gott und die Welt.
“Du scheinst dich ja sehr wohl zu fühlen.” bemerkte Aaron.
“Wie meinst du das?” JJ sah ihn verwirrt an.
“Naja, du hast nur noch ein paar Wochen bis Hanna kommt und du bist trotzdem total relaxt und jammerst nicht rum so wie viele andere Frauen.”
JJ lehnte sich mit einem zweifelnden Blick zurück und kratzte sich am Hinterkopf.
Sie wollte sich gerade zu Aarons Aussage äußern, als dieser sie unterbrach.
“Versteh mich nicht falsch. Ich kann ja verstehen, dass es viele Frauen irgendwann nicht mehr aushalten und die Geburt endlich hinter sich bringen wollen. Sie haben Wehwehchen, jammern über ihre Gewichtszunahme,… aber dich habe ich nicht einmal jammern gehört in den letzten Monaten, …” Aaron lehnte sich ein wenig vor, damit JJ ihn auch verstehen konnte, wenn er flüsterte: “..oder tust du’s heimlich?” grinste er.
“Du spinnst ja! Wieso sollte ich jammern? Ich bin doch glücklich. Ich habe einen guten Mann, den tollsten besten Freund weltweit und bekomme bald mein süßes Baby. Ich habe keinen Grund mich zu beschweren.”
Aaron lehnte sich grübelnd in den Gartenstuhl zurück. “Wer ist denn dieser tollste beste Freund weltweit?” dachte er laut.
JJ schenkte ihm ein lächelndes Augenrollen. “Na Will natürlich! Dachtest du etwa ich meine DICH?”
Aaron lachte auf. “Aber klar doch. Ich glaube, das…”
“So Leute, fertig.” unterbrach Will die Beiden. “Jetzt hab’ ich Durst, Blondie. Aber bleib ruhig sitzen, ich hol’ mir das Bier schon selber. Aaron, mein Bester, ich bring dir eins mit.”
“Öhm, danke, aber ich hab noch einen Schluck.”
“Ach, was ist schon ein Schluck für einen großen starken Mann wie dich?”
Aarons Stirn legte sich in Falten. Irgendwie war der Typ recht nervig. Wollte er ihn etwa abfüllen? Wenn er kein Bier mehr wollte, dann wollte er keines mehr, aber er hatte sich vorgenommen sich mit Will anzufreunden, es zumindest zu versuchen, also gab er nach und nickte. “Also gut, dann nehme ich auch noch eins. Aber nur, wenn du dich dann zu uns setzt und mir sagst, wie es dir im D.C. Police Department gefällt.”
Will grinste lachend. “Das ist doch mal ‘ne Aussage. Klar, ich bin in zwei Minuten bei euch.”
JJ sah Aaron prüfend an. “DU willst, dass er sich zu uns setzt?”
“Du wirst schon sehen, ich bin demnächst sein bester Freund.”
JJ lachte. “Wie viel Bier hast du getrunken?”
“Hey! Ich bin noch total nüchtern.” Er lehnte sich wieder vor und rieb sich die Hände. “Denk doch mal nach JJ,” zischte er. “Einen großen starken Mann, wie mich können ein paar Bier nicht umhauen.”
Sie lächelte amüsiert. “Jaja, schon klar. Und ich bin so Blondie -blond, dass ich’s nicht checke, hm?”
“So, da bin ich.” Will stellte eine Flasche Bier vor Aaron auf den Tisch und setzte sich neben ihn. “Also, im D. C. Police Department weht ein anderer Wind als in New Orleans und ich muss mich erst daran gewöhnen, aber vielleicht kannst du mich ja in deinem Team gebrauchen?”
Aaron sah erst Will und dann JJ an, dabei grinste er amüsiert.
“Aber klar doch, ich bin der oberste Boss der BAU und ich suche händeringend Polizisten von der Straße ohne Profiler- Ausbildung.”
JJ sah Aaron fast etwas entrüstet an und trat ihm mit ihrem Fuß unter dem Tisch leicht gegen das Bein, dann wartete sie auf Wills Antwort, doch auch er lachte über seine eigene Naivität, was JJ aufatmen ließ.
