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Du sollst büßen! *Hotch Centric* Kap 11-15 ist on

in Fanfiction deutsch 30.08.2008 00:15
von Ran • Besucher | 901 Beiträge

jennifer.jareau schrieb:

Titel: Du sollst büßen!
Autor: dharma78
FSK: 16
Genre: Romanze / Drama / Spannung
Spoiler: Nein (falls doch, dann NICHT bewusst, alles frei erfunden)
Pairing: ja, will aber nicht verraten, wer....
Disclaimer: mir gehört leider nix und niemand, alles ist frei erfunden.
Charaktere: Hotch, JJ, Gideon, Morgan, Reid, Garcia, Prenitss, weitere frei erfundene Personen
Beta: leider keinen *schnüff*

Inhalt: Eine New Yorker Ärztin erhält einen Drohbrief und jemand versucht ihre Tochter zu entführen. Das BAU Team fliegt nach N.Y.. Die Story ist eine Hotch Centric. Also, es geht hauptsächlich um Hotch, aber alle anderen kommen auch mal drin vor.

Ich weise Euch vorsorglich darauf hin, dass die Geschichte über 42.500 Wörter und 35 Kapitel hat.... also es ist keine Kurzgeschichte

... viel Spaß beim lesen...

Du sollst büßen!

Kapitel 1: Der Fall

BAU Headquater, FBI, Quantico, Virginia

JJ eilte zu Hotch ins Büro.
“Hotch, hast du es schon gesehen?”
Hotch sah auf. “ Ja, JJ, wir sollten sofort die Anderen informieren.”
Beide verließen schnellen Schrittes das Büro.
Hotch zeigte mit seiner Hand Richtung Konferenzraum: “BAU-Team, sofort zum Meeting.”

JJ verteilte die Unterlagen des neues Falles an jeden der 7 Mitglieder des Teams.
Dann tippte sie auf die Fernbedienung des Fernsehers. Auf dem Bildschirm erschien ein Brief, der mit ausgeschnittenen, aufgeklebten Buchstaben geschrieben war.

“MRS. DR. JEFFERSON, STEHEN SIE ENDLICH ZU DEM, WAS SIE MIR ANGETAN HABEN. ES IST ZEIT FÜR DIE WAHRHEIT.”

“Dieser Brief erreichte Mrs. Dr. Jefferson aus Queens, New York, letzte Woche.”
erklärte JJ.
“Warum erfahren wir erst jetzt davon?” sprudelte es neugierig aus Reid hervor.
“Dr. Jefferson hat diesen Brief als Kinderstreich abgetan und ihn nicht beachtet. Bis gestern jemand versucht hat ihre 7-jährige Tochter zu entführen. Die Kleine konnte sich losreißen und ist weg gelaufen.”
Emily Prentiss schluckte: “Was haben wir?”
“Nichts, naja, jedenfalls nicht viel” meldete sich Hotch zu Wort. “Bis auf den Brief und die Aussage des Kindes. Demnach war der Täter in schwarz gekleidet und fuhr einen großen, dunklen Wagen, vermutlich einen Van. Er hatte versucht die Kleine in sein Auto zu zerren. Sie biss ihm ins Handgelenk. Er war so erschrocken, das er sie losließ und sie flüchten konnte.”
“Der Brief ist nicht signiert, es gibt keine Anrede, alles ziemlich unpersönlich.“ stellte Reid fest.
Morgan überlegte: “Kann Dr. Jefferson irgend etwas mit dem Brief anfangen? Hat sie eine Ahnung, wer ihn geschrieben haben könnte?”
Hotch sagte nachdenklich: “Wir müssen Dr. Jefferson sowohl als Opfer, als auch eventuell als Täter ansehen. Wir lassen sie natürlich in dem Glauben, das sie das Opfer ist. Jedoch schreibt der Autor des Briefes: ‘Stehen sie endlich zu dem, was sie mir angetan haben, es ist Zeit für die Wahrheit.’ Wir müssen herausfinden, wer der Verfasser des Briefes ist und was er damit meint. Hat Dr. Jefferson etwas zu verbergen? Und wenn ja, was?”
Gideon schaute auf Hotch´s gebrochenem Arm. Er hatte sich beim letzten Einsatz durch einen Sturz beim Kampf verletzt. “Hotch, sie fliegen nicht mit nach New York.”
“WAS? - Ich werde mitfliegen. Ich kann die Familie besuchen und bei ihnen bleiben, zusätzlich zu der Streife, die vor ihrem Haus steht. Außerdem kann ich so ein Profil von Dr. Jefferson machen. Dafür brauche ich meinen Arm nicht. Ich werde definitiv NICHT hier bleiben” Hotch sah Gideon eindringlich an. Gideon wusste genau, das er keine Chance haben würde seinen Kollegen davon abzuhalten und so nickte er nur stumm. Seitdem Haley sich vor einem Jahr von Hotch getrennt hatte, war er noch besessener von seiner Arbeit, als er es eh schon immer war. Er war sogar in seiner Freizeit häufig in der BAU.


“Also gut, Leute. Wir treffen uns in 30 Minuten am Flughafen.”


90 Minuten später:

Polizei Station, Queens, New York:

“Schön, das sie hier sind,” begrüßte Officer Miller das Team. Gideon reichte ihm die Hand und stellte das Team vor. Alle waren sie her geflogen, außer Garcia. Sie war in ihrem Computer-Büro besser aufgehoben und unterstützte die Anderen von Quantico aus.
Miller fuhr fort: “Leider wissen wir nichts, gar nichts über den Täter und wir hoffen, das sie als Profiler mehr Glück haben.” Morgan und Reid sahen sich an und zogen die Augenbrauen hoch. Natürlich würden sie mehr Glück haben, diese “normalen” Polizisten hatten keine Ahnung, was sie alles drauf hatten, wozu sie als Profiler Team fähig waren.

Hotch verteilte die Aufgaben: “Prentiss und Reid, schaut euch den Brief ganz genau an. Untersucht ihn auf alle möglichen Hinweise. Morgan, JJ ihr schaut euch die Akte der hiesigen Polizei an. Was haben sie schon heraus gefunden, redet mit Officer Miller. Gideon, sie fahren mich bitte zu dem Haus von Dr. Jefferson.”

Während Gideon Hotch zum Haus der Familie Jefferson fuhr, telefonierte Hotch mit Garcia. “Garcia, sie müssen für mich etwas nachschauen. Dr. Helen Jefferson. Ich will alles über sie wissen.”
“Hey Boss, kein Problem für mein Superhirn.” Sie tippte den Namen der Ärztin in ihren Computer. “Also, Hotch, spitzen sie die Ohren und schalten sie den Teil ihres Gehirns ein, der fürs Speichern der Informationen verantwortlich ist.“
Hotch verdrehte die Augen, konnte sich aber ein kleines Lächeln nicht verkneifen.
“Garcia, nun sagen sie schon und reden sie nicht soviel Drumherum.
“Sorry, Chef, also, sie ist Ärztin und Chirurgin im Mount Sinai Hospital in New York, seit 4 Jahren in der Notaufnahme. Sie ist 41 Jahre alt und hat 2 Töchter, Emma, 17 und Judy, 7 Jahre. Der Vater der Mädchen kam vor 5 Jahren bei einem Mottoradunfall ums Leben. Seitdem ist sie allein erziehend. Sie hat in den letzten 10 Jahren 3 Knöllchen wegen Falschparkens bekommen und einmal wegen zu schnelle Fahrens. Sonst hat sie sich rein gar nichts zu Schulden kommen lassen.”
“Graben sie tiefer, Garcia, nicht nur die letzten 10 Jahre. Ich sagte, ich will ALLES wissen.”
Penelope Garcia wurde ein wenig rot, “Aber klar doch Honey.” sie tippte wieder auf ihrer Tastatur herum.
“Nein, nichts. Sie ist eine unschuldige Person, wie es im Buche steht. Keine Drogen, keine Einbrüche, keine Beleidigungen, keine Prügeleien, keine Morde, keine…”
“GARCIA! Es reicht. Danke. Ich habe verstanden.”
“Gut, Honey, wenn sie noch was wissen wollen, dann melden sie sich einfach.”
“Ach, Garcia…..”
“Ja…”
“Nennen Sie mich nicht Honey.”

