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Vergangenheit

in Fanfiction deutsch 30.08.2008 00:45
von Ran • Besucher | 901 Beiträge

Darkness schrieb:

Titel: Vergangenheit
Autor: Darkness
Teile: Prolog - Kapitel 3
Hauptcharaktere: Reid/ Gideon/ Hotch/Morgan,Garchia/JJ/Prentiss/.....
Rating: 16
Disclaimer: Ich habe keine Rechte an den Charakteren und verdiene auch keinen müden Cent damit ...Traurig, traurig..

Kurzbeschreibung: Wenn man in Wut und Trauer blind um sich schlägt, leiden meist die Unschuldigen. Reid kämpft mit seinen Dämonen und gegen einen Mann der nichts zu verlieren hat.


Ich habe diese Geschichte schon im FF gepostet, also vielleicht kennt der ein oder andere sie ja schon. Ich habe mir erlaubt die Story ein wenig zu überarbeiten. Sprich; der Prolog hier ist komplett neu. Außerdem bin ich immer noch auf der Jagd nach all meinen Tipp und Flüchtigkeitsfehlern, *seufz* ich denke einfach schneller als ich schreiben kann Embarassed
Aber ich hoffe Ihr stört Euch nicht zu sehr daran und die Geschichte gefällt Euch. Also viel Spaß damit.



Prolog



Schweißgebadet schreckte er auf, sein Herz raste in seiner Brust. Obwohl er hektisch ein und aus atmete, hatte er das Gefühl keine Luft in seine Lungen zu bekommen. Panisch tastete er in der Dunkelheit wild um sich, fand einen Schalter und betätigte ihn. Sofort war der Raum in warmes Licht getaucht. Für den Bruchteil einer Sekunde konnte er den Raum, in dem er war, nicht zuordnen. Dann gewann sein Verstand gegenüber der Panik, die Angst und den Schrecken die Oberhand. Spencer Reid sah sich um und wusste wieder wo er war.
In einem Hotelzimmer in Denver.
Er zwang sich ruhiger zu atmen, gleichmäßiger und bald stellte sich die gewünschte Wirkung ein. Die Atmung normalisierte sich, der Puls verlangsamte sich und der Herzschlag beruhigte sich wieder. Erschöpft ließ er sich in das Kissen zurückfallen. Was hatte ihn nur so erschreckt? Er ahnte es, wollte es aber gar nicht genauer wissen, schob den Gedanken daran weit weg. Er schwang seine Beine aus dem Bett und stand auf. An Schlaf war fürs erste nicht mehr zu denken. Leicht zittrig, vor Kälte wie er sich selbst versicherte, ging er ins Badezimmer, ließ sich kaltes Wasser über die Hände laufen und wusch sich das Gesicht. Ein Blick auf seine Uhr bestätigte Reid’s Verdacht, 01.30h es war mitten in der Nacht. Er hatte erst drei Stunden geschlafen. Er konnte unmöglich schon aufstehen. Widerstrebend legte er sich wieder ins Bett. Hotch hatte dem Team nach zwei durchgearbeiteten Nächten eine Zwangspause verordnet.

Seit drei Tagen arbeiteten sie an diesem Fall. Ein Unbekannter hatte schon vier Frauen entführt. Immer an einem Samstagabend waren diese Frauen verschwunden. Er vergewaltigte sie, folterte sie und tötete sie auf grausamste Weise. Er nahm sich Zeit für seine Opfer. Erst nach einer Woche, ebenfalls an einem Samstagabend, lud er die Leichen irgendwo ab. Es gab nichts mehr was diese Frauen ihm noch hätten geben könnten. Er hatte seine Lust, seinen Trieb an ihnen befriedigt. Er hatte sie ihre Seelen, ihre Schönheit, ihre Hoffnungen, ihre Träume und ihrer Zukunft beraubt. Er hatte die Angst, die Panik, namenloses Entsetzten und unvorstellbaren Schmerz in ihren Augen gesehen. Er sah wie sie zerbrachen und wie der Lebensfunke in ihren Augen erlosch, als er ihnen das Leben nahm. Danach waren sie für ihn wertlos, er warf sie weg wie Müll.
Saturday-Night Killer nannte ihn die Presse. Reid fragte sich welcher geistig unterbelichtete Reporter sich diesen Namen für dieses Monster ausgedacht hatte. Seit drei Tagen arbeiteten sie daran und jetzt steckten sie irgendwie fest. Sie hatten eigentlich genügend Hinweise, die Lösung war zum greifen nahe und dennoch unerreichbar. Vor drei Tagen war wieder eine Frau verschwunden. Die Zeit arbeitete gegen sie.

Er wusste, Hotch hatte Recht, sie hatten die Pause, den Schlaf nötig. Ein übermüdeter Verstand arbeite nicht mehr effektiv, ein wacher Geist sieht mehr, kann schneller und effizienter Zusammenhänge erkennen und herstellen. Hotch brauchte sie ausgeruht.
Seine Hand ruhte auf dem Lichtschalter, doch er brachte es nicht fertig das Licht auszuschalten. Nicht das er Angst vor der Dunkelheit hätte! Nein! Er mochte sie nur nicht. Vielleicht lag es daran, dass er im Dunkeln mit sich allein war. Nichts worauf sich seine Augen und sein Verstand hätten konzentrieren können. Nichts was ihn von sich selbst hätte ablenken können, von seinen Ängsten und Sorgen. In der Dunkelheit war er mit sich selbst konfrontiert, mit all seinen unliebsamen Gedanken, seinen Selbstzweifeln. Nein, man konnte wirklich nicht sagen, dass er ein Freund der Dunkelheit war!
Noch während Reid darüber nachgrübelte warum er die Dunkelheit ablehnte, schlief er ein. Im matten Schein der Nachtischlampe schlief er tief und fest bis zum frühen Morgen, kein Alptraum oder sonstige Schrecken der Nacht störten seinen Schlaf. Als er sich ankleidete und zur Einsatzbesprechung ging hatte er die Nacht schon verdrängt.

… Ein wacher Geist sieht mehr …Reid musste ein Schmunzeln unterdrücken. Jetzt, da sie alle ausgeruht waren, gelang es ihnen den entscheidenden Zusammenhang herzustellen. Sie hatten einen Verdächtigen! Sie hatten eine Adresse! Wenn sie Glück hatten könnte der Fall noch heute abgeschlossen werden. Reid tat es seinen Kollegen gleich, schlüpfte in seine kugelsichere Weste und folgte ihnen zu den Einsatzwagen. Langsam stieg sein Adrenalinspiegel.


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Wütend ließ er von ihr ab und zog sich seine Hose wieder an.
Sie lag still da, bewegte sich nicht. Nur die Tränen die an ihren Wangen hinunterliefen zeigten, dass sie noch am Leben war. Sie war nackt an das Bett gefesselt, dennoch spürte sie die Kälte nicht mehr. Ihr Verstand hatte sich, von dem Grauen das ihr widerfuhr, abgewandt. Sie hatte den Körper zurückgelassen und sich zurückgezogen. Zurückgezogen an den Ort, an dem sie sich schon als kleines Kind geflüchtet hatte, wenn sie voller Angst in der Dunkelheit lag und ganz sicher war, dass ein Monster unter ihrem Bett oder Schrank war. Dem Ort an den sie damals ging, wenn sie die Streiterein, das gegenseitige Anschreien ihre Eltern nicht mehr ertragen konnte. Schon früh hatte sie gelernt, dass Phantasie und Vorstellungskraft hilfreiche Verbündete waren. Donna Fisher saß in ihrem Zufluchtsort, an dem sie seit ihrer Kindheit nicht mehr gewesen war. Sie war überrascht, dass sie noch Zugang dazu hatte. Sie saß hoch oben auf einer alten großen Eiche in einem Baumhaus, inmitten einer endlos scheinenden Blumenwiese. Die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel. Alles wirkte so friedlich und ruhig. Trotzdem wusste sie genau, dass sie in diesem Keller lag. Donna wusste, spürte was dieses Monster mit ihr anstellte, hörte die Dinge die er ihr zuflüsterte, spürte wie er sie berührte, wie er sie schlug und hörte wie er sie an schrie. Doch alles war gedämpft und in weiter Entfernung. Sie wusste, wenn er genug von ihr hatte würde er sie Töten. Aber hier an der Zufluchtstätte ihrer Kindheit schien auch dies von geringer Bedeutung zu sein.

Frustriert beobachtete er die junge Frau. Sie war zu still! Sie wehrte sich nicht mehr! Er wollte ihre Angst sehen! Doch ihre Augen blickten leer zur Decke. Sie reagierte nicht mehr auf seine Berührungen. Das war absolut inakzeptabel! Normalerweise würde er sich noch etwa zwei Tage mit ihr vergnügen, aber den Spaß hatte sie ihm gründlich verdorben. Wie konnte sie es wagen, ihm dass vorzuenthalten was er brauchte, was ihm Zustand? Er wollte sie schreien hören! Wozu hatte er schließlich einen schalldichten Kellerraum? Blanker Hass stieg in ihm auf, ob sie ihn immer noch ignorieren würde, wenn er sie mit seinem Bunsenbrenner bearbeiten würde?


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Der Türrahmen splitterte, als Morgen mit voller Kraft die Eingangstüre eintrat. Sofort stürmten die FBI Agents und die örtlichen Polizeikräfte das kleine Haus am Stadtrand. Systematisch durchsuchten sie die Wohnräume. Sie waren leer. Hotch gab Morgen und Gideon stumm ein Zeichen, deutete auf die Kellertüre. Vorsichtig stiegen sie die Kellertreppe hinab. Die Waffen im Anschlag, legte Morgan eine Hand auf den Türgriff einer massiv aussehenden Metalltüre.


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Lächelnd hielt er seine Hand über den Bunsenbrenner, er konnte die Hitze spüren. Gleich würde sie ihn nicht mehr ignorieren. Gleich würde sie ihm wieder geben was er so nötig brauchte. Sie würde schreien! Mit einer schnellen Bewegung ließ er die Flamme kurz über ihre Haut streichen.

Eben noch saß sie in ihrem Baumhaus, als ein heftiger Schmerz alles in ein helles Licht tauchte. Das Baumhaus schien in sich zusammenfallen, die Sonne verdunkelte sich und die Blumenwiese verschwand. Verzweifelt versuchte Donna an ihre Zuflucht festzuhalten, vergebens. Sie war wieder in dem Keller. Sie sah den Bunsenbrenner in seiner Hand, sah, sein verächtliches Grinsen und wusste, sie würde jetzt sterben. Panik überrannte sie.

Eine Welle der Erregung durchströmte ihn als er sah wie das Leben in ihre Augen zurückkehrte und die Angst. Jetzt würde sie für ihn schreien! Langsam näherte er sich mit der Flamme ihrem nackten Körper.


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Morgan zog mit Schwung die schwere Metalltüre auf. Hotch und Gideon stürmten in den Raum, in Sekundenschnelle erfassten sie die Situation. Die gefesselte Frau auf dem Bett, der Mann mit dem Bunsenbrenner in der Hand, der sie verblüfft anstarrte.


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Überrascht blickte der Mann zur Tür. Starrte auf drei Männer die ihn mit Waffen bedrohten und ihn ansschrieen den Bunsenbrenner fallen zu lassen. Er sah ihre Entschlossenheit und traf eine Entscheidung.


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Kapitel 1 : Zweifel



Was, wenn man an dem zweifelt was immer selbstverständlich war. Was, wenn von jenem, worauf man immer vertraut hat im Stich gelassen wird. Was, wenn der Glaube an sich selbst, bis in seine Grundfeste erschüttert wird. Was, wenn man mit seinen tiefsten Ängsten konfrontiert wird, die Seele nackt und ungeschützt von Selbstzweifel zerfressen… Was bleibt dann noch?