“Nein, ernsthaft. Ich bin natürlich hier der Neue und muss mir erstmal den nötigen Respekt verschaffen, ich kenne außer euch beiden niemanden und …. Wie soll ich sagen, ich fühle mich hier noch nicht so richtig zuhause, aber das wird schon, wenn meine Frau erstmal immer zuhause ist und ich mit dir zum Baseball gehe, dann sind wir einen Schritt weiter.”
Aaron lächelte, aber antwortete nicht. Hoffentlich bemerkte Will nicht, dass sein Lächeln ein wenig aufgesetzt war. Er konnte sich noch nicht vorstellen, dass er bald nicht mehr mit JJ zusammen arbeiten würde und noch weniger konnte er sich damit anfreunden mit Will etwas alleine zu unternehmen.
“Ach Will, aller Anfang ist schwer.” wand JJ ein. “Bald fühlst du dich zuhause, lerne D.C. erst einmal richtig kennen und du wirst sehen, dass es eine tolle Stadt ist in der auch du dich wohl fühlen wirst, mein Schatz.” Sie streichelte Will sanft über den Rücken, was in Aaron ein unbehagliches Gefühl auslöste. Er setzte schnell die Bierflasche an und trank einen Schluck, damit er die Beiden nicht ansehen musste.
“Ja Blondie, ich liebe dich und wir werden ein tolles Leben haben, wir beide.”
“Wir drei.” erinnerte JJ.
“Drei?” Will sah zu Aaron, dann zu JJ. Er dachte wohl Aaron wäre mit der dritten Person gemeint.
“Mensch Will, ich meine doch nicht Aaron, ich meine Hanna, schon vergessen, wir bekommen ein Kind.”
“DU bekommst ein Kind, ICH werde nur dabei sein.” grinste Will.
JJ seufzte. “Trotzdem ist es UNSER Kind.”
Aaron räusperte sich, die Situation wurde ihm langsam mehr als unangenehm.
“Also, ich, eh, ich werde dann mal gehen. Danke für eure Einladung. Ich werde mich beizeiten revanchieren. Versprochen!”
JJ sah ihn verblüfft an. “Du willst schon gehen? Es ist doch erst 11.”
“Nix da. Setz dich hin, denkst du ich trinke die Kiste Bier alleine?” warf Will ein.
Aaron presste die Lippen zusammen. “Naja, ich, eh, ich wollte morgen ins Büro und,… ich hab noch so viel zu tun.”
“Ach was, Samstags wird nicht gearbeitet,” lachte Will. “Nun setz’ dich endlich, ich hol dir noch ein Bier.” Bevor Aaron antworten konnte war Will wieder im Haus verschwunden.
“Willst du wirklich morgen arbeiten?” flüsterte JJ. “Oder willst du einfach nur nach Hause? - Sei ehrlich!”
Aaron sah JJ nachdenklich an. “Ich weiß nicht, ich dachte ihr wollt vielleicht lieber alleine sein.”
“Ich würde mich freuen, wenn du noch bleibst. Ach komm schon, mir zuliebe…”
Aaron lächelte etwas gequält. “Also gut, aber nur noch auf eine Flasche Bier, danach bin ich weg, ok?”
JJ schenkte ihm einen tröstenden Blick und legte ihre Hand auf seine.
“Ich finde, dass du…”
“So Meister, hier dein Bier. Cheers.” Will hielt Aaron eine geöffnete Flasche Bier hin und streckte ihm seine zum Anstoßen entgegen. “Auf unsere Männerfreundschaft.”
“Auf JJ!” wand Aaron ein. “Darauf, das in den letzten Wochen bis zur Geburt alles gut geht und wenn der Tag gekommen ist, an dem die Kleine das Licht der Welt erblickt wünsche ich JJ Mut, Kraft und möglichst wenig Schmerzen.”
Will sah Aaron verwundert an. “Also gut, dann halt auf JJ.”

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