Kapitel 2: Der erste Eindruck

Das Haus der Familie Jefferson lag in einer typischen amerikanischen Vorstadt-Straße. Es hatte, wie alle anderen Häuser hier, einen großen, gepflegten Vorgarten. Über die großzügige Holz- Veranda kam man zur Haustüre. Hotch klopfte an. Er sah sich um und konnte die beiden Streifenpolizisten sehen, die vorsichtshalber hier Wache halten sollten. Er hörte eine Kinderstimme. Die Türe wurde geöffnet und vor ihm stand ein kleines, blond gelocktes Mädchen.
„Hallo. Du bist sicher Judy?“
Bevor das Kind antworten konnte stürmte eine Frau an die Haustüre: “Judy, ich habe dir doch verboten, einfach an die Haustüre zu gehen.“
Sie sah ihre Tochter vorwurfsvoll an, dann blickte sie Hotch fragend an.
„Was wollen sie hier?“
„Sorry, Mam, ich bin Special Super Agent Aaron Hotchner vom FBI. Ich bin hier, um ihnen und ihren Kindern zu helfen.“ Hotch zeigte der Dame seine Marke.
Das Mädchen versteckte sich jetzt hinter seiner Mutter.
Helen Jefferson sah Hotch misstrauisch an: „Sie schicken einen FBI Agenten mit gebrochenem Arm? Das ist doch ein Witz.“ Dann schaut sie rüber zu dem Streifenwagen, der ihr Haus observierte und rief „Hey. Würden sie mal hier rüberkommen?“ dabei winkte sie die Polizisten mit ihrer Hand heran.
„Alles okay, Mam?“ fragte der Ältere der Beiden.
„Ich bin mir nicht sicher. Dieser Mann hier behauptet, er wäre vom FBI.“
Sie deutete auf Hotch.
„Ja, Dr. Jefferson. Das ist richtig. Sie könne ihn ruhigen Gewissens in ihr Haus lassen. Wenn wir ihn nicht kennen würden, dann hätten wir schon eingegriffen, … keine Sorge.“
Die Frau sah Hotch immer noch etwas misstrauisch an, bat ihn dann aber herein.

Das Haus war sehr gemütlich eingerichtet. Es roch nach Essen. Augenblicklich knurrte Hotch´s Magen. Ihm fiel auf, dass er heute noch nichts gegessen hatte.
„Entschuldigen Sie, ich habe mich nicht mal vorgestellt. Ich heiße Helen Jefferson. Nennen Sie mich einfach Helen.“ Sie reicht Hotch die Hand.
„Ich wollte wirklich nicht unhöflich sein, aber ich bin vorsichtig geworden, seit….“ Sie stockte. Sie sah auf ihre Tochter und bat diese einen Moment nach oben in ihr Zimmer zu gehen. Dann wandte sie sich wieder Hotch zu. „ Ich wollte sagen, ich bin unsicher geworden, seit das mit meiner Judy passiert ist.“
„Das ist okay, sie müssen sich nicht entschuldigen. Sie sind in Sorge um Ihre Familie. Das ist doch ganz natürlich. Helen, würden sie mir erzählen, was genau passiert ist? Am besten fangen sie von vorne an.“ Hotch sah sich um, als würde er etwas suchen.
„Ja, kommen sie mit in die Küche, dann setzen wir uns, ok? Ich hoffe, es stört sie nicht, wenn ich während unserer Unterhaltung koche?“
Hotch lächelte flüchtig. „Nein, Helen das ist kein Problem.“
„Meine große Tochter kommt gleich aus der Schule. Eigentlich isst sie ja dort, aber ich wollte dass sie nach Hause kommt und mit uns gemeinsam isst.“
Hotch setzte sich an den Küchentisch.
„Wird ihre Tochter abgeholt?“
„Ja, ein Nachbar bringt sie mit, wenn er seinen Sohn abholt. Die beiden gehen in die gleiche Klasse, wissen Sie.“
Helen fing an, einen Salat zuzubereiten. Die Küche war aus Holz, sie war sehr gepflegt. Hotch beobachtete Mrs. Jefferson. Sie war gut gekleidet, obwohl sie zuhause war. Sie trug eine weiße, schicke Bluse, dazu einen dunkelgrauen Rock. Sie war schlank und ca. 1,70 m groß. Ihre mittelblonden, leicht gelockten Haare, waren zu einem leichten Zopf nach hinten gebunden.
„Also, Helen, was können sie mir erzählen?“
„Letzte Woche kam dieser Brief….“
Hotch unterbrach sie. „WIE kam er?“
„Er war in unserem Post-Briefkasten. Ohne Umschlag. Einfach nur der gefaltete Brief. Die Polizei hat in der Nachbarschaft schon herum gefragt. Natürlich hat keiner den Mann gesehen, der an unserem Briefkasten war. – Ach, Mr. Hotchner, möchten sie was trinken?“
„Danke, ein Glas Wasser wäre nicht schlecht.“
„Ich mache uns auch gerne einen Kaffee.“
„Vielleicht später.“
„Später?“
„Helen, ich werde eine zeitlang hier bleiben, wenn es ihnen nichts ausmacht. Ich werde ihre Familie beschützen, so gut ich kann und stehe ihnen mit Rat und Tat zur Seite, bis wir den Täter gefunden haben.“
„Gut, dann mache ich ihnen nachher das Gästezimmer fertig.“ Helen reichte Hotch ein Glas Wasser.
„Danke, lassen sie uns bitte mit dem Brief weitermachen“, bat Hotch Helen.
„’Stehen sie endlich zu dem, was sie mir angetan haben, es ist Zeit für die Wahrheit.’ Schreibt der Verfasser. Was meint er damit? Haben sie eine Idee, Helen?“
Helen blickte nun teilnahmslos aus dem Fenster und sagte tonlos: „Er wollte meine Judy haben, dieses Schwein. Mein Kind. Sie ist 7 Jahre alt, wissen sie, wie sie sich fühlt?“
Helen blickte Hotch an. Er erkannte sofort, dass Helen kurt davor war zu weinen. „Versprechen sie mir, das sie ihn finden, ja? Versprechen sie´s mir!“
„Helen, mein Team und ich werden alles tun um den Täter zu finden. Aber erstmal müssen wir herausfinden, ob es der gleiche Unbekannte war, der den Brief verfasst hat und der, der versucht hat ihre Tochter zu entführen. Und vor allen Dingen müssen wir herausfinden, was er von ihnen will. Wir sind auf ihre Mithilfe angewiesen, Helen, hören sie?“
Helen weinte nun. Als sie merkte, dass sie immer noch das Salatbesteck in der Hand hielt, drehte sie sich herum und legte es auf die Arbeitsplatte. Jetzt hielt sie ihre Hände vors Gesicht und schluchzte. „Haben sie Kinder, Mr. Hotchner?“
Hotch war sichtlich überrascht von Helens plötzlichem Gefühlsausbruch.
„Ja, ich habe einen Sohn.“ Er stand nun auf und ging auf Helen zu. Er fasste an Ihre Schulter und schüttelte sie leicht. „Wie alt ist ihr Sohn?“ stammelte Helen.
Ohne die Frage zu beantworten, sagte Hotch: „Helen, bitte, vertrauen Sie uns. Sie müssen stark sein, für Ihre Kinder. Versuchen sie es.“
Helen drehte sich um und holte ein Taschentuch aus der Schublade.
„Setzen sie sich kurz, Helen. Ja?“ Hotch schob Helen sanft Richtung Essgruppe.
Langsam beruhigte sie sich wieder. „Es tut mir leid, Mr. Hotchner. Ich habe Angst. Ich weiß nicht, was dieser Typ von mir will. Ich habe nichts Böses getan.“
„Bitte, Helen, das muss für sie nichts Böses gewesen sein. Vielleicht war es eine ganz alltägliche Sache oder etwas, das sie nicht absichtlich gemacht haben. Wir müssen wirklich alles überdenken.“
Hotch setzte sich vor Helen und legte seine Hand auf ihren Rücken. „Ich bin für sie da, Helen. Ich möchte ihnen helfen.“ Helen lächelte schmerzlich.


Kapitel 3: Officer Judy

„Mami, ich habe Hunger.“ Judy stand in der Tür.
Helen fasste sich und stand auf. „Ja, mein Liebling, das Essen ist gleich fertig. Du kannst ja schon einmal den Tisch decken, ja? Decke für 4 Personen. Mr. Hotchner wird mit uns essen und deine Schwester Emma kommt gleich.“
Hotch winkte ab „Das muss nicht sein. Ich kann mir nachher was holen. Ich will ihnen hier nicht zur Last fallen.“
Eigentlich hatte er ja wirklich Hunger, aber er wollte nicht aufdringlich wirken.
„Nein, Mr. Hotchner. Soweit kommt das noch. Wenn sie schon unser Gast sind, dann sollen sie sich auch hier wohl fühlen.“
Hotch lächelte. „Also, gut. Vielen Dank. Es riecht ja lecker.“

Hotch wartete bis Judy ins Esszimmer verschwunden war um den Tisch zu decken und fuhr dann fort: „Helen, ich danke ihnen wirklich für ihre Gastfreundschaft. Nichtsdestotrotz sollten wir nicht vergessen, warum ich hier bin. Wir müssen uns dringend unterhalten.“
Helen nickte: „Ja, Mr. Hotchner, ich weiß. Was halten sie davon, wenn wir essen und uns danach hinsetzen und über alles reden?“
„Gut, in der Zwischenzeit würde ich gerne schon einmal mit Judy reden, wenn sie nichts dagegen haben.“
Helen sah Hotch besorgt an: „Aber bitte vorsichtig. Sie ist erst 7.“
„Machen sie sich keine Sorgen. Ich mache das schon viele Jahre….“
Er strich Helen leicht über den Arm. Dann verließ er die Küche und ging zu Judy ins Esszimmer.
Helen schaute ihm nach. Es war komisch. Sie kannte diesen Mann eigentlich nicht und trotzdem war er ihr so vertraut.