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Langsam ließ die Anspannung nach. Sie hatten ihn! Er hatte auf brutalste Weise vier Frauen vergewaltigt und ermordet, aber jetzt hatten sie ihn. Morgan hatte ihm Handschellen angelegt und ihn aus dem Keller geführt. Wenigstens sein fünftes Opfer hatten sie gerettet. Reid sicherte seine Waffe und steckte sie zurück, der Rest war nur noch Routine. Er sah Hotch und Gideon im Gespräch mit Detektiv Johnson, sah wie Morgan den Täter ins Polizeiauto setzte. Er sah wie Donna Fisher, auf einer Trage, in den Krankenwagen und mit Blaulicht und Sirene ins nächste Krankenhaus gebracht wurde. Erleichtert schlenderte er zu Hotch herüber, blieb aber nach wenigen Schritten stehen. Eine Eisige Kälte kroch über seinen Rücken…
… Nein nicht schon wieder… Dieses Gefühl … Bitte nicht! ... Langsam drehte er sich um … Da ist niemand! ...

„Hey Reid!“

… Nichts … Seine braunen Augen suchten die Gegend ab, blickten hektisch …

„Komm schon, Reid. Lass uns fahren!“, abwartend stand Morgan an der geöffneten Fahrertür.

… So viele Häuser … Sein Herz schlug schneller … So viele Fenster … Wie Augen …

„Reid?“

… Kalte, tote Augen …

„Reid? “, wiederholte Morgan etwas lauter. „Hey Kleiner was ist los?“, besorgt legte er ihm eine Hand auf die Schulter.

„Was?!“, erschrocken wirbelte Reid herum. „Musst du mich so erschrecken?“

„Ganz ruhig Kleiner.“, verwundert zog Morgan die Hand zurück und sah ihn erstaunt an.
„Alles in Ordnung mit Dir?“, für eine Sekunde glaubte er, Angst in den Augen des Jüngeren zu sehen.
„Alles bestens… warum fragst du?“, schnell hatte Reid sich wieder im Griff … Er darf nichts merken! …
„Ich hab dich dreimal gerufen.“ Reid war der prüfende Blick nicht entgangen, mit dem Morgan ihn musterte.
„ Entschuldige. ich war nur in Gedanken. Können wir fahren? Oder willst du hier Wurzeln schlagen?“ Er grinste Morgan an und ging an ihm vorbei zum Auto.


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Eigentlich liebte er den Rückflug nach einem gelösten Fall. Er genoss die Kartenspiele mit Morgan oder Hotch, das Schachspiel mit Gideon. Doch heute wollte sich das sonst übliche Gefühl der Sicherheit - des Wohlfühlens - nicht einstellen. Grübelnd blickte er aus dem Fenster in die Dunkelheit. Die Gedanken in einer ganz anderen Welt … Ist es jetzt so weit? Die Wahrscheinlichkeit, dass ich es auch kriege liegt bei 5 – 10% ... Verfolgungswahn ist eines der ersten Symptome. … Wenn es einer vom Team erfährt bin ich raus … Er spürte Tränen in seinen Augen brennen, schloss sie und lehnte seinen Kopf an die kühle Scheibe.

Gideon beobachtete Reid und ließ seinen Blick lange auf ihm ruhen. Er sah, wie dieser gedankenverloren in die Nacht starrte. Irgendetwas bedrückte den Jungen, doch noch während er überlegte ob er sich zu ihm setzen sollte, um mit ihm zu reden, schloss Reid die Augen und schien einzuschlafen. … Wenn wir wieder zu Hause sind werde ich mit ihm reden, irgendwas bereitet ihm Kummer und er sieht blass und müde aus, als ob er in letzter Zeit zu wenig Schlaf bekommen hat ... Wieder einmal wurde sich Gideon seiner fast väterlichen Gefühle für Reid bewusst und er musste über sich selbst lächeln.


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Der Mann stand geschützt im Schatten eines Baumes, direkt gegenüber des FBI Gebäudes in Quantico. Mit einem leisen Klicken betätigte er sein Feuerzeug und entzündete seine Zigarette, gierig sog er den Rauch ein. Sein Blick wanderte suchend über die hell erleuchtenden Fenster … Bald … Bald ist es soweit! … Ich warte schon so lange! ... ER wird dafür bezahlen dafür werde ich sorgen! … Bald … Bald … Er schnippte die fertig gerauchte Zigarette in die Dunkelheit, drehte sich um und verschwand im Schutze der Nacht.


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Büro der BAU, QUANTICO, VIRGINIA
Nächster Morgen

„O.k. Leute, das war wirklich gute Arbeit, ich denke wir haben uns alle ein paar freie Tage verdient.“, Hotch lächelte seinen Teammitgliedern entgegen. Eine rare Geste von ihm.
„Wir sehen uns dann am Montag wieder. Genießt Euren Kurzurlaub.“

Morgan drehte sich freudig zu Reid und Emily um „Na was meint ihr? Lasst uns heute Abend um die Häuser ziehen, oder habt ihr schon was vor?“
„Nein, ich hab’ nichts vor…“, Emily überlegte kurz „…Eine gute Idee Morgan. Ich sage noch JJ und Garcia Bescheid“
„Klasse, Reid ich hol dich um 21.00Uhr ab.“ Morgan grinste Reid herausfordernd an, er wollte ihm keine Chance lassen sich dieses Mal herauszureden etwas mit dem Team zu unternehmen.

„Was? …Aber... nein ich hab’ …“, begann Reid einen verzweifelten Versuch.

„Ach was Kleiner. Nichts da, Du kommst mit, das wird Dir gut tun.“

Reid überlegte fieberhaft wie er da wieder herauskommen sollte. „Ich hab’ keine Zeit...ich …ich ...“

„ Jaaa?“

Reid sah Morgan an und ihm wurde klar, dass dieser nicht eher Ruhe geben würde bis er ihn so weit hatte, also konnte er die Sache entweder unnötig in die Länge ziehen oder sich dem Unvermeidlichen fügen. „Na gut…dann halt um neun.“

Morgan grinste breit über das ganze Gesicht.

Hotch, der sie von der Galerie aus beobachtet hatte, schüttelte schmunzelnd den Kopf und ging zu Gideon ins Büro, bevor Morgan noch auf die Idee kommen konnte, ihn auch noch mitzuschleppen.
„Jason ich hab’ das Team nach Hause geschickt, die nächsten vier Tage nehmen wir uns frei. Momentan haben wir keine Fälle und sie haben hart gearbeitet.“
Hotch musste wieder grinsen, „Morgan geht mit dem restlichen Team aus.“

„Geht Reid mit?“, fragte Gideon überrascht.

„Ja, na ja nicht unbedingt freiwillig aber… ja, er geht mit…warum?“

„Ich wollte noch mit Ihm reden, aber das kann auch ein paar Tage warten.“

Hotch überlegte kurz ob er nachhaken sollte, verwarf den Gedanken aber gleich wieder. Er selbst hatte es eilig nach Hause zu kommen.
„Jason ich wünsche Ihnen ein paar schöne Tage, erholen Sie sich gut, ich werd sehen, dass ich zu meiner Familie komme.“

Gideon lächelte ihn an. „Grüßen Sie Haley und den Kleinen von mir.“

„Mach’ ich, bis Montag dann.“ Hotch zog die Tür zu und schritt über die Galerie.

„Du hast Reid echt genötigt mitzukommen?“ Garcia versuchte Morgan strafend anzusehen, was ihr aber nicht wirklich gelang.

„Mein Engelchen, manchmal muss man den Kleinen zu seinem Glück zwingen.“
Garcia konnte dem treuherzigen Blick von Morgan nicht mehr standhalten und brach in schallendes Gelächter aus. „Sei aber nett zu ihm, Hase“, brachte sie unter Gelächter noch heraus.

Morgan sah sie mit seinem besten Unschuldsblick an. „Aber das bin ich doch immer, wir treffen uns dann um halb zehn im Club, meine Damen.“

Theatralisch verbeugte er sich vor seinen immer noch lachenden Kolleginnen und marschierte davon.


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Es war kalt, aber er spürte die Kälte nicht, starr blickte er auf den Grabstein, ließ seine Hand über die glatte Oberfläche gleiten … Bald komme ich zu euch … Ihr fehlt mir so … Ich hab nur noch eine Sache zu erledigen … Ich werde dafür sorgen, dass ER nie vergisst was er getan hat! … ER wird dafür bezahlen! … Danach komm’ ich zu euch…


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… Was hab’ ich mir nur dabei gedacht? … Ich verliere den Verstand und gehe feiern! … Na Klasse, dass passt doch zusammen! … Reid tigerte durch seine Wohnung. Seit ein paar Wochen wurde er das Gefühl nicht los, dass er langsam die Kontrolle verlor. Am Anfang war es nur ein Gefühl gewesen, der Eindruck hin und wieder beobachtet zu werden. Mal war es beim Einkaufen gekommen oder auf dem Weg zur Arbeit… wie ein Schatten, ohne fassbar zu sein. Aber inzwischen hatte sich daraus schon ein richtiger Verfolgungswahn entwickelt, der sich einstellte sobald er vor die Tür trat. Er fühlte sich plötzlich verfolgt, sogar zu Hause fühlte er sich nicht mehr sicher. Er konnte nachts schon nicht mehr richtig schlafen, verbrachte die Nacht damit, alles was er über Schizophrenie finden konnte zu lesen, obwohl er ja eigentlich schon alles darüber wusste. So viele Informationen hatten sich in seinem eidetischen Gedächtnis gespeichert. Er beobachtete sich selbst, seine Stimmungsschwankungen, plötzlich auftretende Aggressivität, er hielt Zwiesprache mit seinem Verstand… suchte nach Symptomen die für die Krankheit typisch waren.

… Verdammt! Ich habe so hart dafür gearbeitet … dieses Team … diese Menschen sind nicht nur meine Kollegen sie sind meine Freunde! … Endlich habe ich Freunde, die mich respektieren und nicht für einen Freak halten! … Sie sind meine Familie … und jetzt werde ich alles verlieren! … Gideon hat etwas bemerkt … Er beobachtet mich! … Was soll ich nur tun? ...

Die Gedanken arbeiteten verzweifelt. Er sah auf die Uhr, noch drei Stunden bis Morgan ihn abholte. Er spürte wie Wut und Verzweiflung in ihm hoch krochen, die Knie gaben nach und er rutschte die Wand langsam hinunter, er vergrub den Kopf in seinem Arm und lies seinen Tränen freien Lauf.

… Verdammt, reiß’ dich zusammen! ... Er warf einen prüfenden Blick auf die Uhr … Mist in zwei Stunden kommt Morgan und ich sitze hier herum und heule … Einfach großartig! …

Fassungslos darüber eine Stunde auf dem Boden verbracht zu haben, erhob sich Reid und ging ins Badezimmer. Am Waschbecken wusch er sich seine verweinten Augen, aber ein Blick in den Spiegel zeigte im die Sinnlosigkeit seiner Bemühungen. Die Augen waren rot und verquollen. … Kann man Schizophrenie am Blick erkennen? ... schoss es ihm durch den Kopf. Er starrte seinem Spiegelbild in die Augen. Er versuchte tief in sich selbst zu sehen, versuchte das Fremde, das Andere, das dieses Gefühl bei ihm auslöste, die Krankheit zu sehen. Aber alles was er sah waren seine braunen verweinten Augen, die ihm traurig und angstvoll aus dem Spiegel entgegenblickten. Kopfschüttelnd riss er den Blick vom Spiegel los, es war wohl besser eine heiße Dusche zu nehmen.


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Die Zigarette glühte bei jedem Zug hell auf... Alles ist vorbereitet … alles geplant … es ist so weit … gleich ist es soweit! … Er genoss das Gefühl freudiger Erregung, seit langem fühlte er sich endlich wieder lebendig … Endlich! …


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Tropfnass stand Reid mit einem Handtuch um die Hüfte gewickelt vor dem Badezimmerspiegel. Er wischte den beschlagenen Spiegel frei und musterte sich kritisch. Der Blick war wieder klar und sein Verstand war es auch.

… Ich muss die Sache analytisch betrachten! … Ich brauche Hilfe … es gibt Medikamente … es muss ja nicht so schlimm sein wie bei Mutter, es ist noch früh! … Vor allem muss ich mit Gideon und Hotch reden! … Allein bei diesem Gedanken kroch Panik in ihm hoch … Nein, wenn ich das mache nehmen sie mich aus dem Team! ... Aber ich muss, ich darf es ihnen nicht verschweigen! … Was, wenn ich bei einem Einsatz nicht mehr richtig funktioniere? … Was, wenn wegen mir einer aus dem Team verletzt wird? … Ich muss mit Ihnen reden! Aber nicht heute Abend … Heute Abend will ich noch einmal Spaß haben! … Mit dem Team ausgehen … Was trinken … Normal sein … Wenn ich mit Gideon und Hotch geredet habe dürfte es damit vorbei sein … Also genieße den Abend! ...

Er horchte prüfend in sich hinein, die Entscheidung fühlte sich richtig an. Reid drehte sich um und verließ das Bad um sich im Schlafzimmer anzuziehen. Er schlüpfte gerade in seine Shorts, Strümpfe und in ein frisches Hemd, als es an der Tür klopfte.

„Mensch Morgan du bist eine Stunde zu früh dran, du willst wohl sicher gehen das ich nicht kneife“, sagte er zu sich selbst, lächelnd öffnete er die Tür und wollte seinen Kollegen herein lassen.

Ein Faustschlag traf ihn hart an der Schläfe, er kam völlig unerwartet und Reid ging benommen zu Boden.

„Was…?“, ein Tritt in den Brustkorb raubte ihm jeglichen Atem und nahm ihm die Luft zum weiter sprechen, er spürte eine Rippe brechen.

„Hallo, Dr. Reid!“ Der Mann stand groß über ihm, schloss mit einer Handbewegung die Tür und zog eine Waffe. „Endlich ist es soweit!“


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Kapitel2
Unerwarteter Besuch





Keuchend lag Reid am Boden und hielt sich die Arme vor die Brust. Etwas drückte auf die Lunge und behinderte seine Atmung … Verdammt, er hat mir eine Rippe gebrochen … sein Kopf schmerzte und seine Sicht war verschwommen, alles drehte sich.
„Was… wer…. sind Sie?“, schwer atmend, nach Luft ringend, stieß er die Worte hervor.

Eine Hand grub sich fest in seine Haare, zog ihn grob in eine sitzende Position und sein Kopf wurde brutal nach hinten gerissen. Vor Schmerz schrie er laut auf. Der Fremde drückte ihm den Lauf einer Waffe hart an die Schläfe.
„Schhh, ganz ruhig, wo ist Deine Waffe, Spencer?“

„Was?“, sein Kopf wurde langsam wieder klarer, die Atmung ging wieder etwas einfacher und das Schwindelgefühl ließ nach. Die Worte wirkten in ihm und setzten sein Denken in gang. Reid musterte den Unbekannten, sah in seine Augen, eisblaue Augen die kalt und entschlossen seinem Blick standhielten, und Angst kroch in ihm hoch.

Der Druck auf die Schläfe verstärkte sich und die Hand krallte sich noch schmerzhafter in seine Haare.
„Deine Waffe…Bitte!“ Die Stimme war ruhig, fast höflich. „Ich werde nicht noch einmal fragen.“

„Schlafzimmer…Nachttisch…“, stockend kamen die Worte aus ihm hervor.

Der Mann zerrte ihn grob auf die Beine und stieß ihn brutal vorwärts.
„Geh vor!“

Langsam ging Reid in Richtung Schlafzimmer, seine Gedanken überschlugen sich, suchten nach Möglichkeiten, prüften und verwarfen selbige. Ihm wollte einfach nichts einfallen, wie er diesen Mann aufhalten konnte. Sein Kopf schmerzte und nahm ihm jegliche Konzentration. Ein Überraschungsangriff kam nicht in Frage, der Mann war fast doppelt so schwer und größer als er, außerdem war ein Zweikampf nicht wirklich seine Stärke. Seine einzige Waffe war sein Verstand und dem vertraute er auch nicht mehr. Er schob diesen Gedanken weit von sich, er musste versuchen seine Angst zu beherrschen und einen klaren Kopf zu behalten.

„Halt!“ In der Mitte des Schlafzimmers stoppte der Mann ihn. „Auf die Knie…Hände hinter den Kopf!“ Die Stimme des Mannes veränderte sich…wurde kälter…fast wütend.
Reid schluckte schwer, das verhieß nichts Gutes.


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… Ich will nicht in meinem Schlafzimmer sterben … auf den Knien … ohne Hose! … Ihm wurde bewusst, dass er halb nackt vor dem Fremden stand. Schamgefühl stieg in ihm hoch und seine Wangen röteten sich. … Ich muss mich konzentrieren … Er nennt mich Spencer … Er kennt mich … Woher??? ... Ich hab ihn noch nie gesehen! … Verdammt, ich bin doch ein Genie … mir muss irgendetwas einfallen …





Der Fremde hob die Waffe, trat vor ihn und richtete sie wieder auf Reid´s Kopf. „Ich wiederhole mich nicht gern!“, langsam kam Reid der Aufforderung nach, sank auf die Knie. Als er die Hände hinter den Kopf hob, fuhr ein stechender Schmerz durch seinen Brustkorb der ihn aufstöhnen ließ. Die Atmung wurde wieder schwerfällig, keuchend.
„Was wollen Sie von mir?“ Er versuchte die Panik, die in ihm hochstieg zu unterdrücken und seiner Stimme einen festen Klang zu geben, suchte Blickkontakt.

Der Mann ignorierte die Frage und öffnete den Nachttisch, zufrieden holte er Reid´s Dienstwaffe, Handschellen und seinen Dienstausweis heraus. Die Waffe und die Handschellen verstaute er in seiner Jacke. Den Dienstausweis ließ er, nach einem kurzen, gleichgültigen Blick darauf, achtlos zu Boden fallen. Er musterte Reid nachdenklich, die Angst stand dem jungen Agenten förmlich in den Augen geschrieben … Ich hab ihn! … Alles läuft nach Plan … Der Anfang vom Ende ist gemacht! …

„ Ich...ich...“, verzweifelt suchte Reid nach den richtigen Worten. „…wenn Sie mir sagen, was Sie wollen kann ich ihnen sicher helfen ….es ist noch nicht zu spät!“ … Wenn ich ihn dazu bringe, mit mir zu reden hab’ ich vielleicht eine Chance …
Reid suchte wieder den Blickkontakt, der Blick des Fremden war entschlossen, kalt. Ihm stockte der Atem und es fiel ihm schwer weiter zu sprechen. In seinem Kopf pochte es.
„ Bitte…w…wer…..“

Mit zwei schnellen Schritten trat der Mann auf ihn zu, holte mit der Pistole aus und schlug sie ihm brutal ins Gesicht. Reid´s Kopf wurde durch die Wucht zur Seite gerissen.
„Du redest zuviel, Spencer!“
Schmerz überrannte ihn, blendete sein Denken aus. Er schmeckte Blut, stöhnend lag er am Boden und hielt sich die Hände vors Gesicht.
„Du wirst jetzt aufstehen und Dir eine Hose anziehen! Danach machst Du Dir Dein Gesicht sauber und dann machen wir eine kleine Reise!“

„Nein…“, flüsterte Reid und schüttelte schon den Kopf, bevor die Worte über seine Lippen kamen. Die Angst die er so mühsam unterdrückt hielt kroch wieder in ihm hoch … Wenn ich zulasse dass er mich fortbringt, dann hat er mich in der Hand, dann bringt er mich um! … „Nein!“

Der Mann beugte sich über ihn, mit der freien Hand zog er ein Jagdmesser aus der Jackentasche. Sein rechtes Knie platzierte er auf Reid´s Brustkorb, drückte ihn schwer zu Boden. Eine Woge des Schmerzes durchflutete Reid erneut.
„Nun, vielleicht sollte ich die Sache gleich hier und jetzt beenden?“

… Aber dann würde ER nie erfahren, dass der Junge wegen Ihm leidet … Dass es seine Schuld ist! ... Ich will, dass ER nicht mehr ruhig schlafen kann … Ich will, dass wenn ER die Augen schließt das Gesicht des Jungen vor sich sehen muss … Ich will, dass ER daran zu Grunde geht! …

Langsam fuhr er mit der Spitze des Messers über das Gesicht des jungen Agenten, knapp unterhalb des rechten Auges über die Wange, immer tiefer bis zu Hals. Reid wagte kaum zu atmen, die Pistole zielte immer noch auf seinen Kopf und das Messer strich fast zärtlich an seinem Hals entlang. Die Messerspitze hielt genau über der Halsschlagader inne.
„Du weißt was darunter liegt?“, die Frage kam beiläufig, emotionslos. Der Druck auf das Messer wurde verstärkt.
Reid konnte seinen Pulsschlag unter der Messerspitze fühlen, nur ein wenig mehr Druck und die zarte Haut über der Schlagader würde nachgeben. Er versuchte zu sprechen, bemerkte aber, dass sich dadurch der Druck verstärkte, dass das Messer sich tiefer in die Haut ritzte und ein Blutrinnsal langsam an seinem Hals herunterlief.

„Ich werte das mal als ein ja.“ Der Ton des Mannes war wieder freundlich und ruhig.
„Ich glaube Du hast mich falsch verstanden. Das war weder ein Vorschlag, noch steht es zur Diskussion. Du tust was ich Dir sage, ist das klar?! Soweit verstanden?!“ Der Druck des Messers ließ nach.

Es gab keine andere Option, Reid nickte leicht. „Ja...Verstanden.“

Der Mann stand auf und langsam erhob sich Reid mit ihm. In seinem Kopf begann es sich wieder zu drehen, der Brustkorb schmerzte, das Atmen viel schwer.
„Die Hose ist im Schrank.“, fragend sah er den Mann an.
„Okay…mach’ langsam!“
Der Fremde beobachtete jede seiner Bewegungen, richtete den Lauf der Pistole ununterbrochen auf sein Ziel.
Vorsichtig holte er sich eine Hose aus dem Schrank und zog sie hastig an. Eine Woge der Erleichterung überkam ihn, als er endlich vollständig bekleidet war.
„Gut, geh jetzt ins…“

Ein klopfen an der Türe unterbrach ihn.

Reid´s Blick viel auf die Uhr … Oh Gott, es ist kurz vor neun! … Das ist Morgan! … Hoffnung kam in ihm auf … Vielleicht können wir zu zweit …
Bevor er reagieren konnte spürte er das Messer wieder an seinem Hals, die Waffe an seinem Hinterkopf.
„Wer ist das? Agent Morgan? Du hast ihn vorher erwartet, nicht wahr?“ Zum ersten Mal konnte er so etwas wie Anspannung in der Stimme des Mannes hören.
… Damit hat er nicht gerechnet … es läuft nicht mehr nach Plan! … Das könnte meine Chance sein …

„Hey, Reid! Komm schon, mach auf!“ Morgan klopfte wieder an die Tür. Es klang ungeduldig.