„Hi Judy. Soll ich dir helfen?“ Hotch nahm Judy die Teller ab und stellte sie auf den Tisch.
„Bist du ein Polizist?“ fragte Judy neugierig.
„Ja, so was in der Art. - Sag, Judy, der Mann, den du gestern gesehen hast, wie sah der aus?“
Judy kniff die Augen zu als würde sie scharf nachdenken. „Bist du wegen mir hier?“
„Wegen dir? – Was meinst du damit?“
„Naja, weil ich den Mann gebissen habe …es tut mir leid. Ich wollte das nicht tun. Aber er hat mich einfach nicht los gelassen.“
„Nein, Judy. Du hast keinen Fehler gemacht. Der Mann war es selber schuld. Niemand darf dich zu etwas zwingen.“
„Du bist nicht wegen mir hier?“
„Nein, nicht direkt. Ich bin hier um diesen Mann zu finden. Mit deiner Hilfe.“
Judys Augen strahlten: „ICH soll dir helfen? Bekomme ich dann auch so einen Polizei-Ausweis wie du?“
Hotch lachte. „Ja, Judy, den bekommst du dann auch. Einen für dich ganz alleine.“
„Einer, wo draufsteht, dass Judy Jefferson eine Polizistin ist?“
Hotch grinste: „Ich verspreche es Dir. Aber jetzt musst du mir erstmal helfen. Erzählen sie mir mal genau, was gestern passierte, Officer Judy.“ Alberte er herum.
Judy fand das lustig und sie erzählte ihm altklug, dass der Mann sie versucht hatte in ein großes Auto zu zerren und sie hatte ihn vor Angst in die Hand gebissen. Dann ließ er sie los und sie war weg gelaufen.
„Was hat der Mann dann gemacht?“
„Ich weiß nicht, ich habe mich nicht mehr herum gedreht. Ich bin so schnell gelaufen, wie ich konnte. Ich habe um Hilfe gerufen und eine Frau hat mich festgehalten. Sie wollte wissen, was los ist und ich erzählte es ihr. Sie ist dann mit mir zur Polizei gegangen. Die haben Mama im Krankenhaus angerufen und sie hat mich dann abgeholt.“
„Wissen sie noch wie der Mann aussah, Officer Judy?“ scherzte Hotch.
Er wusste genau, dass er mit diesem Spiel mehr erreichen würde, als wenn er sie ganz normal fragen würde.
„Er war groß und stark. Er hatte einen schwarzen Mantel an.“
„Hast du den Mann vorher schon einmal gesehen, Judy?“
„Nein, ich kannte ihn nicht. Aber ich bin Officer Judy.“
„Oh, entschuldigen sie, Officer, das wird nicht mehr vorkommen, dass ich sie duze. Hat der Mann irgendwas gesagt?“
„ Als ich ihn gebissen hatte, sagte er: Mistkröte. Dafür wirst du bezahlen. – Was meinte er damit?“
„Officer Judy, machen sie sich keine Sorgen. Er wird ihnen nichts tun.“ Versicherte Hotch dem Kind.

„Mum….“ Tönte eine aufgeregte Stimme aus der Diele. Judy strahlte über das ganze Gesicht und rannte zur Haustüre: „Emma…“
Helen stellte eine Auflaufform in die Mitte des Tisches. „Das ist Emma. Meine große Tochter.“ Sagte sie zu Hotch. „Dann können wir ja jetzt essen.“
„MUM“ schrie Emma nun lauter und verzweifelter. Auch Judy schrie nun. „Mum..:“
Helen sah Hotch besorgt an und wollte ebenfalls in den Flur laufen, aber Hotch hielt sie fest und legte seinen Finger auf seine Lippen: „Psst.“
Er zog seine Waffe und schlich leise in Richtung der Kinder.
Helen sah ihm zitternd hinterher. Ihr Puls raste.

Kapitel 4: Die Ohrfeige

Hotch drehte sich noch einmal kurz um und sah Helen eindringlich an. Sein Blick verriet ihr, das jetzt sie stark sein sollte, sie sollte ihm nicht folgen, sondern sich ruhig verhalten und ihm seinen Job machen lassen.
Ihr war übel vor Angst. Was war mit den Kindern? War der Fremde in ihrem Haus? Wieso haben die Streifenpolizisten ihn nicht bemerkt? Hat er sie vielleicht sogar “aus dem Weg geräumt“?
Helen zitterte am ganzen Körper, sie fühlte sich so unglaublich hilflos, hoffentlich würde Agent Hotchner nichts passieren. Tränen liefen über ihr Gesicht.

Hotch´s Herz schlug schneller. Er hoffte, dass er trotz gebrochenem Arm fit genug wäre, einen eventuellen Täter zur Strecke zu bringen. Er stellte sich mit dem Rücken an den Türrahmen der Tür, die zum Flur führte. Die Tür war bereits geöffnet. Er drehte seinen Kopf langsam Richtung Flur, seine Waffe in der Hand. Er hörte, wie die Kinder hysterisch weinten. Die kleine Judy schrie immer wieder: “Nein, Emma, nein”
Er schloss die Augen und zählte in Gedanken bis 3, dann drehte er sich schnell um und richtete die Waffe Richtung Haustür.
Er sah die Mädchen kniend am Boden sitzen. Sie waren alleine. Emma war voller Blut. Sie hielt ihre Hände fest auf ihren Bauch gepresst.
“Er hat auf mich geschossen.” schrie Emma zittrig. Sie sah Hotch mit aufgerissenen Augen an.
Hotch steckte seine Waffe wieder weg. Er ging eilig auf Emma zu und hockte sich neben sie.
“Helen, kommen sie schnell,” rief er ihr zu. “Emma braucht ihre Hilfe.”
Dann wandte er sich den Kindern zu. Judy weinte bitterlich.
Helen kam aufgeregt angerannt. Wie konnte jemand am helllichten Tag auf ihre Tochter schießen, wo doch das Haus von der Polizei observiert wurde? Wie schlimm würde es sein?
Sie musste sich sehr zusammen reißen, um nicht durchzudrehen oder ohnmächtig zu werden.
Ihr gesamter Körper war taub. Sie stand irgendwie neben sich, sah sich handeln, hörte sich reden. Sie war so verzweifelt. Alles geschah wie in Trance.
Helen bückte sich über ihre Tochter Emma.
Hotch versuchte indessen Emmas Schusswunde zu finden, aber sie hielt ihre Hände so fest an den Bauch gepresst, das Hotch, der ja nur seinen gesunden Arm benutzen konnte, keine Chance hatte.
Als er Helen neben sich bemerkte, stand er auf und nahm sein Handy, um den Notruf zu wählen.
Plötzlich fing Emma laut an zu lachen. Helen und Hotch schauten sich überrascht an.
“Sie steht unter Schock.” murmelte Helen.
Emma lachte und lachte und nahm ihre Mutter in den Arm: “Happy Halloween Mum!”

Hotch konnte es nicht glauben. Er trat einen Schritt zurück. Er war fassungslos. Wie konnte Emma das ihrer Mutter antun? Das war doch nicht ihr Ernst?
Ihre Mum und ihre kleine Schwester so zu erschrecken. Und das, ausgerechnet jetzt, wo die Familie von einem Fremden bedroht wurde.
Helen sah ihre Tochter erschüttert an. “Emma, wieso tust du uns das an? Damit macht man keinen Spaß, schau wie Judy weint.” Sie war so wütend und entsetzt, das sie Emma eine Ohrfeige verpasste.
Dann schnappte sie sich Judy, nahm sie in den Arm und ging wortlos mit ihr ins Wohnzimmer.

Hotch stand immer noch regungslos vor Emma und sah sie verächtlich an.
“Wie konntest du das deiner Mutter nur antun? Du weißt doch, was hier los ist. Jemand bedroht euch, jemand hat versucht deine Schwester zu entführen. Und du hast nichts besseres zu tun, als deine Mum auf diese Art und Weise zu erschrecken, um sie daran zu erinnern, das heute Halloween ist?”
Hotch sprach ganz ruhig, aber streng zu ihr.
Emma rieb sich die Wange, sie war ganz rot von der Ohrfeige ihrer Mutter.
“Wer sind SIE eigentlich? Haben sie das recht sich darin einzumischen?” fragte sie zweiflerisch.
“Ich bin vom FBI.”
Emma verdrehte die Augen. “FBI…” äffte sie ihn spöttisch nach.
“Hör zu, Emma, ich habe eigentlich nicht das Recht mich da einzumischen, da muss ich dir zustimmen, aber ich bin hier um euch zu unterstützen und euch zu helfen. Ihr müsst aber auch als Familie zusammen halten. Sonst funktioniert das hier alles nicht.“
Emma lachte verbittert: “Familie? Wir sind lange keine Familie mehr. Erzählen sie mir bloß nichts über Familie.“ Ihr Blick sah nun schmerzlich aus.
Hotch versuchte ihren Spruch zu ignorieren, wusste aber insgeheim, dass er nachforschen musste, warum der Teenager so dachte: “Ich schlage vor, du entschuldigst dich ausgiebig bei deiner Mum und wir sprechen nicht mehr darüber.”
Er sah Emma erwartungsvoll an.
“ICH soll mich bei IHR entschuldigen? Das ich nicht lache. SIE hat MICH geschlagen. Sie hat mich noch NIE geschlagen, aber jetzt ist sie zu weit gegangen. Ich lasse mich nicht prügeln.”
Sie polterte die Treppe hinauf und ging in Ihr Zimmer.
‘Den Türknall hat man wahrscheinlich bis Europa gehört‘, dachte Hotch und schüttelte den Kopf, während er seufzend zu Helen und Judy ins Wohnzimmer ging.

eigentlich wollte ich Kapitel 5 erst in ein paar Tagen posten, aber auf drängen einer bestimmten Userin *zwinker-zu-Klia* mache ich es jetzt schon... *knuddel*


Kapitel 5: Memories of Haley

Helen saß auf der Couch, Judy auf ihrem Schoß. Sie waren immer noch sehr geschockt darüber, was Emma unter “Halloween Scherz” verstand. Beide umarmten sich fest und starten wortlos ins Leere.
Hotch setzte sich vorsichtig neben die Beiden. Er sagte nichts, sondern saß einfach nur da.
Es vergingen einige Minuten. Aaron Hotchner wusste, das es besser war, jetzt nichts zu sagen, aber trotzdem da zu sein.
Irgendwann stand er auf und stellte den Auflauf, der immer noch unangetastet auf dem gedeckten Esstisch stand, in den Backofen. Er schaltete den Backofen ein und rührte den Salat noch einmal um.
Plötzlich spürte er eine Hand auf seinem Arm und drehte sich um.
Es war Helen, die ihn dankend ansah “Mr. Hotchner, ich muss mich für Emma entschuldigen. Sie ist momentan in einer schwierigen Phase. Ich schätze, es ist das Alter und - naja - und die Pubertät. Sie haben mir immer noch nicht verraten, wie alt ihr Kind ist?”
“Jack ist 4.” antwortete Hotch, während er sich an den Tisch setzte.
“Erst 4? Wow. Und ich dachte ihr Kind wäre in dem Alter, wie meine Große. Wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten,” lächelte sie und fügte hinzu, “damit will ich nicht sagen, dass sie alt aussehen.”
Hotch lachte leise. “Wir haben halt spät angefangen.”
“Ist ihre Frau nicht sauer, wenn sie mit ihrem gebrochenen Arm arbeiten, obwohl sie doch sicherlich krank geschrieben sind?” fragte Helen neugierig.
Hotch blickte aus dem Fenster. Es regnete.
“Wissen Sie, Helen, meine Frau interessiert es nicht mehr, wann ich wo bin und was ich tue.”
Helen schluckte schwer. “Das tut mir leid, sind sie getrennt?”
“Ja. Das sind wir …schon länger. Ich komme klar, bitte kein Mitleid.”

Hotch sah wieder aus dem Fenster. Der Regen wurde stärker.
Er dachte an Jack. Was er jetzt gerade wohl machen würde? Er sah auf die Uhr: 14.30 Uhr. Ob es in Washington D.C. auch regnete? Ob Jack im Kindergarten war, oder war er zuhause? Ob Haley noch an ihn dachte, oder hatte sie ihn tatsächlich vergessen?
Nach 15 Jahren Ehe, einfach so.
Hotch überlegte, ob er Haley noch liebte? Er wusste es nicht. Wahrscheinlich eher nicht, nach allem, was passiert war. Aber hassen tat er sie auch nicht. Er verspürte nur Abneigung, fast Ekel.
Was würde er tun, wenn sie sich entschuldigen würde? Sie hatte ihm sehr weh getan.
Sie und sein heuchlerischer, bester Freund. Er würde ihr nie wieder vertrauen können.
Es war vor etwa einem Jahr. Haley dachte, das Aaron noch in Seattle war. Normalerweise rief er sie immer an, wenn sie nach Hause flogen, aber diesmal wollte er sie überraschen. Er hatte Rosen und eine Flasche Rotwein gekauft und schlich sich leise in sein Haus. Was er dann sah, war ein Riesen Schock für ihn. Haley lag mit Peter, seinem besten Freund im Bett und sie hatten Sex.
Die Flasche Rotwein glitt ihm aus der Hand. Sie zerschmetterte laut klirrend auf dem Parkettboden. Er stand da wie benebelt. Es war wie ein verdammter Albtraum.
Haley hatte ihn nur mitleidig angesehen. Sie machte keine Anstalten ihm irgendwas zu erklären oder sich zu entschuldigen. Sie packte ihre Sachen und verließ ihn.
Haley zog mit Jack zu Peter. Später erfuhr er, dass das mit Haley und Peter schon einige Monate ging. Aaron konnte es nicht fassen. Wieso?
Um der Trauer zu entkommen flüchtete er immer tiefer in seine Arbeit.
Er hatte lange gebraucht um einigermaßen darüber hinweg zu kommen.
Mittlerweile sprachen sie zwar miteinander, aber niemals darüber, warum es so kam, wie es gekommen war.
Eigentlich ging es nur um Jack, wenn sie sich mal unterhielten.

Das Handyklingeln brachte Hotch zurück in die Gegenwart.
Er schaute auf das Display. Es war Reid. “Hi Reid, alles klar bei Euch?”
“Hotch, wir haben auf dem Brief keine Spuren gefunden..”
“Moment, warte.” Hotch stand auf und ging aus der Küche. Er wollte nicht, das Helen etwas mitbekam, er wollte ungestört mit Reid sprechen.
Helen schaute Hotch nervös hinterher. Ob sie ein Spur hatten? Hatten sie vielleicht sogar einen Verdächtigen? Sie war gespannt, was Hotchner ihr gleich sagen würde.
Um sich abzulenken, holte sie die Auflaufform wieder aus dem Ofen. Das Essen war jetzt wieder warm. Sie überlegte, ob sie Judy hochschicken sollte, um Emma herunter zu rufen. Dann entschloss sie sich aber selbst hoch zu gehen um mit Emma zu reden.

“OK Reid, Schieß los. Was habt ihr?”
“Wie gesagt, an dem Brief war nichts auffälliges.”
“Reid, sag mir, das ihr irgendwas anderes habt.”
“Hotch, was soll ich dir sagen? Wir waren noch mal am Tatort, ich meine den Ort, wo der Typ versucht hat das Mädchen zu entführen. - Auch da haben wir nichts auffälliges gefunden. Keine Reifenspuren, nichts. - Was gibt’s bei dir neues? Hast du schon ein Profil von Dr. Jefferson?”
“Naja, ich bin erst 2 Stunden hier. Ich kann noch nicht viel sagen, außer das sie große Angst hat, unsicher ist, Hilfe braucht. Ich werde auf jeden Fall hier bleiben. Sie vertraut mir und sie ist unsere einzige Verbindung zum Täter. Durch sie können wir ihn finden.”
“Ok Hotch, was sollen wir tun?”
“Leider können wir nur abwarten. Ach, Reid, Moment, ich habe eine Aufgabe für dich…”
Hotch grinste. “Ich brauche einen FBI Ausweis.”
Reid hielt das Handy ein wenig weg und schaute es fragend an: “Was? Hast du deinen verloren?”
“Ich brauche einen Ausweis auf den Namen Judy Jefferson. Ein Bild schicke ich dir mit dem Handy.”
Reid verstand nur Bahnhof. “Hotch, ist alles ok mit dir?”
“Ja, alles ok. Ich meine ja auch keinen richtigen Ausweis. Er ist für ein Kind, aber er sollte schon ein wenig echt aussehen. Ach, du machst das schon. Ich brauche ihn so schnell wie möglich. Grüß die Anderen.”