Der Mann schob Reid in den Flur „Willst Du ihn nicht herein bitten? Es wäre doch unhöflich, ihn draußen stehen zu lassen. Wo bleiben Deine Manieren?“ Die Stimme klang angespannt aber beherrscht und zugleich belustigt.
„ Nein… bitte…“, flüsterte Reid. Jetzt musste er nicht nur um sich Angst haben sondern auch um das Leben seines Freundes fürchten.

„Reid, komm schon, die Ladys warten!“ Morgan klopfte noch einmal an die Tür, lauter.
„Reid, alles klar bei Dir?“ Morgan hörte sich beunruhigt an.

„Tu was ich Dir sage … sag’ ihm, dass er reinkommen soll … oder ich erschieß ihn durch die Tür!“, fast zornig stieß der Eindringling die Worte hervor.
… Mein Gott, was soll ich bloßmachen? … Was soll ich tun?? ...
„Die Tür ist auf …komm rein!“ Seine Stimme hörte sich für ihn völlig fremd an. Er konnte die Anspannung nicht aus ihr herausbekommen.
Reid spürte wie sich der Druck von Waffe und Messer verstärkte.
„Kein Wort mehr Junge!“ Die Stimme war dicht an seinem Ohr, er konnte den Atem des anderen spüren. Er schien die Ruhe und die Überlegenheit, die er die ganze Zeit inne hatte verloren zu haben. Hastig dirigierte er ihn zurück ins Schlafzimmer.

Die Türe öffnete sich und Morgan sah überrascht in die Wohnung.
„Reid, wo steckst du?“, die Tür schloss sich geräuschvoll. Morgans Schritte hallten durch den kleinen Flur, kamen dem Schlafzimmer immer näher.
„Hey, Kleiner alles in Ordnung bei…“
Morgan hatte das Schlafzimmer erreicht und was er sah traf ihn wie ein Schlag. Reid stand im Schlafzimmer, blass, die Augen voller Angst und die rechte Gesichtshälfte voller Blut. Am Hals zog sich eine dünne Blutspur entlang und färbte den Hemdkragen langsam rot. Ein Mann hielt ihm ein Messer an den Hals und eine Waffe an seine Schläfe.
… Was zum Teufel ist denn hier los?… Das kann doch nicht wahr sein! …
Morgans Hand griff blitzschnell nach seiner Waffe an der Hüfte… und er griff ins Leere.
… Verdammt! … Natürlich hatte er seine Waffe nicht dabei, nicht wenn er abends in einen Club ging.

„Guten Abend Agent Morgan!“ Die Stimme war wieder ruhig und beherrscht.

„Bleiben Sie ganz ruhig,….“, besänftigend hob Morgan die Hände. Er zwang sich den Blick von Reid zu lösen und den Unbekannten anzusehen. „ …tun Sie nichts unüberlegtes Mr.“

Der Fremde sah Morgen fest in die Augen. „Falls es Ihnen entgangen sein sollte, Agent Morgan,…ich bin ganz ruhig…“ Ein feines Lächeln umspielte seine Lippen. „…und glauben Sie mir, ich hab mir sehr gut überlegt was ich hier mache!“

„O.k Mr., und was glauben Sie hier zu machen? Was wollen Sie hier?“, langsam ging Morgan auf den Täter zu.
„Bleiben Sie stehen Agent Morgan, oder ich schlitz dem Kleinen hier die Kehle auf!“ Die Entschlossenheit des Täters war nicht zu überhören. Morgan schluckte schwer, zwang sich den Blickkontakt nicht zu unterbrechen.

„Ganz ruhig Mann,... ganz ruhig... ich rühr’ mich nicht vom Fleck…lassen Sie Reid los… noch ist nichts Schlimmes passiert, legen Sie das Messer weg und dann reden wir über alles! Was immer Ihr Problem ist, wir finden mit Sicherheit eine Lösung...“, beschwichtigend redete Morgan auf den Unbekannten ein.

„Bringen Sie mich nicht zum Lachen, Agent Morgan!“, kalte Wut schwang in seiner Stimme mit „Wie können Sie sich anmaßen, auch nur ansatzweise meine Probleme zu verstehen?“

Morgan spürte wie der Fremde um seine Beherrschung kämpfte. „O.k…na gut…natürlich kenn ich ihre Probleme nicht.“ … Ich muss ihn wieder beruhigen … „Helfen Sie mir, sie zu verstehen…und ich kann ihnen helfen!“

Verächtlich sah der Täter Morgan an. „Seien Sie bloß nicht so gönnerhaft!“
Er zog Reid enger an sich heran, spürte wie der junge Agent sich unter seinem Griff versteifte, sein Körper vor Anspannung zu beben begann und presste die Klinge fester an seinen Hals.
Reid konnte ein Schluchzen nicht mehr unterdrücken, als er spürte wie das Messer seinen Hals verletzte und die warme Flüssigkeit aus der Wunde sickerte.

„Reid, alles in Ordnung mir Dir?“ Morgan ignorierte den Mann schließlich und blickte besorgt zu Reid.

Reid setzte zum Sprechen an, aber sein Mund war wie ausgetrocknet. Er schluckte schwer, spürte wie das Messer an seinem Kehlkopf kratzte.

„Willst Du ihm nicht antworten?“ Der Druck der Waffe an seiner Schläfe wurde weiter verstärkt.
„Dein Kollege hat Dich was gefragt! Antworte ihm!“

Reid schloss kurz die Augen, öffnete sie wieder. „Ich bin o.k..“, presste er hervor. Sein Blick, zwischen Hoffnung und Angst, verharrte gebannt auf Morgan, schien sich an ihm festzusaugen. … Hilf mir! ...

Morgan konnte die Worte förmlich hören. Er wusste nur nicht wie er das bewerkstelligen sollte. Er war unbewaffnet…welche Möglichkeiten hatte er?

„Sie sehen, ihm geht’s gut…noch.“ Er richtete die Waffe langsam auf Morgan.
„Was man von Ihnen vielleicht nicht mehr lange behaupten kann, nehmen Sie es bitte nicht persönlich…ich habe nur keine Verwendung für Sie.“ Der Mann sah ihn fast entschuldigend an.

Morgan spürte wie ihm kalter Schweiß den Rücken hinunterlief. … Das darf doch nicht wahr sein! ... Das soll’s also gewesen sein? … Mir muss irgendwas einfallen … Seine Gedanken überschlugen sich.

Reid spürte wie eine seltsame Ruhe ihn überkam. Er wusste, was er zu tun hatte.
„Lassen Sie ihn in Ruhe…bitte…Sie müssen ihm nichts tun, ich….ich komme mit ihnen mit…ich mach’ keinen Ärger…“
Er schloss noch einmal kurz die Augen, schluckte schwer
„…ich tu alles, was Sie wollen!“ Er zwang sich seinen Körper zu entspannen, gab jeden Widerstand auf.

„ Reid…Nein!“ Morgens Augen suchten entsetzt Reid´s Blick.

Reid sah ihn weiter an, entschlossen.
… Wenn Ihm was passiert, würde ich mir das nie verzeihen! … Er muss ein Profil erstellen! … Er hat ihn gesehen … mit dem was er weiß, können Sie mich finden … oder nicht??
Reid sah seinen Kollegen fest an, seine Lippen formten Worte. „Morgan bitte...!“

„RUHE! Ich muss nachdenken…!“, rief der Unbekannte, er bekam einen gierigen Blick

Ich hab ihn! … Er gibt auf! ... Er kommt freiwillig mit! … Der andere ist nicht wichtig … Er spürte wie der junge Agent nachgab, sich seinem Schicksal ergab … Agent Morgen zu töten gehörte nicht zu seinem Plan, es war nicht notwendig … Eine Welle der Erregung durchflutete ihn …

Er steckte das Jagdmesser weg und richtete die Waffe wieder auf Reid´s Hinterkopf. Mit der freien Hand tastete er nach den Handschellen, die er in Reid´s Nachtisch gefunden hatte und warf sie Morgan vor die Füße. „Aufheben!“

Morgan startete einen verzweifelten Versuch, versuchte verständnisvoll und freundschaftlich zu klingen. „Hören Sie… lassen Sie den Kleinen hier, er ist doch noch ein halbes Kind…ich komme mit, ich…“

„Aufheben hab’ ich gesagt!“, mit einer schnellen Bewegung zog er das Messer wieder hervor und hielt es Reid wieder an die Kehle. Die Waffe hielt er auf Morgan gerichtet.
„Quatsch mich nicht voll! Tu was ich sage bevor ich mir die Sache noch mal überlege!“, ungeduldig zeigte er mit der Waffe auf die Handschellen.

„Derek, bitte tu es.“ Reid´s Stimme klang ruhig, leise und beherrscht. Er richtete seinen Blick fest auf Morgan.

Morgan wusste nicht was ihn mehr erschütterte, dass Reid scheinbar aufgegeben hatte, oder dass er ihn beim Vornamen nannte. Ihm wollte einfach nichts mehr einfallen.
„Okay, ganz ruhig, ich werd’ sie aufheben.“, langsam bückte er sich, hob die Handschellen auf. „Und was jetzt?“ Er konnte die Wut in seiner Stimme kaum unterdrücken.

Der Mann überlegte kurz, sah sich um.
„Legen Sie sich die Handschellen an und fesseln Sie sich an den Heizkörper, mit beiden Händen…Bitte!“ Er hatte wieder zurück zu seiner Ruhe und Gelassenheit gefunden.
Morgan kam widerstrebend dem Befehl nach, setzte sich auf den Boden und fesselte sich mit Reid´s Handschellen. Er spürte wie in die Wut in ihm kochte.

Langsam ließ der Mann das Messer sinken und steckte es weg. Er trat zwei Schritte von Reid zurück, der regungslos stehen blieb und richtete die Waffe weiter auf Morgan.
„O.k Spencer, geh´ ins Bad und mach Dich sauber, die Tür bleibt auf!“ Der Mann stellte sich so, dass er Morgan als auch das Bad im Blick hatte.

Reid löste seinen Blick von Morgan und ging ins Bad. Er ließ sich kaltes Wasser über seine Hände laufen, versuchte das Zittern zu unterdrücken und wusch sich das Gesicht … Wie soll mich das Team finden wenn er mich mitnimmt? ... Mir muss etwas einfallen! …


„Was machst du so lange?“, ungeduldig spähte der Fremde in Richtung Badezimmer.

„Ich... ich komm gleich“ Reid griff nach dem Handtuch und sein Blick viel auf seine Hose, die er vor dem Duschen auf die Waschmaschine im Bad gelegt hatte … Mein Handy ist in der Hosentasche! … sein Herz schlug bis zum Hals … Ich brauche mein Handy, … mechanisch trocknete er sich Gesicht und Hände … irgendwie! …sein Verstand arbeitete auf Hochtouren … Wenn ich … er legte das Handtuch zurück, drehte sich um und ging in Richtung Schlafzimmer.

„Komm her!“ Der Mann winkte kurz mit der Waffe.

Reid ging noch einen Schritt und blieb dann stehen „Ich…mir…“ Er fing an zu Husten und zu würgen, hielt sich eine Hand vor den Mund. „…schlecht! …“ Er machte kehrt, rannte zurück ins Bad und schlug die Tür zu.
Auf dem Weg zum Klo schnappte er sich seine Hose, klappte den Toilettensitz auf, kniete sich davor und fing an laut zu würgen, während seine Hände die Hosentaschen nach dem Handy durchsuchten ... Hoffentlich kommt er nicht nachsehen! ...

„Verdammt was zu Teufel...?“, ungläubig hatte der Mann Reid hinterher gesehen.

…Endlich! … Seine Hand umklammerte das Telefon. Schnell schob er das Handy in seine Hosentasche und warf die Hose in eine Ecke. Er drückte die Spülung und ging zum Waschbecken wusch sich noch einmal das Gesicht. Als er aufblickte stand der Mann hinter ihm …Hat er es gesehen? ... Bitte nicht! … Wenn er es gesehen hat …

„Es reicht jetzt“, wütend zog der Mann Reid an den Haaren zurück ins Schlafzimmer.