Kapitel 6: Welt der Astronomie

Helen klopfte an Emmas Tür. “Emma, kann ich reinkommen?”
Keine Antwort. Helen öffnete die Tür. Emma saß auf ihrem Bett. Die Beine unters Kinn gezogen. “Liebling. Es tut mir leid. Ich wollte dich nicht schlagen. Ich war so wütend. Bitte verzeih mir.” Sie ging auf ihre Tochter zu, setzte sich vor sie aufs Bett.
“Mum, lass mich in Ruhe. Verschwinde, raus aus meinem Zimmer.”
Emma sah ihre Mutter nicht mal an.
“Wenn du Hunger hast, das Essen ist fertig. Ich kann dir auch was hoch bringen, wenn du heute nicht mit uns essen willst.”
Emma antwortete nicht und Helen verließ das Zimmer.
Es hatte heute keinen Sinn mit ihr zu reden. Sie wollte es morgen wieder versuchen.

Als Helen die Treppe hinunter ging, sah sie, dass Agent Hotchner und Judy schon aßen.
Sie blieb einen Moment stehen und beobachtete die Beiden unauffällig.
“Das Essen ist gut, mh? Deine Mum kann gut kochen. Schmeckt es Dir auch Judy?”
“Ja. Was Mum kocht ist immer lecker.”
Helen flog ein Lächeln über die Lippen. Es tat gut zu wissen, das ihre kleine Tochter sie so schätzte.
“Bist du sauer auf deine Schwester?”
“Nein. Sie hat es nicht böse gemeint. Es war dumm von ihr, aber sie ist lieb, sie wollte das so nicht, das weiß ich. Wirst du sie verhaften?”
Hotch musste wieder lachen, die Kleine war wirklich goldig.
“Natürlich nicht. Judy, ich werde niemanden von euch verhaften. Ich bin doch hier um euch zu helfen, verstehst du?”
“Wie heißt du eigentlich?”
“Mmh,” Hotch dachte nach. “Sag einfach Aaron, ok?”
Judy nickte grinsend. “Aaron, was hältst du davon, wenn wir nach dem Essen was spielen? Mir ist so langweilig.”

“Was? Du willst mit mir spielen? Meinst du so was wie Monopoly oder Yahtzee? “ schmunzelte Hotch.
“Ja, aber am liebsten spiele ich verstecken oder Memory. Was spielst du gerne?”
“Ach, weißt du Judy. Ich habe schon so lange nichts mehr gespielt, das ich es gar nicht weiß. - Wo bleiben denn Emma und deine Mum? Willst du mal oben nachsehen?”
In dem Moment betrat Helen das Esszimmer.
Hotch sah sie erwartungsvoll an. “Und? Alles ok zwischen ihnen und Emma?”
“Nein, Mr. Hotchner. So schnell geht das nicht. Sie ist sauer, wegen der Ohrfeige.”
Helen setzte sich seufzend an den Tisch.
“Das wird schon wieder. Schlafen sie beide eine Nacht darüber und versuchen es morgen noch einmal.”
Helen lächelte zuversichtlich “Ja, das werden wir.”
“Mum, spielen wir gleich was zusammen?”
Sie sah auf die Uhr, es war schon spät.
Hotch sah Helen fordernd an und antwortete für sie: “Judy, ich mach dir einen Vorschlag. Magst du Gute-Nacht-Geschichten?”
Judy strahlte: “Oh ja.”
“Gut. Deine Mum und ich, wir müssen noch was wichtiges besprechen.
Wenn du damit einverstanden bist, dass wir morgen zusammen spielen, dann lies ich dir gleich eine Geschichte vor. Ok? Und du darfst entscheiden welche.”
Judy musste nicht lange überlegen: “Super. Ich freu mich. Liest du mir dann die Geschichte vom Mr. Robinson vor? Er ist ein Kater und….”
Hotch beugte sich zu Judy hinüber und griff ihr an die Schulter: “Judy, pssst. Verrate nicht alles. Ich werde sie dir gleich vorlesen. Versprochen.”
Judy gab Helen einen Gute- Nacht - Kuss und ging nach oben um sich bettfertig zu machen.
“Ist das ok, wenn ich ihrer Tochter was vorlese?”
Helen sah sehr müde aus und Hotch dachte, das sie ein wenig Unterstützung gebrauchen könnte.
“Ja, das ist lieb von ihnen, danke.”
Hotch folgte Judy nach oben. Helen schätzte ihn sehr. Sie kannte ihn nicht wirklich, aber er war ihr irgendwie vertraut. Und Judy mochte ihn, das merkte man gleich.
Helen stand auf und ging mit dem schmutzigen Geschirr in die Küche um es in den Geschirrspüler zu räumen.

Als Hotch wieder herunter ins Wohnzimmer kam, saß Helen auf der Couch.
Sie hatte ihre Schuhe ausgezogen und ihre Beine hochgelegt. Sie sah ihn nachdenklich an.
“Haben sie was gefunden? - Ihre Kollegen? Haben sie was?”
Hotch seufzte. “Nein, leider nicht. Wir sind auf sie angewiesen, Helen. Erzählen sie mir, was in den letzten Monaten so passiert ist in ihrem Leben.”
“Wie meinen sie das? Wollen sie mein Tagebuch? Da steht alles drin. Wenn sie mich ausspionieren wollen, bitte, tun sie sich keinen Zwang an.” bemerkte sie sarkastisch.
“Bitte, Helen, was soll das? Wieso greifen sie mich an? ICH WILL IHNEN NUR HELFEN! Wenn sie meine Hilfe und die Hilfe meines Teams nicht brauchen, bitte, dann fahr ich nach Hause, Es ist nicht so, das ich kein anderes Leben hätte. Auch wenn ich keine Familie mehr habe, so habe ich doch genug außerhalb des FBI zu tun, ob sie’s glauben oder nicht.”
Hotch sprach ruhig, aber man konnte an seinem Tonfall erkennen, das er langsam sauer wurde.
Helen klang verzweifelt: “Ich sagte ihnen bereits, das ich nichts schlimmes getan habe. Ich kann ihnen nicht helfen.”
“Was ist in ihrem Leben passiert, woran sie sich öfters erinnern, als an anderen Sachen. Jeder Mensch erlebt doch Dinge, die ihm besonders in den Gedanken hängen bleiben. Die Geburt des Kindes zum Beispiel, oder die erste große Liebe. Da gibt es aber auch negative, schlimme Sachen, die man einfach nicht vergessen kann.”
Helen schaute Hotch traurig an. Sie stand auf und holte eine Flasche Rotwein. “Auch einen?”
“Weichen sie mir nicht immer aus und beantworten sie mein Frage.”
Da Hotch nicht auf ihre Frage geantwortet hatte, nahm sie 2 Weingläser aus der Vitrine und stellte sie auf den Tisch. Hotchner sah sie, auf- Antwort- wartend, an.
“Mein Mann Marcus. Er kam vor 5 Jahren ums Leben.” Helen schenkte den Wein in die Gläser. “Ich war immer dagegen, aber er hat nicht auf mich gehört. Er liebte das Motorrad fahren. Und er raste gern. Ich habe ihm so oft gesagt, das ihn das eines Tages umbringen würde.” Helen schloss die Augen und lächelte bitter.
“Er war meine große Liebe. Und plötzlich war er fort, einfach so. Mein Mann, der mir immer Kraft gab, der mich stützte, mich liebte. Der Vater meiner Kinder. Emma wird bis heute nicht mit seinem Tod fertig. Sie war 12 als er starb. Judy kann sich nicht mal mehr an ihn erinnern. Sie war ja erst 2. Es war so eine schreckliche Zeit. Mittlerweile kann ich gut damit umgehen. Mit der Zeit lernt man es.”
Helen hielt Hotch ein Glas Wein hin “Cheers.”
“Eigentlich bin ich ja im Dienst” murmelte Hotch.
“Ja, aber im Grunde sind sie doch krank geschrieben.” schmunzelte Helen.
Hotch grinste und trank einen Schluck.
“Emma fehlt die männliche Bezugsperson. Das hat nichts mit ihnen zu tun, Helen. Machen sie sich da bloß keine Vorwürfe. Als mein Vater starb, da war ich 10. Er fehlte mir sehr, aber dennoch liebte ich meine Mutter über alles. Emma braucht sie. Auch wenn sie momentan etwas schwierig ist. Allzu oft ist es nur ein Schrei nach Liebe. Sie sagte mir heute Mittag, das sie schon lange keine Familie mehr seien. Was meinte sie damit?”
Helen sah ihn fassungslos an: “Das hat sie gesagt? Wir wären keine Familie?
Aber ich tu doch wirklich alles für die Kinder. Es fehlt ihnen an nichts. Sie können ihren Hobbys nachgehen. Sie haben moderne Kleidung, bekommen genug zu Essen, was will sie denn noch? Das ihr Vater tot ist, dafür kann ich nichts.”
“Wenn sie nichts dagegen haben, dann rede ich morgen mal mit ihr, ok?”
Hotch überlegte kurz, wie er Helen wieder auf das eigentliche Thema zurück lenken konnte.
“Also, der Tod ihres Mannes ist so eine Sache, die sie beschäftigt. Das kann ich gut verstehen. Und sonst? Was beschäftigt sie noch?”
“Ich bin Notfall-Ärztin, Mr. Hotchner. Ich sehe Dinge, Menschen, Körper, Wunden, Leichen, die einem oft nicht mehr aus dem Kopf gehen. Ich denke, sie wissen, was ich meine?”
Sie sah Hotch prüfend an. Er nippte an seinem Glas und nickte bedächtig.
“Ja, Helen, ich weiß was sie meinen. Haben sie jemanden, mit dem sie darüber reden können?”
“Ja, aber es ist keine Person, zählt das trotzdem?” Helen versuchte etwas Witz in die ernste Unterhaltung zu bringen.
Hotch sah sie grübelnd an “Keine Person? Mit wem reden sie? Mit dem Hund? Mit Gott?”
Helen wurde augenblicklich wieder ernst und sah an die Zimmerdecke.
“Mit den Sternen. Wann immer ich Kummer habe, gehe ich hinauf zu den Sternen.”
“Sie gehen hinauf zu den Sternen?” Hotch sah sie fragwürdig an.
Helen stand auf und nahm Hotch an die Hand. “Kommen sie, ich zeige es ihnen.”
Hotch folgte ihr die Treppe hinauf bis zu der Etage, wo sich die beiden Kinderzimmer, das Schlafzimmer, das Gästezimmer und das Bad befanden.
Dann stiegen sie noch eine schmale Treppe nach oben zum Dachboden.
Hotch sah sich um: ”WOW. So was habe ich ja noch nie gesehen.” Er war sprachlos.
“Hier würde ich auch mit den Sternen reden,” witzelte er.
Das Dach über ihnen war zur Hälfte nach oben hin verglast. Auf dem Boden unter der Verglasung lag eine riesige Matratze, da konnte man bequem mit 4 Personen drauf schlafen. Auf der Matratze befanden sich viele Kissen und Decken. Vor dem großen Fenster stand ein Teleskop. Hotch hatte nicht viel Ahnung von Teleskopen, aber es musste ein sehr wertvolles, teures Teil sein, schätze er. Der Raum war dunkel und gemütlich.
Helen legte sich auf die Matratze und schaute in den Sternenhimmel. Sie klopfte mit ihrer Handfläche auf den Platz neben sich “Kommen sie, Mr. Hotchner, ich stell sie ihnen vor.”
Hotch zögerte einen Augenblick, aber den Anblick des Sternenhimmels wollte er sich nicht entgehen lassen. Er legte sich neben Helen, achtete aber darauf, das noch so viel Platz zwischen ihren Körpern war, das gemütlich noch jemand zwischen sie gepasst hätte.
“Kennen sie sich aus in der Astronomie, Mr. Hotchner?”
“Nein, leider überhaupt nicht. Aber ich bin mir sicher, das ich gleich einiges lernen werde,” lachte er.
“Das da, das ist der große Wagen, und das ist der Kleine. Mr. Hotchner, welches Sternzeichen sind sie?”
“Krebs, ich habe ihn noch nie gesehen. Am Himmel, meine ich,” antwortete Hotch interessiert.
Helen streckte ihre Hand aus, um Hotch die Position seines Sternzeichens zu zeigen.
“Der Krebs ist das vierte und unauffälligste der zwölf Tierkreiszeichen. Es wird von den Sternbildern Luchs, Zwillinge, Kleiner Hund, Löwe und Kleiner Löwe umschlossen. Die beste Beobachtungszeit ist eigentlich Ende Januar und Anfang Februar."
Sie schaute Hotch kurz an: "Jetzt Anfang November ist er etwas schwer zu erkennen, aber sie sehen ihn doch, Mr. Hotchner, nicht wahr?"
Hotch war so versunken, in dem prächtigen Sternenbild, das er nicht weg sehen konnte, und so nickte er nur und flüsterte leise: ”Ja.”
“Im Altertum erreichte die Sonne in diesem Sternbild den höchsten Punkt ihrer nördlichen Bahn, der den astronomischen Sommeranfang auf der Nordhalbkugel symbolisiert. Man nennt es den Sommersonnenwendepunkt.”
Hotch hörte Helen gespannt zu, wie sie ihm die Sternbilder erklärte, sie redete und redete, als wäre ihr Job nicht Ärztin, sondern Astronautin.
Sie tranken noch ein Glas Wein und schauten lange in den dunklen, sternenvollen Himmel. Es war sehr interessant und Hotch wurde sehr müde. Seine Augen wurden immer schwerer.

Kapitel 7: Unerwünschte Post

Hotch öffnete die Augen. Da war er wieder, der Sternenhimmel.
Jetzt waren allerdings einige Wolken dazu gekommen, trotzdem war der Anblick einfach nur traumhaft.
Er sah auf seine Uhr. 03.30 Uhr. Sie waren gestern Abend irgendwann eingeschlafen.
Er schaute nach links. Da lag Helen und schlummerte.
Hotch dachte über sie nach. Sie war eine bemerkenswerte Frau.
Er war verblüfft über ihre Sternenkenntnis. Wie konnte eine Medizinerin so viel über Astronomie wissen? Sie hatte ihm gestern erzählt, das es ihr größter Wunsch wäre irgendwann mal zum Mond zu fliegen. Hotch erwähnte, das sein Wunsch - Reiseziel da wesentlich bescheidener wäre. Dann entschieden beide, das man am Nordpol sicher auch den Sternen sehr nah wäre und sie alberten herum, ob der Weihnachtsmann in einem Iglu wohne oder in einem normalen Haus. Hotch hatte lange nicht mehr so gelacht und sich so wohl gefühlt, wie gestern Abend mit dieser Frau. Er mochte sie sehr gerne.
Irgendwie hatte er das Gefühl, sie schon ewig zu kennen. Sie war ihm so vertraut.

Er stand auf und ging die Treppen hinunter zum Bad, da hörte er unten Geräusche.
Er wollte seine Waffe greifen, bemerkte aber dann, das er sie oben auf dem Dachboden liegen gelassen hatte. Er schlich noch mal schnell nach oben, um sie zu holen.
Als er die Treppen hinunter schlich, sah er, dass in der Küche Licht brannte.
Dann hörte er ein Kind summen. Er atmete erleichtert auf - es war Judy.
“Hi Judy, was machst du denn morgens um halb 4 hier in der Küche?”
“Aaron,” Judy stürmte auf ihn zu und umarmte ihn. “Ich dachte du wärest schon weg. Ich war in unserem Gästezimmer und da schlief niemand. Wo hast du denn gesteckt?” fragte sie altklug.
Aaron räusperte sich und entschloss sich, der Frage lieber auszuweichen.
“Hast du Durst, Judy?”
“Machst du mir eine heiße Schokolade?”
“Wenn du mir sagst, wo ich alles dafür finde.”
Hotch machte zwei heiße Kakaos und sie setzten sich gemeinsam vor den Kamin im Wohnzimmer.
“Mmh, der ist aber lecker.” lobte Judy.
Hotch lächelte. “Sag mal, verstehst du dich gut mit deiner Schwester?”
Judy kniff die Augen zu, als würde sie scharf nachdenken. “Ja, eigentlich schon. Ich liebe Emma, aber ich mag es nicht, wenn sie und Mum sich immer streiten.”
“Wieso streiten sie?”
“Emma sagt immer, als Dad noch lebte, da war alles besser. Sie ist sauer, weil Mum so wenig Zeit für uns hat und immer nur arbeitet.”
Hotch seufzte “Und wie siehst du das?”
“Ich weiß nicht, wie es mit Daddy war. Ich war noch zu klein, kann mich nicht mehr richtig erinnern. Bist du auch ein Daddy?”
“Ja, bin ich. Mein Sohn heißt Jack und er ist 4.”
“Hast du ein Foto von ihm?”
“Moment, Judy,” Hotch nahm seine Brieftasche und holte ein Foto von Jack heraus.
“Das ist er - Jack, mein kleiner Liebling.” Hotch lächelte verbittert.
Er sah den kleinen so selten, wahrscheinlich sah er wieder anders aus, als auf diesem Bild.
In dem Alter wuchsen und lernten sie so schnell.
Judy lachte schelmisch: “Er sieht aus wie du.”
“So, Kleine, ich bring dich jetzt wieder ins Bett. Es ist gleich 4 Uhr. Wir sollten beide noch was schlafen.”
Er brachte Judy ins Bett und schlich dann wieder hinauf auf den Dachboden, um sich wieder hinzulegen.