„ Ahh…ich komm ja…!“ Reid stolperte in das Zimmer.

„Wenn Sie Ihm irgendetwas antun, bring ich Sie um!“ Der Zorn in Morgans Stimme war nicht zu überhören
.
„Oh, aber sicher werden Sie das Agent Morgan …darauf baue ich sogar!“ Die letzten Worte waren fast geflüstert und der Ton plötzlich mehr als ernst.

Morgan sah ihn ungläubig an. …Ich muss mich verhört haben …

Er drängte Reid in Morgans Richtung. „Sag leb’ wohl zu Agent Morgan, Kleiner.“ Mit aller Kraft schlug er Morgan die Waffe in einer blitzschnellen Bewegung auf den Hinterkopf.

Schmerz füllte sein Bewusstsein aus. Er hörte nicht mehr den entsetzten Aufschrei seines Kollegen. Spürte nicht mehr wie sein Blut warm den Nacken hinunterlief. Sah nicht mehr wie der Mann Reid aus der Wohnung zerrte.
Dunkelheit umfing ihn…. Stille…


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Hallo zusammen
Hier hab ich Kap 3 für Euch. Ich hoffe es gefällt Euch, über ein wenig FB würde ich mich freuen.




Kapitel 3
Ein freier Abend


Aaron Hotchner stand im Türrahmen und beobachtete Haley, wie sie Jack behutsam zu Bett brachte. Ein Gefühl der Wärme und des Glücks stieg in ihm hoch… Ich liebe sie so sehr…Er trat zu ihr und strich sanft mit seiner Hand über ihren Rücken. Lächelnd beobachtete er, wie Jack im Schlaf seine Decke wegstrampelt. Vorsichtig beugte er sich über ihn, deckte ihn wieder zu und gab ihm einen Kuss. Haley nahm ihn bei der Hand und zog ihn leise aus dem Zimmer. „Er ist schon eingeschlafen bevor er richtig im Bett lag.“, liebevoll sah sie Hotch an. „Holst du uns eine Flasche Wein? Du hast 4 Tage frei, dass müssen wir feiern.“, lachend zog er sie ihn seine Arme. „Meinst du der Wein kann warten?“
Aaron vergrub sein Gesicht in Haleys Haare, sog ihren Duft ein. Sie drehte ihr Gesicht zu ihm und er küsste sie leidenschaftlich.
„Welcher Wein?“, fragte sie atemlos und zog ihn Richtung Schlafzimmer.


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Jason Gideon saß in seinem Lieblingssessel, im Hintergrund lief leise Jazzmusik und auf dem kleinen Tisch neben ihm stand ein Glas Rotwein. Das Buch in seiner Hand sank in seinen Schoß, ohne dass er es bemerkte. Der Blick schweifte ab, ging ins Leere. Seine Gedanken kreisten beharrlich um Reid … Er hat sich verändert … Er wirkt gehetzt und nervös … Wenn er sich unbeobachtet fühlt verfällt er ins Grübeln … Irgendetwas bedrückt ihn … Ich hätte doch noch mit ihm reden sollen! … Seufzend legte er Nietzsches -Jenseits von Gut und Böse- auf den kleinen Tisch, ihm fehlte einfach die nötige Konzentration und Aufmerksamkeit, um sich diesem anspruchvollem Werk zu widmen. Gideon nahm seine Lesebrille ab und legte sie neben das Buch. Er griff zu seinem Weinglas, erhob sich und trat ans Fenster. Nachdenklich nahm er einen Schluck und sah hinaus in die Nacht …Was ist mit dir los Spencer? ....



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„Wusste ich es doch…“, suchend sah sich Garcia in der kleinen Sky Bar um „Wir sind vor den Jungs da.“
„Ich glaube, da drüben ist noch ein Tisch frei.“ JJ steuerte quer durch die Bar auf eine freie Sitzgruppe zu. Zufrieden nahmen die drei Platz und ließen ihren Blick über die anwesenden Gäste schweifen.
„War echt eine gute Idee von Morgan…“, bemerkte Emily. „…wir waren schon lange nicht mehr hier.“
„Wann auch? Die letzten Wochen hatten wir so viel zu tun, da kommt man ja zu nichts mehr.“ JJ strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht.

„Wollt ihr mit den Getränken auf die Jungs warten?“, fragte Garcia, während sie immer noch neugierig die männlichen Gäste musterte.
„Nein, etwas zu trinken wäre jetzt echt klasse.“, antwortete JJ und lehnte sich zurück.
„Gut, wer holt was zu trinken?“ Emily sah abwartend Garcia und JJ an. Diese tauschten nur einen kurzen Blick, um dann strahlend Emily anzulächeln.
„O.k., ich habe verstanden, wer fragt verliert…“, schmunzelte Emily. „…und was darf ich euch mitbringen?“
JJ überlegte kurz „ Für mich ein Bier.“
Garcia schlüpfte aus ihrem kurzen Mantel. „Ich nehme eine Cola…mit Eis. Es ist ganz schön warm hier drin.“

Emily kam kurze Zeit später lachend und kopfschüttelnd mit zwei Bier und einer Cola zurück. „Unglaublich….manche Männer müssten schon allein für ihre dumme Anmache eingesperrt werden!“
JJ nahm dankend ihr Bier entgegen. „Was meinst du...?“
„Lass mal hören, Süße!“, Garcia beugte sich erwartungsvoll vor.
„Stellt euch vor, da fragt mich doch glatt so ein Kerl, ob ich das alles allein trinken will und es wäre ihm ein Vergnügen mir dabei behilflich sein zu dürfen….“ Emily versuchte Ernst zu bleiben und so entrüstet wie möglich zu schauen.
„…und wenn ich möchte… nicht nur dabei!“
JJ verschluckte sich prompt an ihrem Bier und ihr Lachen ging in einem Hustenanfall unter.
„Oh Gott, wie primitiv!“ Garcia schüttelte grinsend den Kopf.

„Ja und er war noch nicht mal mein Typ!“, bemerkte Emily trocken und blickte sich kurz um.
„Im Gegensatz zu dem Typ an der Bar, der Dich beobachtet seit wir gekommen sind“ sie zwinkerte JJ zu.
„Welchen meinst du?“ JJ gab sich Mühe unauffällig in Richtung Bar zu sehen.
„Na den da drüben, mit dem schwarzen Hemd, Jeans, blonde Haare und einem absolut süßen Lächeln!“
Emily seufzte theatralisch. „Der wäre genau mein Typ.“
„Ja Herzchen das sieht man“ Garcia warf Emily einen tadelnden Blick zu. „Du schaust ihn an, wie eine Katze, die sich an eine Schüssel Schlagsahne anschleicht!“ Emily sah sie entrüstet an, was nur zur Folge hatte, dass sie alle drei in Gelächter ausbrachen.
Als sie sich wieder halbwegs gefangen hatten, sah Emily immer noch lächelnd zurück zum Tresen „Mist! Jetzt ist er gegangen.“, amüsiert legte JJ einen Arm um Emily.
„Du Ärmste, du tust mir ja fast leid…sei froh das Morgan das nicht mitgekriegt hat, der würde dich ewig damit aufziehen.“

„Morgan…“ Garcia blickte kurz auf ihre Uhr und dann suchend zum Eingang.
„Sagt mal, sollten Morgan und Reid nicht schon längst da sein? Es ist schon nach Zehn und Morgan ist eigentlich immer pünktlich.“
JJ sah auf die Uhr und runzelte die Stirn „Du hast recht, sie sind schon fast eine dreiviertel Stunde überfällig…“, sie überlegte kurz. „… ich versuch mal Morgan auf seinem Handy zu erreichen.“ JJ schnappte sich ihr Handy und ging vor die Tür um dem Geräuschpegel der Bar zu entgehen.
Sie wählte Morgans Nummer aus dem Telefonspeicher…es läutete… und läutete… niemand nahm ab. … Komm schon Morgan geh ran! … Schließlich wechselte das Freizeichen zum Besetztzeichen … Wieso geht Morgan nicht an sein Handy? ... Ich versuch es mal bei Reid … JJ wählte Reid´s Nummer. Doch zu ihm wurde erst gar keine Verbindung aufgebaut … abgeschaltet … seltsam … nachdenklich ging sie zu Garcia und Emily zurück. Beide sahen sie erwartungsvoll an. Ihre Stimmung war längst nicht mehr so ausgelassen wie noch Minuten zuvor.
„Ich kann weder Morgan noch Reid erreichen!“ Eine innere Unruhe erfasste JJ.
„Da stimmt doch was nicht…“ Garcia sah besorgt von JJ zu Emily. „…von Reid´s Wohnung brauchen sie nicht mal 20 Minuten bis hierher. Morgan kommt normalerweise nie zu spät.“
„Vielleicht hat Reid es sich ja anders überlegt und Morgan überredet ihn noch…?“, überlegte Emily, um ihre Kolleginnen und auch sich selbst zu beruhigen. Die Unruhe übertrug sich langsam auf sie.
„Nein! …“, sagte Garcia energisch und schüttelte den Kopf. „Wenn unser Kleiner sagt, dass er mitkommt, dann kommt er auch mit. Das Problem ist nur ihn soweit zu bringen, dass er sagt, er kommt mit!“
Schweigend überlegten sie welche Gründe für die Verspätung der Beiden in Frage kommen könnten.
„Ich versuch es noch mal bei den beiden!“, mit einem Ruck erhob sich Emily, holte ihr Handy aus der Tasche und bahnte sich ihren Weg nach draußen.
„Ich werd das Gefühl nicht los, dass da was nicht stimmt.“, sagte Garcia und sah unruhig zur Tür.
„Ich weiß was du meinst, wenn Emily sie nicht erreichen kann fahren wir einfach zu Reid und sehn nach, o.k.?“ JJ war sich nicht ganz sicher, ob sie nur Garcia oder sich selbst beruhigen wollte.
Emily kämpfte sich durch die immer voller werdende Bar zurück zu ihrem Tisch. „Morgan geht immer noch nicht ran und Reid´s Handy ist abgeschaltet, was machen wir jetzt? Wollt ihr noch eine Weile warten?“, fragend sah sie von JJ zu Garcia, doch sie konnte bereits die Antwort in ihrem Gesicht lesen.
„Nein! Lasst uns bei Reid vorbeifahren …nach dem Rechten sehen, o.k.?“, entschlossen stand Garcia auf, schlüpfte in ihren Mantel, nahm ihre Tasche und ging Richtung Ausgang.
„Na dann komm lass uns nachsehen, warum uns die Jungs versetzt haben.“ JJ und Emily folgten Garcia hinaus in die kühle Nachtluft. Auf dem Weg zu Garcias Cadillac versuchte JJ noch einmal Morgan anzurufen. Emily sah sie fragend an. JJ schüttelte den Kopf.
„Nichts!“


***********************


… So viel Blut … Reid atmete tief durch … Morgan wird es schaffen, es geht ihm gut, er schafft das! … Sie werden ihn sicher bald finden … Wahrscheinlich haben sie ihn schon längst gefunden! … JJ, Garcia und Prentiss werden merken, dass wir nicht kommen und uns suchen … Er warf einen kurzen Blick auf die kleine Uhr am Armaturenbrett, 22.07h zeigten die kleinen grünen Leuchtziffern.
Seit einer knappen halben Stunde fuhr der Fremde mit ihm nun schon durch die Nacht. Sie hatten Quantico verlassen. Anhand der Verkehrsschilder wusste er, dass sie auf der Interstate 95 Richtung Richmond fuhren.