Er beobachtete ein Flugzeug, das allen Anschein nach in die Einflugschneise flog. Wahrscheinlich würde es gleich landen.
‘Ob man durch das Teleskop die Fluggesellschaft erkennen konnte?’ überlegte Hotch.
Er war gar nicht mehr richtig müde, also stand er auf und sah durch das Teleskop.
Er konnte nichts dadurch erkennen. Da war wohl ein Trick bei.
Er wollte nicht eigenmächtig an dem Teleskop herum fummeln.
“Dann eben nicht” flüsterte er sich selber zu und legte sich leise seufzend wieder auf die Matratze.
Er starrte wieder in den Himmel. Er sollte wohl besser mal über den Grund nachdenken, warum er eigentlich hier war.
Er hatte nicht viel mehr erreicht, als gestern. Er dachte über den Brief nach.

“MRS. DR. JEFFERSON, STEHEN SIE ENDLICH ZU DEM, WAS SIE MIR ANGETAN HABEN. ES IST ZEIT FÜR DIE WAHRHEIT.”

Was könnte der Verfasser meinen? Hotch glaubte nicht daran, das Helen etwas schlimmes getan hatte. Er mochte sie und er war sich sicher, das sie ein guter Mensch war.
Nachher musste unbedingt mit ihr darüber reden. Es konnte doch nicht sein, das sie nichts in der Hand hatten, dass ihnen nichts einfallen würde…. Verdammt.
Er schloss die Augen und dachte an seinen Sohn…..


Helen streckte sich. Sie öffnete die Augen. Um Himmels Willen, sie waren hier oben eingeschlafen. Sie drehte ihren Kopf zur Seite um nach der Uhrzeit zu sehen.
Schon 9.00 Uhr. Glücklicherweise war heute Samstag. Die Kinder hatten frei.
Sie blickte auf Aaron Hotchner. Er schlief noch.
Helen musste lächeln. Er war wirklich süß, wie er so dalag. Sie merkte, dass ihr Herz ein wenig schneller schlug als sonst und das sie ein seltsames Gefühl im Bauch hatte.
Sie war doch nicht etwa dabei, sich in ihn zu verlieben? - Um diesen Gedanken so schnell wie möglich zu vergessen, stand sie auf und flitzte leise die Treppen hinunter zur Küche.
Sie machte Kaffee, schaltete den Ofen ein und holte gefrorene Brötchen aus der Truhe.
Dann deckte sie den Tisch.
Während die Brötchen backten und der Kaffee durch die Maschine floss, sah sie hinaus auf die Straße. Eigentlich war es ein schöner 1. November. Die Sonne schien und es waren nur wenige Wolken am Himmel. Gestern hatte es noch den ganzen Abend geregnet, bis es sich dann gegen 9 erst aufklarte. Deshalb waren wohl so wenige Kinder an die Türe gekommen, mit ihren Halloween Kostümen.
Jetzt stand wieder Thanksgiving und Weihnachten bevor.
Wie schnell so ein Jahr doch verging.
Die Backofen-Uhr ertönte. Sie holte die Brötchen heraus und platzierte sie in einem Korb auf dem Tisch.
Dann sah sie, wie der Zeitungs-Junge die Zeitung in hohem Bogen, auf seinem Fahrrad sitzend, in den Vorgarten warf.
Helen wollte die Zeitung sofort herein holen und zog sich einen Mantel über.
Dann ging sie noch einmal in die Küche um eine Thermoskanne mit Kaffee zu füllen und ging nach draußen.
“Morgen Mam, alles ok bei ihnen?” riefen die Streifenpolizisten aus ihrem Wagen.
“Ja, vielen dank. Ich habe hier was warmes für sie,” sie hielt ihnen die Thermoskanne hin.
Die Beiden freuten sich und rieben sich die Hände. Es war eisig kalt heute.
“Ich bringe ihnen gleich noch was zu essen,” erwähnte Helen.
“Nicht nötig, Mam, wir haben Bagels, danke. Aber den Kaffee nehmen wir gerne.”
Helen zwinkerte den Polizisten zu und drehte sich herum, sie bückte sich, hob die Zeitung auf und ging zurück ins Haus.

Als sie die Zeitung aufschlug, sah sie einen Brief, der mit ausgeschnittenen Buchstaben beklebt war. Ihr Herz schlug bis zum Halse.

“DR. JEFFERSON, ICH HABE NICHTS MEHR ZU VERLIEREN. SIE HABEN MIR ALLES GENOMMEN, WAS ICH LIEBTE. ICH WERDE MICH RÄCHEN, FRÜHER ODER SPÄTER …… SIE KÖNNEN MICH NICHT AUFHALTEN”

Helen rannte die Treppen hinauf und schrie: “Mr. Hotchner, Aaron, Aaron, werden sie wach, stehen sie auf…”
Als sie oben ankam, saß er auf der Matratze und sah etwas verwirrt aus. Er war wohl gerade erst wach geworden und musste sich erst einmal sortieren.
Er blickte in Helens panische Augen: “Helen, was ist los? Was ist passiert?”
Sie hielt ihm wortlos den Brief hin. Als Hotchner sah, um was es sich handelte, fasste er den Brief an, als wäre er vergiftet, nur mit den Fingerspitzen.
Helen konnte sich denken, das er es wegen der Spuren machte. Vielleicht war noch was Brauchbareres an Fingerabdrücken, oder sonstiges, auf dem Brief zu finden.
Hotch las den Brief immer wieder:

“DR. JEFFERSON, ICH HABE NICHTS MEHR ZU VERLIEREN. SIE HABEN MIR ALLES GENOMMEN, WAS ICH LIEBTE. ICH WERDE MICH RÄCHEN, FRÜHER ODER SPÄTER …… SIE KÖNNEN MICH NICHT AUFHALTEN”

Hotch sah erfreut aus, Helen konnte es nicht glauben.
“Was ist los mit ihnen, Aaron? Wieso schmunzeln sie?”

Kapitel 8: Frank Hamilton

Helen konnte es nicht fassen, dass er tatsächlich lächelte.
“Aaron, was soll das? Ich dachte, sie seien auf meiner Seite. Und jetzt sitzen sie hier und lachen, während ich mir Sorgen um meine Kinder und mein Leben machen muss.”
“Beruhigen sie sich, Helen. Natürlich bin ich auf ihrer Seite. Aber was ich hier in diesem Brief erkennen kann, ist so wertvoll für unsere Ermittlungen, das können sie sich nicht vorstellen. Ich habe gehofft, dass der Täter sich noch mal meldet und nun ist es geschehen. Ohne diesen Brief hätten wir noch länger im Dunkeln getappt.”
Helen verstand nur halbwegs was Hotch da redete.
“Wo haben sie diesen Brief gefunden, jetzt sagen sie mir nicht, der war im Briefkasten.”
“Nein, er lag zwischen meiner Zeitung.”
“Zeitung,….. Der Typ ist gar nicht so doof. Den Brief in den Briefkasten zu stecken, war ja aufgrund der Streifenpolizisten unmöglich, verstehen sie, Helen? Der Zeitungsjunge….”
Hotch eilte die Treppen hinunter und griff zum Telefon.
Helen sah ihm nur verwundert hinterher ‘Der Zeitungsjunge’??? Was meinte Agent Hotchner damit? Wieso sollte der Zeitungsbote so was schreiben? Sie kannte ihn doch noch nicht einmal.

Hotch tippte auf seinem Handy herum.
“Garcia, sie müssen etwas für mich herausfinden.”
“Guten Morgen, Hotch,” betonte Garcia extra deutlich. Sie mochte es nicht, wenn sie nicht mal begrüßt wurde, sondern jemand sofort mit der Tür ins Haus fiele.
Hotch bemerkte sofort, was los war.
“Guten Morgen, Garcia, tut mir leid. Also, ich muss wissen, wer in der Allington Road 77 in Queens die ‘New York Times’ verteilt. Schnell.”
Garcia brauchte nicht lange um ihrem Boss seinen Wunsch zu erfüllen.
“Frank Hamilton” Garcia gab Hotch die Adresse des Zeitungsverteilers durch.
“Ich danke ihnen Garcia, sie leisten gute Arbeit.”
“Ach, Hotch, Reid hat mir gesagt, sie brauchen einen Ausweis. Naja, einen unechten, der fast echt scheint. Ich habe ihn fertig, soll ich ihn an Familie Jefferson schicken?”
“Ja, das wäre nett.”
“Wie geht es Ihnen, Chef? Und ihrem Arm?”
“Ganz gut. Sorry, Garcia, ich habe keine Zeit für Smalltalk. Wenn wir den Fall hinter uns gebracht haben, dann gehen wir mal alle gemeinsam essen, ok?”


Er wählte erneut eine Nummer.
“Gideon, hier ist Hotch. Wir haben wieder einen Brief,”
Hotch erzählte Gideon, was in dem Brief stand und das er in der zusammengerollten Zeitung lag.
Dann gab er ihm die Daten des Zeitungsjungen durch.
“Jason holen sie mich hier ab, ich werde mit ihnen hinfahren.”

Hotch trank schnell eine Tasse Kaffee, bevor Gideon klingelte.
“Helen, ich muss kurz weg. Ich werde nachher wieder kommen.”
Sie blickte ihn ängstlich an.
Hotch nahm ihre Hand: “Helen, hab keine Angst, die Streife steht vor eurem Haus und ich werde so schnell wie möglich wieder zurück sein.”
Helen umarmte Hotch. Schön, dass er sie duzte. Sie drückte ihn fest an sich
“Danke für alles. Ich mag dich, Aaron.” Sie wurde verlegen.
Hotch war verblüfft. Damit hatte er jetzt nicht gerechnet. Sie sahen sich an.
Es klingelte wieder an der Haustüre.
“Bis später….”
Hotch drehte sich herum und ging zu Jason Gideon, der ihn vor der Tür erwartete.
Helen stand immer noch wie angewurzelt da und sah Hotch durchs Fenster hinterher.
Er drehte sich nicht mehr um, sondern stieg in einen silbergrauen Wagen, an dessen Steuer ein älterer Herr saß. ‘Das muss dieser Jason Gideon sein.’ dachte Helen.

“Und Hotch, haben sie was über die Frau herausgefunden? Wie ist sie so?”
Hotchner packte den Drohbrief in eine Klarsichthülle, um die Spuren daran nicht zu verwischen. Das war gar nicht so einfach, wenn man nur einen gesunden Arm hatte.
“Geben sie her, ich helfe ihnen,” Jason half ihm den Brief einzupacken.
“Sie hat nichts Schlimmes getan, da bin ich mir sicher. Sie ist unschuldig. Sie ist momentan etwas ängstlich, wegen der ganzen Sache. Sie liebt ihre Kinder und tut alles für sie. Sie ist verträumt, steht aber dennoch mit beiden Beinen im Leben. Sie ist….” Er stockte.
“Sie ist ….”
Hotch konnte Gideon nicht sagen, das Helen eine tolle Frau war, oder konnte er?
Jason Gideon beäugte Hotch kritisch. “Was?”
“Sie ist unschuldig. “ beendete Hotch den Satz verlegen.
“Hotch, verkaufen sie mich nicht für dumm. Denken sie an die Vorschriften.”
Hotch wechselte das Thema. Er wusste, das Gideon einer der besten Profiler auf der Welt war und dass er ihn längst durchschaut hatte.


Jason Gideon und Aaron Hotchner klingelten bei Frank Hamilton.
Es öffnete eine ältere, kleine Frau. “Kann ich ihnen helfen?”
“FBI, wir möchten zu Frank Hamilton.” Sie zeigten der Dame ihre Ausweise.
Die Frau war sichtlich geschockt, als sie hörte, wer sie waren.
“Ich werde meinen Sohn holen, einen Moment. Kommen sie doch kurz herein.”

Frank Hamilton staunte nicht schlecht, als das FBI vor ihm stand.
“Was wollen sie? Was habe ich getan?”
Hotch hielt ihm den Brief unter die Nase: “Sie haben diesen Brief heute morgen in Dr. Helen Jeffersons Zeitung gesteckt und sie dann in ihren Vorgarten geworfen, wie sie’s jeden Morgen tun.”
“Der Brief ist nicht von mir.”
“Das glaube ich ihnen, aber von WEM ist er? Raus mit der Sprache!”
Frank Hamilton seufzte laut.
Hotch wiederholte: “Von wem haben sie diesen Brief bekommen und den Auftrag ihn an Dr. Jefferson weiter zu leiten? Ich frage sie nicht noch mal. Wenn sie nicht reden wollen, dann machen wir es anders. Dann nehmen wir sie mit.”
Hotch sah ihn mit seinem typischen ernsten, intensiv strengen Blick an.
Hamilton wurde nervös. “Ich habe diesen Mann niemals zuvor gesehen. Er bat mich diesen Brief in Dr. Jeffersons Zeitung einzurollen.”
“Ach, und sie haben das ‘einfach so` gemacht? Sozusagen als Wohltätigkeit oder was?”
Aaron Hotchner wurde langsam sauer.
“Wie viel hat er ihnen gezahlt?” wollte Gideon von Hamilton wissen.
“10.000 Dollar.”
Hotch schluckte und sah ihn mit großen Augen an.
“Ist das ihr Ernst oder wollen sie uns verscheißern?”
Hamilton lachte. “Das ist mein Ernst. Muss ich das Geld jetzt etwa zurück geben?”
“Kommen sie, wir nehmen sie mit,” Gideon griff Hamilton an den Arm und zog ihn zur Haustüre.
“Aber wieso? Ich habe ihnen doch gesagt, das ich es nicht war.”
“Sie sollen uns aber helfen ein Phantom Bild zu erstellen.”

Kapitel 9: Psychologe Dr. Hotchner

Gideon fuhr Hotch wieder zu Helen Jeffersons Haus und fuhr dann mit Frank Hamilton zurück auf die Dienststelle der hiesigen Polizei.

Als Hotch durch den Vorgarten auf die Haustüre zuging, hörte er, wie sich drinnen jemand laut zu streiten schien.
Er hörte Emmas und Helens Stimmen.
“Du wirst nirgendwo hingehen. Das ist viel zu gefährlich.” hörte er Helen verzweifelt sagen.
“Ihr könnt mich mal, du kannst mich hier nicht einsperren Mum. Ich habe auch noch ein Leben außerhalb der Schule und dieses Hauses. Ich werde mich heute mit meinen Freunden treffen und das wirst du nicht verhindern.”
Plötzlich ging die Haustüre auf und Emma stand vor ihm.
“Emma, du solltest auf deine Mum hören.” versuchte Hotch zu schlichten. “Ich kann dich ja verstehen, aber du weißt doch, dass irgend jemand versucht…”
“Wissen Sie was, sie FBI zensiert?”
Hotch sah sie entsetzt an. Wie redete sie denn mit ihm?
Emma ging auf Hotch zu und sah ihn aggressiv an: “Ach, lecken sie mich doch!”
Sie drehte sich herum und stolzierte fort.

Einer der Streifenpolizisten stieg aus und ging auf Emma zu.
“Warten sie,” rief Hotch ihm zu. “Ich mach das schon.”
Hotchner lief Emma hinterher. “Bleib stehen.”
“Wieso sollte ich?”
Er stellte sich vor sie und versperrte ihr den Weg. Hotch sah Emma tief in die Augen.
“Willst du, das deine Mutter noch jemanden verliert, den sie liebt?”
Emma drehte ihren Kopf zur Seite und seufzte.
“Wissen sie, sie haben ja gar keine Ahnung. Woher wollen sie wissen, dass meine Mum mich liebt? Sie liebt doch nur sich und ihren blöden Job. Als Dad noch lebte, da ….“
Emma schluckte schwer. “ … ach, das geht sie gar nichts an.”
“Emma, ich will euch doch nur helfen.”
“Sie wissen doch nicht, was es bedeutet, wenn man jemanden verliert, den man liebt. Wenn sich das ganze Leben von eine auf die andere Minute verändert, einfach so. Wenn alles nur noch aus Sehnsucht und Schmerz besteht.”
“Emma, komm mit, wir gehen ein Stück.”
Er fasste sie sanft an ihrem Arm an und führte sie in die Richtung, in die er gehen wollte.
“Auch wenn du’s mir vielleicht nicht glaubst, aber ich weiß wie du dich fühlst. Ich fühle mich mein Leben lang schon so wie du.”
Emma sah ihn verwundert an. “Was meinen sie?”
Sie setzten sich auf eine Bank an einer großen Wiese.
Hotch sah sie schmerzlich an: “Als ich 10 war, da starb mein Vater. Er hat mir immer sehr gefehlt. Eigentlich habe ich mich nie gut mit ihm verstanden. Im Gegenteil. Er war Alkoholiker, er schlug mich, er schlug meine Mutter. Trotzdem fehlte er mir. Wenn er mal nicht getrunken hatte, was selten vorkam, dann war er der beste Vater der Welt. Er war einfühlsam, hilfsbereit, gut gelaunt. Wir alberten den ganzen Tag herum. Am nächsten Tag trank er wieder und er wurde zum Tyrann.”
“Hey, Mister.” Emma klopfte ihm mit der Handfläche auf den Oberschenkel. “Er war nicht der beste Vater der Welt. Auch nicht, wenn er nichts getrunken hatte. Der beste Vater der Welt schlägt weder seine Frau, noch seine Kinder. Auch nicht, wenn er betrunken ist.”
Hotch wusste, das sie recht hatte und nickte wehmütig.
“Irgendwann lernte meine Mutter einen neuen Mann kennen. Der Typ war gut zu

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