Reid schloss die Augen … Wohin bringt er mich? ...
Er hatte sich von dem Täter widerstandslos aus seiner Wohnung zerren und sich ohne Gegenwehr die Hände auf den Rücken fesseln lassen. Er hatte zugelassen, dass der Fremde ihn auf die Beifahrerseite seines Ford Crown drängte, ihm den Sicherheitsgurt anlegte und davon gefahren war. Der Wagen roch nach kaltem Rauch, er war alt, aber sauber und gepflegt registrierte Ried unbewusst.
Er hatte alles über sich ergehen lassen, alles nur damit der Unbekannte nicht auf die Idee kam zu Morgan zurückzukehren. Er hätte alles getan um diesen Mann von Morgan wegzubringen. Reid wollte soviel Abstand wie möglich zwischen dem Täter und seinem verletzten Kollegen, seinem Freund, bringen.

Sein Körper fühlte sich taub an … Vielleicht passiert das ja gar nicht wirklich? … Vielleicht ist das ja nur eine Wahnvorstellung? … Vorsichtig drehte er seinen Kopf zum Fahrer … Nein … nein! Das ist keine Wahnvorstellung! … Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, er spürte wie die Ruhe, die ihn erfasst hatte, langsam wieder der Angst wich … Das ist ein Alptraum! … Er versuchte die aufkommende Panik zu bekämpfen, … Denken! … Ich muss denken … denk nach! … Das war geplant … die Waffe, das Messer und die Handschellen im Wagen … er war darauf vorbereitet jemanden zu entführen … mich zu entführen! …Ich muss versuchen eine Verbindung zu ihm herzustellen … wenn er mich als Menschen, als Person wahrnimmt, dann … vielleicht …

Reid wagte einen Vorstoß.
„Wie ist Ihr Name?“ Er versuchte seiner Stimme einen ruhigen, festen Klang zu geben aber er konnte ein leichtes Zittern darin nicht verhindern.
„Wie kann ich Sie anreden?“

Der Mann nahm den Blick kurz von der Straße und sah ihm direkt in die Augen.

… Er versucht es auf der Psychoschiene ... War zu erwarten … Nützt ihm ja eh nichts … Er hat Angst … gut so! …

Keine Gefühlsregung … nichts … keine Regung … kalte blaue Augen, die ihn kurz durchbohrten. Reid lief ein Schauer über den Rücken.

„Sam…“, erwiderte er schließlich, als Ried nicht mehr mit einer Antwort rechnete.
„Du kannst mich Sam nennen.“ Der Mann blickte wieder zurück auf die Straße.

„Sam…“, überrascht wiederholte Reid den Namen. Sein Verstand überschlug sich, versuchte den Namen und das Aussehen des Fremden mit allen Fällen die ihm einfielen in Verbindung zu bringen. Glich diesen Namen mit allen Fällen ab, an denen er je gearbeitet hatte … Nichts! … Ich kenne ihn nicht … Was will er von mir? ... Warum ich? ...
„Warum ich?“, unbeabsichtigt hatte er die Frage laut gestellt. Erschrocken biss er sich auf die Lippen.

„Warum Du?“, wieder dieser kurze kalte Blick. „Du bist das fehlende Stück in meinem Plan, Spencer.“ Sam richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf die Straße „Es geht nicht um Dich persönlich … Du bist eigentlich eher Mittel zum Zweck … Du wirst mir helfen eine Rechnung zu begleichen … Du wirst das Gleichgewicht wieder herstellen!“

Reid schluckte schwer. „Und wie sieht dieser Plan aus? Welches Gleichgewicht soll ich wiederherstellen? Was meinen Sie damit … Sam?“ … Ich muss ein Vertrauensverhältnis herstellen ... Trotzdem fiel es ihm schwer diesen Mann mit seinem Namen anzureden.

„Alles zu seiner Zeit Junge, fürs erste muss Dir das als Antwort genügen.“ Sam griff in die Innentasche seiner Jacke, zog eine Schachtel Zigaretten und ein Feuerzeug hervor. Routiniert holte er mit einer Hand eine Zigarette aus der Schachtel und zündete sie an.
„Nerv mich nicht mit weiteren Fragen…“, er nahm einen tiefen Zug.
„….sonst wirst du den Rest der Fahrt im Kofferraum verbringen und glaub mir wir haben noch eine lange Fahrt vor uns!“ Der Ton in seiner Stimme ließ keinen Zweifel daran zu, dass er es ernst meinte.

Ich bin also nur Mittel zum Zweck … Wenn es nicht um mich geht, worum oder um wen geht es dann? … Ich soll das Gleichgewicht wieder herstellen … welches Gleichgewicht? … Und wie?? ...
Reid starrte aus dem Fenster ... Was meint er damit? ... Mühsam unterdrückte Reid den Drang weitere Fragen zu stellen. Der Kofferraum war nun wirklich keine Option.
Erschöpfung machte sich bemerkbar. Er versuchte auf dem Beifahrersitz eine bequemere Sitzposition zu finden, aber angeschnallt und mit auf den Rücken gefesselten Händen, war seine Bewegungsfreiheit soweit eingeschränkt, dass die Bemühungen vergebens waren.
Reid schloss die Augen, legte den Kopf an die kühle Fensterscheibe. Der Geruch von kaltem Rauch verursachte ihm leichte Übelkeit.
Der Adrenalinschub, der seinen Körper so lange angetrieben hatte, ließ langsam nach und der Schmerz kam. Sein Kopf dröhnte, das Schwindelgefühl wollte nicht weichen und seine rechte Gesichtshälfte brannte. Sein Brustkorb fühlte sich eingezwängt an und er atmete flach, jeder Atemzug schmerzte ... Entweder gebrochen oder angeknackst … Sechste oder siebte Rippe denk ich … Hoffentlich haben sie Morgan schon gefunden …

Sam öffnete das Fenster einen Spalt und schnippte die fertig gerauchte Zigarette aus dem Wagen.

… Er ist bemerkenswert ruhig und er hält mehr aus als ich dachte! … Bis jetzt ist es gut gelaufen, dass wird sicher noch eine interessante Reise … Ich darf ihn nicht unterschätzen! … Vielleicht hätte ich Agent Morgan doch töten sollen, als Abschreckung, aber es war einfach zu verlockend, dass er freiwillig mitkommt! … Ich hätte ihm nie zugetraut, dass er sich vor seinen Kollegen stellt … Bald ist es zu Ende! … Ich fühle mich so müde! … Bald ist es vorbei … dann beginnt SEINE Zeit des Leidens! …


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Garcia parkte Ihren Cadillac vor Reid´s Wohnblock.
„Da vorne steht Morgans Wagen…“, JJ machte sie auf einen Wagen, zwei Parkplätze weiter aufmerksam.
„…vielleicht hat er ja nur eine Panne.“, zögernd näherten sie sich Morgans schwarzem Mustang, der verlassen auf dem Parkplatz vor dem Wohnblock stand. Auf den ersten Blick war alles in Ordnung mit dem Fahrzeug.
„Lasst uns einfach bei Reid nachsehen, o.k.?“ JJ studierte die Klingelanlage bis sie Reid´s Namen gefunden hatte. Sie klingelte einmal … zweimal … niemand öffnete. JJ sah ratlo

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#2

RE: Vergangenheit

in Fanfiction deutsch 30.08.2008 00:48
von Ran • Besucher | 901 Beiträge

Darkness schrieb:

Hallo Zusammen

Hier kommt also der Rest von Kap 3 und Kap 4. Wenn ich mir das FB so ansehe, bin ich mir nicht sicher bin, ob die Story Euch überhaupt gefällt?!
Also werde ich erst mal abwarten und sehen was passiert.
Ansonsten....Little Reid hab Dank und du weißt ja wo du die Geschichte noch weiterverfolgen kannst. Ich gebe dir gern Bescheid, wenn ein neues Kap draußen ist.
Mrs. Hotchner, auch dir Danke! Solltest du Interesse an weiteren Kapiteln haben dann schicke mir eine PN.
So dann wünsche ich Euch viel Spaß mit dem neuen Kap.
LG Darkness
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Kapitel 3, letzter Absatz


Gideon hatte den Versuch zu lesen aufgegeben. Er saß wieder in seinem Sessel. Bis auf eine Stehlampe in der Ecke, die ein warmes Licht an die Decke warf, war es dunkel um ihn herum. Mit geschlossenen Augen lauschte er der Oper, die er eingelegt hatte, ließ sich von ihr davontragen, in seinem tiefsten Inneren berührt, versank er in ihr. Fern jeden Gedankens, nur erfüllt von der Musik, umspielte ein glückliches Lächeln Gideons Lippen.
… Was war das?… Er runzelte die Stirn … was waren das für Misstöne … Seit wann klingelt es in La vida breve? … Es klingelte noch einmal, bevor Gideon registrierte, dass der Misston von seinem Handy kam. Seufzend stellte er die Musik leise, nahm ab und meldete sich.

„Jason, kommen Sie sofort zu Reid´s Wohnung!“ Hotch Stimme klang angespannt, von der sonst so üblichen Gelassenheit war nichts zu hören.

„Zu Reid? … Was ist mit ihm?“, alarmiert schnellte Gideon aus seinem Sessel hoch.
Die Sorgen die er sich die letzten Wochen um Reid gemacht hatte überrollten ihn schlagartig. Bilder blitzten in seinem Kopf auf … zu schnell um sie wirklich wahrzunehmen … zu grausam um sie festhalten zu wollen.

„Jason, ich weiß es nicht genau … Morgan wurde niedergeschlagen und Reid ist verschwunden. Ich bin unterwegs zu Reid´s Wohnung … wir treffen uns da!“

Gideon starrte kurz sein Handy an, Hotch hatte aufgelegt … Reid ist verschwunden … Morgan wurde niedergeschlagen … von wem … was zu Teufel? … Er griff sich seine Waffe, Schlüssel und eilte aus der Wohnung.

Leise lief La vida breve weiter … das Licht brannte noch … das Glas Wein stand vergessen auf dem kleinen Tisch … die Tür fiel geräuschvoll ins Schloss ... Gideon stieg in seinen Wagen und fuhr mit quietschenden Reifen los.


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Kapitel 4
Wut und Angst




Dunkel! Diese Nacht war so dunkel. Keine Sterne, kein Mond, nichts erhellte die Straße oder die Landschaft um sie herum. Einzig das Scheinwerferlicht des Ford Crown tastete sich suchend durch die Nacht.
Sam lenkte den Wagen kurz nach Fredericksburg von der I 95 auf die Landsraße Richtung Gordonsville.

Er warf einen prüfenden Blick auf Reid, dessen Kopf immer noch an der Fensterscheibe lehnte … Was geht in dir vor? … Die letzten 20 Minuten hatte der junge Agent weder gesprochen noch sonst irgendeinen Versuch gestartet. Gelegentlich hatte er seine Sitzposition verändert indem er auf dem Beifahrersitz hin und her rutschte.
Irritiert sah er zurück auf die Straße. Der junge Agent reagierte nicht so wie Sam es erwartet hätte.


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Hotch fuhr so schnell es der abendliche Straßenverkehr zuließ, zu Reid´s Wohnung. Er parkte seinen Wagen hinter Garcias Cadillac. JJ öffnete auf sein klingeln. Er eilte in den Wohnblock, ignorierte den Fahrstuhl und rannte die Treppe zum dritten Stock hinauf. Oben angekommen blieb er kurz stehen…lehnte sich an die Wand…schloss die Augen… atmete tief durch…versuchte sich zu sammeln…seine gewohnte Ruhe und Gelassenheit wieder zu finden … Reid braucht mich bei klarem Verstand … Ich muss mich zusammenreißen! … Sorgen kann ich mir später auch noch machen … Sieh es wie jeden anderen Fall … Ich darf mich nicht von persönlichen Gefühlen behindern lassen … Er atmete noch einmal tief durch, betrat Reid´s Wohnung und stand JJ gegenüber.
„JJ wo ist Morgan?“ Ein Blick auf die junge Agentin und er wusste, dass sie immer noch mit ihrer Selbstbeherrschung kämpfte „JJ beruhige Dich! …Atme tief durch…Reid braucht uns…wir müssen die Sache professionell angehen!“
„Klar Hotch…“, sie straffte die Schultern und atmete kurz durch „Morgan ist im Schlafzimmer… hier lang.“ JJ ging den kleinen Flur vor. „Ich hab einen Krankenwagen gerufen…zur Sicherheit.“ Sie betraten das Schlafzimmer.
„Ich brauche keinen Krankenwagen! …“ Morgan klang genervt. Nur mit Mühe konnte er seine Wut unterdrücken. „Alles was ich brauche, sind Schlüssel für diese Handschellen!“, ungeduldig zog er an seinen Fesseln.
Mit einem Blick umfasste Hotch die Situation…Morgan, der mit Handschellen an den Heizkörper gefesselt war…Garcia, die neben ihm saß und mit einem Tuch vorsichtig seine Wunde am Hinterkopf säuberte…Prentiss Stimme aus einem anderen Zimmer, vermutlich sprach sie am Telefon… die Blutspuren am Boden…ihr Weg zum Badezimmer…Reid´s Dienstausweis….achtlos weggeworfen….die nicht ganz geschlossene Schublade des Nachttisch….
„Habt ihr irgendetwas angefasst?“ Sein Blick ruhte auf dem Nachttisch.

Emily schüttelte den Kopf.

„Nur Morgan…“ Garcia konnte ihre Augen nicht von Morgan abwenden.

„Außer der Badezimmertür nichts, Hotch“, leichte Röte zog sich über JJ´s Gesicht.

„Leute! Die Handschellen….“ Die Ungeduld in Morgans Stimme war nicht zu überhören.

„Sind das Reid´s Handschellen?“ Hotch holte sich ein paar Latexhandschuhe aus seiner Tasche, zog sie an.

„Ich weiß nicht…“ Morgan überlegte kurz. „…der Kerl hat sie aus seiner Jackentasche geholt…kann sein das er sie mitgebracht hat.“

… Die Schublade wurde geöffnet … Wahrscheinlich bewahrt Reid seine Waffe darin auf … Behutsam zog Hotch die Schublade etwas weiter auf, keine Dienstwaffe, keine Handschellen…nur einige adressierte Briefumschläge lagen darin, zwischen ihnen blitzte etwas Silbernes auf…kleine Schlüssel.
„Mal sehn ob die passen.“ Hotch steckte die Schlüssel in die Handschellen…drehte…und sie sprangen auf.

„Endlich…“, erleichtert nahm Morgan die Handschellen ab und stand auf.

Prentiss kam zurück ins Schlafzimmer. „Die Spurensicherung ist in 10 Minuten hier…“


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Gideon drückte ungeduldig den Fahrstuhlknopf für den dritten Stock … Nun mach schon! … Leise schlossen sich die Türen und sanft setzte sich der Fahrstuhl in Bewegung. Nervös trommelte er mit seinen Fingern an die Fahrstuhlwand … Mach schon! …Mit einem kleinen Ruck blieb der Fahrstuhl im gewünschten Stockwerk stehen, die Türen glitten fast geräuschlos auf und Agent Gideon hastete den Flur zu Reid´s Wohnung hinunter.
Schon an der Tür hörte er Prentiss Stimme …

„Die Spurensicherung ist in 10 Minuten hier“

…er ging der Stimme nach, folgte ihrem Klang bis ins Schlafzimmer.
„Hotch was ist hier los?“ Sein Blick wanderte durch das Zimmer, nahm den Tatort auf und blieb an Morgan hängen. „ Alles in Ordnung Morgan?“

„ Mir geht’s prima.“ Wut blitzte aus seinen Augen und er drückte sich das Tuch an seinen Hinterkopf.

Hotch besah sich die Wunde, die noch immer leicht blutete. „Das muss wahrscheinlich genäht werden….Morgan was ist hier passiert?“

In der Ferne kündigte sich die Sirene des Krankenwagens an.

Morgan schloss kurz die Augen ordnete seine Gedanken.
„Ich war kurz vor 21.00 hier, ich hab ein paar Mal geklopft bis Reid gerufen hat die Tür sei offen und ich solle reinkommen.“
Er hielt inne, überlegte kurz und fuhr fort.
„Ich ging den Flur entlang bis zu der offenen Schlafzimmertüre. Reid stand mitten im Raum, ungefähr dort….“ Morgan zeigte auf eine Stelle in der Nähe des Bettes. „…der Mann stand hinter ihm, er… er hat Reid ein Messer an den Hals und eine Waffe an den Kopf gehalten.“ Morgan schloss kurz die Augen als die Bilder in ihm wieder hoch stiegen. „Reid war verletzt … hier“ Er strich sich mit der Hand über die rechte Wange. „…zwei Schnitte am Hals…glaube ich…“

Schockiert ließ sich Garcia auf Reid´s Bett fallen, ihre Beine trugen sie einfach nicht mehr, sie zitterten zu sehr.

„Reid hat geblutet…“, es war eine Feststellung. Sein Blick viel auf die Blutlache vor dem Bett. Wut stieg heiß in ihm auf.
„Er….ich wollte mit ihm reden….aber …ich…er hat die Waffe auf mich gerichtet…er hat gesagt er hätte keine Verwendung für mich.“ Morgan ballte die Hände zu Fäusten, gepresst sprach er weiter. „…Er wollte mich…er…Reid hat ihm angeboten wenn er mich am Leben lässt, würde er freiwillig mit ihm mitkommen.“ Die letzten Worte kamen leise, fast geflüstert.
JJ legte eine Hand auf Morgans Schulter, Tränen brannten in ihren Augen.

Die Sirenen des Krankenwagens kamen näher.

„Ich hab ihm den Vorschlag gemacht, dass ich an Stelle von Reid mitkommen, aber er wollte unbedingt Reid….ich musste mich an den Heizkörper ketten…er hat Reid ins Bad geschickt um sich das Gesicht zu waschen….Reid kam aus dem Bad raus und lief gleich wieder rein, er hat gesagt ihm wäre schlecht…er hat sich wohl übergeben….“

Hotch und Gideon warfen sich einen überraschten Blick zu, das passte gar nicht zu Reid.

„Er hat Reid aus dem Bad gezogen….“ Morgan stockte, senkte den Kopf, überlegte noch einmal, dann sah er wieder auf und fuhr fort „…ich hab ihm gesagt wenn er Reid etwas antut bring ich ihn um….und er antwortete…er würde mir glauben, sogar darauf hoffen! Dann ging er auf mich zu und….na ja….“ Morgan faste sich an den Hinterkopf.
„Er kannte meinen Namen Hotch…er wusste wer ich bin … und was ich bin! Er nannte mich Agent Morgan!“

Die Sirenen des Krankenwagens verstummten.

Hotch stand schweigend da, verarbeitete das Gehörte. Er sah die fassungslosen Gesichter seiner Mitarbeiterinnen, die Wut und auch die Schuldgefühle bei Morgan, weil er Reid nicht helfen konnte, das sorgenvolle Gesicht von Gideon.

„Wie sah er aus Morgan…kannst Du ihn beschreiben?“ Hotch richtete seine Aufmerksamkeit wieder vollkommen auf Morgan

Sanitäter eilten in die Wohnung, Gideon ging ihnen im Flur entgegen und bat sie kurz zu warten. Er wollte Morgan nicht bei seiner Aussage unterbrechen, nicht solange die Erinnerungen noch so frisch waren.

Morgan nickte „ Sicher…er ist um die 45 Jahre, weiß, ungefähr 1,90, ca. 90kg, blaue Augen, kurze dunkelbraune Haare, ein gepflegtes Erscheinungsbild.“

Er schloss die Augen rief sich das Bild des Täters noch einmal ins Gedächtnis. „ Er trug eine schwarze Jeans, dunkelblaues Hemd, dunkelbraune Wanderschuhe und eine schwarze Lederjacke.“

„O. k. Morgan, dass waren die Äußerlichkeiten…“, erwartungsvoll sah Gideon ihn an. „…wie sieht es mit seinem Profil aus? Beschreiben Sie ihn mir.“

Morgan wusste was Gideon von ihm erwartete. Er rief sich noch einmal den Täter vor Augen, seine Körpersprache, seine Bewegungen, sein Verhalten, wie und was er gesagt hatte und vor allem…was er nicht gesagt hatte.

„Er wusste genau was er tat. Er wirkte intelligent, organisiert, selbstsicher. Er weiß sich auszudrücken. Er war ruhig und beherrscht. Mit meinem Auftauchen hat er nicht gerechnet, hat sich aber dadurch auch nicht aus der Fassung bringen lassen. Er hat nur einmal die Beherrschung verloren…als ich sagte, wir könnten über seine Probleme reden… da wurde er wütend, meinte wie ich mir anmaßen könnte seine Probleme zu versehen…oder so ähnlich. Er hatte sich danach aber gleich wieder in den Griff bekommen.“
Der letzte Satz des Täters hallte in seinem Gedächtnis nach.
„…Und ich glaube er hat nichts zu verlieren, es ist ihm egal ob wir ihn am Ende erwischen...oder ob er stirbt. Er folgt seinem Plan und den zieht er durch!“

„In Ordnung …“ Hotch nickte den Sanitätern zu „… solange die Spurensicherung noch nicht da ist können wir hier nicht mehr viel ausrichten.“

Ein Sanitäter versorgte Morgans Wunde. Er leuchtete mit einer kleinen Lampe in seine Augen und beobachtete wie die Pupillen auf die Lichtveränderung reagierten. „Sir, wir werden Sie jetzt ins Krankenhaus mitnehmen.“
„Wozu….? Mir geht’s bestens!“, ungeduldig wandte er sich von dem Sanitäter ab „Lasst uns weitermachen.“

„Morgan….“ Hotch ruhige Stimme klang bestimmt. „…Du fährst mit ins Krankenhaus, Du lässt Dich untersuchen und wenn der Arzt das o.k. gibt….dann kommst Du ins Büro!“
„Aber Hotch…“ Morgan wollte widersprechen, er konnte doch nicht nutzlos im Krankenhaus herumsitzen.
„Kein aber Morgan“, fiel Hotch ihm ins Wort. „...ich möchte dass Du mitfährst!“

Garcia erhob sich, sie hatte sich wieder beruhigt und ihre Beine gehorchten ihr wieder. „Ich begleite ihn o.k.?“

Hotch überlegte kurz, nickte ihr zu. „In Ordnung Garcia.“

Morgan gab seinen Widerstand auf und, begleitet von Garcia, folgte er den Sanitätern zum Krankenwagen….nachdem er sich lautstark geweigert hatte sich auf die Trage zu legen. Schließlich könne er ja noch laufen…

Gideon wand sich an Hotch „Ich werd auf die Spurensicherung warten, fahren Sie schon mal ins Büro ich komm dann nach….ich möchte mir noch ein Bild machen.“ Noch während er sprach wanderten seine Augen durch das Zimmer.

„In Ordnung Jason…Prentiss, JJ wir fahren.“ Hotch sah sich noch einmal um. Sein Blick blieb an der Blutlache hängen, wanderte der Spur nach bis hin zu der offenen Badezimmertüre und fiel auf das blutverschmierte Handtuch. Er atmete tief durch, … Wir finden dich Reid … halt durch … wird finden dich! … riss sich von dem Anblick los und verließ gemeinsam mit JJ und Prentiss die Wohnung.


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Gideons Blick blieb an den Büchern auf dem kleinen Nachttisch hängen. Er ging in die Hocke um die Titel der Bücher zu entziffern … Alle über Schizophrenie … Warum liest er über Schizophrenie? ... Zwischen den Seiten eines Buches lugte eine Ecke eines Notizzettels hervor.
Aus der halb geöffneten Schublade blitzten beschriftete Briefumschläge hervor.

Diana R
Benni
Las
Mehr ließ sich, ohne die Umschläge aus der Schublade zu holen, nicht erkennen … Jemand hat etwas aus dieser Schublade geholt ... Reid oder der Täter … Aber was?… Vielleicht Reid´s Waffe? ...
Seufzend erhob sich Gideon, solange noch nicht die Spuren gesichert waren würde er nichts anfassen.
Vorsichtig, sorgsam darauf bedacht keine Spuren zu zerstören, blickte er durch die halb geöffnete Badezimmertür. Der Anblick des blutbefleckten Handtuchs schmerzte … Wo bist du Reid? … Was macht der Kerl mit dir? ...

Nachdenklich wanderte Gideon durch Reid´s Wohnung. Er war noch nie hier gewesen…sicher Reid hatte schon öfter Gideon besucht. Sie hatten geredet, Schach gespielt, philosophiert, aber nie hatte Gideon Reid in seiner Wohnung besucht … Warum eigentlich nicht?… Er wusste es nicht…es hat sich einfach nicht ergeben.
Die Wohnung war sauber und ordentlich aufgeräumt. Kaum Familienfotos, nur zwei von seiner Mutter, keins vom Vater. Dafür im Wohnzimmer einige Aufnahmen vom Team. Gideon bemerkte schmunzelnd ein paar Fotos von Geburtstagsfeiern und ein Gruppenfoto von ihnen, gemacht auf der letzten Weihnachtsfeier. Reid hatte das Gruppenfoto zentral auf einer Kommode positioniert, egal in welchem Winkel des Raumes man sich auch aufhielt, es war immer gut sichtbar. Er betrachtete das Foto genauer. Sie alle lachten und waren ausgelassener Stimmung. Reid stand in der Mitte, Morgan hatte einen Arm um seine Schulter gelegt, dicht neben ihm stand JJ. Reid sah aber nicht, wie alle anderen, in die Kamera. Er sah Richtung Gideon.
Gideon sah sich Reid darauf genau an.
… Er wirkt so glücklich … Plötzlich wurde ihm etwas klar … Wir sind seine Familie … so sieht er uns! … JJ und Prentiss sind so etwas wie Schwestern … Morgan ist der große Bruder … Garcia hat wohl die Mutterrolle inne … Hotch … Bruder? Vater? Nein passt alles nicht … er ist sein großes Vorbild … zu ihm sieht er auf! … Und ich? ... Mir bleibt dann wohl die Vaterrolle … Ob Reid sich dessen bewusst ist? ... Nein … Wahrscheinlich nicht … Ob es die anderen wissen? … Nein ich glaube nicht … und ich werd es ihnen sicher nicht erzählen! …
Gideon lachte kurz auf, schüttelte den Kopf und sah sich weiter um.
Bücher so viele Bücher, einige lagen auf einem Tisch neben der Couch. Er überflog die Titel. Sie handelten ebenfalls über Schizophrenie. …Die hat er wohl kürzlich alle gelesen … Warum beschäftigt er sich so intensiv mit diesem Thema?


„Hallo…? Jemand hier?“ Die Stimme riss Gideon aus seinen Gedanken. Er ging zur Tür.
„Hallo Detektiv Miller.“ Gideon kannte den Leiter des Spurensicherungsteams von einigen frühren Einsätzen.
„Also was haben Sie für uns Agent Gideon?“ Miller sah sich um, im Kopf hatte er schon mit seiner Arbeit begonnen.
„Ein Mitglied meines Teams wurde hier niedergeschlagen, ein anderes entführt. Das Meiste hat sich im Schlafzimmer und im Badezimmer abgespielt. Suchen sie nach Haaren, Fingerabdrücke…einfach nach allem… machen Sie von allem Fotos….am besten tüten Sie die ganze Wohnung ein!“
„Ich verstehe Agent Gideon.“ Miller drehte sich zu seinem Team um „Ihr habt den Mann gehört… fangen wir an.“
Routiniert begannen die Männer der Spurensicherung mit ihrer Arbeit.
„Haben Sie ein paar Handschuhe für mich Detektiv Miller?“ Die Neugier hatte Gideon gepackt.
„Ja klar, wir haben genügend dabei“ Miller reichte Gideon ein paar Latexhandschuhe
aus seinem Einsatzkoffer. „Brauchen Sie auch noch eine Tüte?“, fragend hielt er Gideon einen Beweismittelbeutel entgegen.
„Ja danke.“ Gideon zog sich die Handschuhe an, nahm den Beutel und ging zurück ins Schlafzimmer. Er ging zum Bett, nahm das Buch mit dem Notizzettel vom Nachtisch und klappte das Buch auf. Kurze, knappe Notizen, eindeutig in Reid´s Handschrift


Vererbbar zu 5 bis 10%
Erkrankung meist zwischen 18 und 35 Jahren!!!!
Verfolgungswahn!!!
Aggressives Verhalten!!
Akustische Halluzinationen
Wahnvorstellungen
Gedankeneingebungen
10-15% begehen Suizid

Kurz kam ein schlechtes Gewissen in ihm auf, dies war ein Eingriff in Reid´s Privatsphäre. Andererseits war ein genaues Profil vom Opfer genau so wichtig wie das vom Täter. Wenn man weiß in welcher charakterlichen, emotionalen und geistigen Verfassung sich das Opfer befindet, kann man in etwa abschätzen wie es sich gegenüber dem Täter verhält. Woraus sich dann ungefähr die Reaktionen des Täters voraussagen ließen.
Seufzend schob Gideon den Notizzettel in den Beutel und richtete seine Aufmerksamkeit auf die halb geöffnete Schublade. Behutsam durchsuchte er den Inhalt der Schublade, er zählte 8 leere Briefumschläge, alle frankiert, alle an dieselbe Adresse.


Diana Reid
Bennington Sanatorium
Las Vegas/ Nevada


Dahinter lag der leere Hohlster von Reid´s Dienstwaffe … Reid hat hier seine Waffe aufbewahrt … Das heißt der Täter hat sie jetzt … Nachdenklich erhob sich Gideon … Ich sollte ins Büro fahren … hier kann ich momentan eh nichts mehr tun … und machte sich auf die Suche nach dem Leiter der Spurensicherung.
„Ich nehme das hier mit in die BAU.“ Gideon hob kurz den Beweismittelbeutel mit dem Notizzettel. „Sie melden sich, wenn Sie fertig sind, Detektiv Miller?“ Er zog die Handschuhe aus und fuhr sich mit einer Hand über seine Augen. Er fühlte sich müde und erschöpft.

„Natürlich Agent Gideon, ich ruf Sie an wenn wir hier durch sind.“ Miller nickte ihm kurz zu und widmete sich wieder seiner Arbeit.

Gideon drehte sich um, ging zur Tür und blieb stehen. Das ungute Gefühl etwas übersehen zu haben ließ ihn innehalten.
… Da war noch was! … Etwas was Morgan gesagt hat … über Reid …Dann fiel es ihm schlagartig wieder ein … Reid ist noch mal ins Bad gelaufen um sich zu übergeben! … Das passt nicht zu Reid! … Er muss aus einem anderen Grund zurück ins Bad sein … aus welchem? …
Gideon ging noch mal zum Badezimmer … Irgendwas übersehe ich! … Nur was? …
Ein junger Detektiv der Spurensicherung war gerade dabei im Badezimmer Fotos zu knipsen. Fotos vom blutbefleckten Handtuch, vom Waschbecken mit den Blutspritzern und mehrere von den Bluttropfen am Fußboden.

Gideon wartete ungeduldig bis der junge Mann fertig war und betrat dann nochmals das Badezimmer, angestrengt darauf bedacht keine Spuren zu verwischen oder zu zerstören.
Aufmerksam sah er sich in dem kleinen hellen Badezimmer um, es war genau so ordentlich und sauber wie der Rest der Wohnung.
Sein Blick wanderte von der Dusche zum Handtuchhalter. Das Handtuch sah noch ein wenig feucht aus … So wie es aussieht hat er kurz vorher noch geduscht … sein Blick wanderte weiter, zum Waschbecken, zum Spiegel, zur Waschmaschine und dem Hemd das ordentlich zusammengelegt darauf lag … Das Hemd hatte er heute im Büro an … Er hat es zum waschen auf die Maschine gelegt …
Sein Blick wanderte weiter, zur Toilette und zu der Hose die achtlos und zusammengeknüllt zwischen Wand und Waschmaschine in der Ecke lag.
Gideon runzelte die Stirn … Das ist die Hose die er heute getragen hat … Wieso liegt die Hose zusammengeknüllt in der Ecke? … Er legt sogar sein Hemd zum waschen zusammen! … Wieso liegt dann die Hose in der Ecke? ... Als wollte er sie verstecken …
Gideon ging aus dem Schlafzimmer und suchte den jungen Detektiv mit der Kamera.
„ Junger Mann, ich brauche noch ein paar Fotos im Badezimmer.“

„Im Badezimmer? In Ordnung, wie Sie wollen.“ Der junge Detektiv folgte Gideon zurück ins Bad.

„Sehen Sie die Hose dort zwischen Wand und Waschmaschine? Davon brauch ich ein paar Fotos.“

„Haben Sie was gefunden Agent Gideon?“ Miller blieb vor der Badezimmertüre stehen.
„ Ich weiß es noch nicht, aber nehmen Sie bitte diese Hose mit. Ich möchte dass sie ganz genau untersucht wird.“

„Natürlich Agent Gideon machen wir.“ Miller ging, um einen größeren Beweismittelbeutel zu holen.

Während der junge Detektiv seine Fotos machte holte sich Gideon von Miller noch einmal Latexhandschuhe. Der junge Mann nickte ihm kurz zu, er war fertig.
Vorsichtig holte Gideon die Hose aus der Ecke, griff in die linke Hosentasche…nichts, griff in die rechte Hosentasche…nichts … Irgendetwas übersehe ich! … Nur was? …


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„Nein Doc ich bleibe auf keinen Fall hier!“ Morgan verlor nun allmählich die Geduld.
Er hatte sich geduldig untersuchen lassen. Er hatte den Arzt vom Nähen auf
Klammern heruntergehandelt. Doch als der Arzt vorschlug Morgan sollte eine Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben, war es mit seiner Ruhe vorbei. „Ich entlasse mich selbst! Vielen Dank für alles und Auf Wiedersehen. Komm Garcia fahren wir ins Büro!“ Morgan stürmte zur Tür hinaus. Garcia warf dem, immer noch Kopfschüttelnden Arzt einen entschuldigenden Blick zu und hastete Morgan hinterher.

„Morgan meinst du nicht du hättest vielleicht doch besser….“

„Nein hätte ich nicht!“ Morgan fiel Garcia aufgeregt ins Wort. „Die ersten 24 Stunden einer Entführung sind entscheidend. Da leg ich mich doch nicht in ein Bett! Reid braucht mich….das schulde ich ihm.“ Die letzten Worte waren fast geflüstert.
Garcia wusste nicht was sie darauf sagen sollte. Sie sah den Schmerz in Morgans Gesicht, in seinen Augen und wusste, die Ursache war nicht die Wunde auf seinem Kopf
„In Ordnung mein Großer, komm ich bring dich ins Büro“, schweigend, jeder seinen Gedanken nachhängend stiegen sie in Garcias Cadillac und fuhren zur BAU.


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